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Vierte ÖSV-Goldmedaille bei WM 2015

Wie bei der Heim-WM vor zwei Jahren in Schladming hat Österreich wieder Gold im Teambewerb geholt. Eva-Maria Brem, der frischgebackene Kombi-Weltmeister Marcel Hirscher, Kombi-Bronzemedaillengewinnerin Michaela Kirchgasser und Christoph Nösig fuhren am Dienstag in Vail/Beaver Creek zum Finaltriumph über das Sensationsteam Kanada. Davor hatten sie Argentinien, Norwegen und im Semifinale die Schweiz ausgeschaltet.

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Nicole Hosp und Philipp Schörghofer kamen diesmal zwar nicht zum Einsatz, durften aber ebenfalls über die Wiederholung des Goldcoups von 2013 jubeln. Für den ÖSV war es bei der WM die vierte Goldmedaille nach Anna Fenninger (Super-G), Hannes Reichelt (Super-G) und Hirscher (Kombi). Nach sieben von elf WM-Bewerben halten die Österreicher bei sieben Medaillen (vier Gold/zwei Silber/eine Bronze). Bronze sicherte sich Schweden mit einem 3:1-Erfolg über die Schweiz. Es war der erste Podestplatz für die Skandinavier bei den Titelkämpfen in Vail/Beaver Creek.

ÖSV-Team während der Flower Ceremony

APA/EPA/George Frey

Glückliches ÖSV-Sextett durfte auf dem Golden Peak in Vail über Gold jubeln

Ungeschlagener Hirscher erneut Vater des Sieges

ÖSV-Superstar Hirscher, für den es die vierte WM-Goldmedaille war, gewann als Einziger im ÖSV-Team alle seine vier Duelle und ist in WM-Teambewerben weiter ungeschlagen. Der 25-jährige Salzburger ist gemeinsam mit Toni Seelos, der ebenfalls vier Goldene und eine Silberne bei Weltmeisterschaften holte, Österreichs alpine Nummer zwei. Nur Toni Sailer, mit siebenmal Gold und einmal Silber der bisher erfolgreichste Skirennläufer der WM-Geschichte, liegt vor Hirscher.

WM-Teambewerb

  • Gold: Österreich
  • Silber: Kanada
  • Bronze: Schweden

„Zweiter Bewerb, zweite Goldene, das passt“, so der dreifache Weltcup-Gesamtsieger, der auch im Slalom als Titelverteidiger und im Riesentorlauf zu den Favoriten zählt. Hirscher ist ein Fan des Teambewerbs. „Es ist cool, wenn man miteinander für Österreich kämpft“, sagte der Annaberger, der sich als erster Mann bei diesen Titelkämpfen zum Doppelweltmeister kürte. Während es für Brem und Nösig das erste Edelmetall war, durfte sich Ersatzfrau Hosp über die zwölfte Medaille bei einem Großereignis freuen. Für Kirchgasser, am Vortag Dritte in der Kombi, war es die sechste WM-Medaille, von denen sie vier in Serie im Teambewerb (drei Gold/eine Silber) eroberte.

Argentinien als Aufbaugegner

Das erste Duell des Tages begann für die Österreicher gleich optimal. Weder Brem noch Hirscher und auch nicht Kirchgasser gaben sich gegen die klar unterlegenen Argentinier irgendeine Blöße. Als Nösig auf den Kurs ging, war die erste Runde für das favorisierte ÖSV-Team schon souverän überstanden. Das erste „Einfahren“ im Parallelslalom mit Riesentorlauf-Toren absolvierte der Titelverteidiger von Schladming 2013 auf dem Golden Peak in Vail also mit Bravour. Hirscher fuhr mit 22,14 Sekunden die schnellste Zeit in der ersten Runde.

Michaela Kirchgasser (AUT) im Parallelslalom des Teambewerbs

APA/EPA/Jean-Christophe Bott

Michaela Kirchgasser und Co. carvten im Parallelslalom zur Goldmedaille

Für die Sensation sorgte Team Kanada, das Deutschland mit Felix Neureuther und Viktoria Rebensburg hauchdünn schlug. „Man tritt hier natürlich schon an, um sich dementsprechend zu präsentieren und Gas zu geben“, sagte Neureuther, der sein Duell ebenso wie Rebensburg gewann. „Die Enttäuschung ist schon groß.“ Die Deutschen waren unter dem Strich bei 2:2 nur um 0,05 Sekunden langsamer.

