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Erneute Weitenjagd in Vikersund

Der Slowene Peter Prevc hat am Samstag mit Erreichen der Traummarke von 250 Metern die Tür in eine neue Dimension des Skifliegens aufgestoßen, doch die Bestmarke hielt nur einen Tag. Anders Fannemel holte am Sonntag in Vikersund den Weltrekord mit einem Flug auf 251,5 Meter nach Norwegen zurück. Den Tagessieg sicherte sich aber der konstantere deutsche Weltmeister Severin Freund.

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Freund übertraf mit 237,5 und 245,0 Metern (deutscher Rekord) den Lokalmatador Fannemel (251,5/202,0) um 42,7 Punkte. Fannemel, der in die Fußstapfen der früheren norwegischen Rekordler Björn Einar Romören (239,0) und Johan Remen Evensen (246,5) trat, vermochte nach seinem Rekordflug im Finale nichts Ähnliches zu bieten.

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Lokalmatador Anders Fannemel sorgte für einen Weltrekordjubel

Der 23-Jährige wurde in der Tageswertung von Freund abgefangen. Der Deutsche ist mit nun fünf Saisonsiegen der erfolgreichste Springer der Saison, im Weltcup ist er Gesamtdritter und in der Skiflug-Wertung liegt der Kulm-Gewinner voran.

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Severin Freund entriss dem neuen Weltrekordler noch den Sieg

Prevc mit Problemen, Poppinger stark

Prevc hatte am Sonntag Probleme. In der Qualifikation verschlug es ihm nach der Landung bei 130 Metern einen Ski, und der 22-Jährige kam zu Sturz. Im ersten Durchgang kam Prevc auf 217 Meter, nach nur 110 Metern im Finale blieb ihm aber nur der 16. Platz. Er baute deshalb seine Weltcup-Führung vor dem abwesenden Salzburger Stefan Kraft nur auf 57 Punkte aus. Freund hat als Dritter 102 Punkte Rückstand.

Anders Fannemel (NOR), Severin Freund (GER) und Andre Forfang (NOR) bei der Siegerehrung

GEPA/Daniel Goetzhaber

Severin Freund mit den Norwegern Anders Fannemel und Johann Andre Forfang

Manuel Poppinger war als einziger Springer des ÖSV-WM-Aufgebots am Start und steigerte sich gegenüber Samstag deutlich. Als Siebenter (203,5/192,0) erreichte er sein bisher bestes Weltcup-Resultat und übertraf den achten Platz vom Kulm 2014. Der Tiroler wird aber erst zu den Großschanzenbewerben in der zweiten Woche zur WM nach Falun reisen. Ulrich Wohlgenannt und Simon Greiderer schafften es ebenfalls ins Finale, mussten sich aber mit den Rängen 29 und 30 begnügen.

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Manuel Poppinger flog zu seinem bisher besten Weltcup-Resultat

Wassiliew-Flug als Herausforderung

Fannemel schwebte nach dem Rekordflug auf Wolke sieben. „Ich habe nicht gedacht, dass man weiter als 250 Meter fliegen kann. Dann habe ich den Sprung von Dimitri Wassiliew auf 254 Meter gesehen. Das war die Herausforderung. Die Bedingungen waren perfekt, und ich habe den besten Sprung meines Lebens gezeigt“, erklärte der Norweger. Der Russe Wassiliew war in der Qualifikation bei der Rekordweite von 254 Metern gestürzt und belegte schließlich nur den 23. Rang.

Freund hatte sich nach dem vierten Platz am Samstag eine Steigerung vorgenommen. „Ich bin zum Schluss gekommen, dass alles etwas extremer sein muss. Der zweite Sprung geht entweder auf oder ich lande auf dem Vorbau. Das war ein irres Gefühl, noch einmal eine völlig andere Dimension. Ich habe mich schon gefragt, wie man bei 251 Metern den Sprung noch stehen kann“, sagte der Bayer und meinte, er wolle diese Emotionen zur WM mitnehmen.

Weltcup-Skifliegen in Vikersund

Sonntag-Bewerb:
1. Severin Freund GER 237,5/245,0 436,7
2. Anders Fannemel NOR 251,5*/202,0 394,0
3. Johann Andre Forfang NOR 214,0/219,0 374,6
4. Rune Velta NOR 210,0/200,5 347,2
5. Noriaki Kasai JPN 184,0/240,5 347,0
6. Michael Neumayer GER 203,0/209,5 333,4
7. Manuel Poppinger AUT 203,5/192,0 332,6
8. Markus Eisenbichler GER 216,5/180,0 332,3
9. Jurij Tepes SLO 191,5/214,0 331,1
10. Andreas Stjernen NOR 230,5/160,0 317,5
11. Daiki Ito JPN 170,0/210,0 301,7
12. Nejc Dezman SLO 180,5/201,0 293,8
13. Shohei Tochimoto JPN 175,0/206,0 290,0
14. Marinus Kraus GER 203,0/142,0 270,2
15. Piotr Zyla POL 215,5/132,0 267,7
16. Peter Prevc SLO 217,0/110,0 246,9
17. Jernej Damjan SLO 134,0/200,5 232,9
18. Aleksander Zniszczol POL 172,5/148,0 217,6
19. Taku Takeuchi JPN 162,5/130,0 195,3
20. Antonin Hajek CZE 137,0/156,0 180,0
21. Stephan Leyhe GER 135,0/150,5 178,7
22. Vincent Descombes Sevoie FRA 131,5/156,0 174,6
23. Dimitri Wassiliew RUS 156,5/117,0 166,8
24. Junshiro Kobayashi JPN 151,0/117,0 155,4
25. Kento Sakuyama JPN 134,0/135,0 154