Norwegen auch kein Stolperstein

Im Viertelfinale traf Österreich auf Norwegen. Brem stellte gegen Nina Löseth mit einer starken Fahrt auf 1:0. Hirscher bezwang auf dem blauen Kurs seinen Kontrahenten Leif Kristian Haugen und sorgte damit bereits für die Vorentscheidung. Kirchgasser fixierte gegen Ragnhild Mowinckel vorzeitig den Aufstieg ins Semifinale. Die erste ÖSV-Niederlage des Tages von Nösig gegen Sebastian Foss-Solevaag tat daher nicht mehr weh. Ein Duell mit der Schweiz in der Runde der letzten vier war der Lohn für eine gute Vorstellung der Österreicher.

Marcel Hirscher (AUT) überschreitet die Ziellinie

APA/AP/Marco Trovati

Marcel Hirscher gewann alle seiner vier Läufe

Mikaela Shiffrin und Ted Ligety dagegen schieden mit dem US-Team bei der Heim-WM im Viertelfinale aus. Das 1:3 der enttäuschten Amerikaner gegen Schweden kam ebenso überraschend wie der neuerliche Erfolg der Kanadier über Italien - ebenfalls mit 3:1.

Sieg über Schweiz bringt Medaille

Brem gegen Michelle Gisin und Hirscher im Zweikampf mit Gino Caviezel sorgten gegen die Eidgenossen neuerlich für eine 2:0-Führung. Diesmal musste Kirchgasser im dritten Lauf gegen Wendy Holdener aber eine Niederlage hinnehmen. Nun kam es auf den Teambewerb-Debütanten Nösig an. Dem vierten Schweizer Justin Murisier ließ der 29-jährige Tiroler keine Chance. Eine Medaille für Österreich war damit fix. Ob es Gold oder Silber werden würde, entschied sich im großen Finale gegen die große Überraschung des Bewerbs, die bärenstarke Equipe aus Kanada.

Finale gegen Kanada nichts für schwache Nerven

Brem zog in der Entscheidung im ersten Lauf gegen Erin Mielzynski den Kürzeren. Hirscher stand demnach im Aufeinandertreffen mit Phil Brown schon ziemlich unter Druck. Der 25-jährige Salzburger zeigte einmal mehr eine beeindruckende Vorstellung und bewies wie schon in den Läufen davor Nerven aus Stahl. Nach Hirschers Ausgleich kam es zum Duell zwischen Kirchgasser und Candace Crawford. Den blauen Kurs nutzte die 29-jährige Salzburgerin zur 2:1-Führung. Nösig gegen Trevor Philp lautete die finale Paarung - und der Österreicher rettete in einem dramatischen Finish den Sieg über die Ziellinie.

WM-Teambewerb in Vail/Beaver Creek

Finale:
Österreich Kanada 3:1
Eva-Maria Brem Erin Mielzynski 0:1
Marcel Hirscher Phil Brown 1:0
Michaela Kirchgasser Candace Crawford 1:0
Christoph Nösig Trevor Philp 1:0
Kleines Finale:
Schweden Schweiz 3:1
Anna Swenn-Larsson Wendy Holdener 1:0
Andre Myhrer Gino Caviezel 1:0
Maria Pietilä-Holmner Michelle Gisin 1:0
Mattias Hargin Justin Murisier 0:1
Semifinale:
Österreich Schweiz 3:1
Eva-Maria Brem Michelle Gisin 1:0
Marcel Hirscher Gino Caviezel 1:0
Michaela Kirchgasser Wendy Holdener 0:1
Christoph Nösig Justin Murisier 1:0
Kanada Schweden 2:2 *
Erin Mielzynski Maria Pietilä-Holmner 1:0
Phil Brown Mattias Hargin 0:1
Candace Crawford Anna Swenn-Larsson 1:0
Trevor Philp Andre Myhrer 0:1
Viertelfinale:
Österreich Norwegen 3:1
Eva-Maria Brem Nina Löseth 1:0
Marcel Hirscher Leif Kristian Haugen 1:0
Michaela Kirchgasser Ragnhild Mowinckel 1:0
Christoph Nösig Sebastian Foss-Solevaag 0:1
Schweiz Frankreich 3:1
Schweden USA 3:1
Kanada Italien 3:1
Achtelfinale:
Österreich Argentinien 4:0
Eva-Maria Brem Salome Bancora 1:0
Marcel Hirscher Sebastiano Gastaldi 1:0
Michaela Kirchgasser Nicol Gastaldi 1:0
Christoph Nösig Tomas Birkner De Miguel 1:0
Norwegen Slowenien 3:1
Frankreich Russland 3:1
Schweiz Kroatien 2:2 *
USA Finnland 3:1
Schweden Tschechien 4:1
Kanada Deutschland 2:2 *
Italien Großbritannien 3:1
* Bessere Zeiten

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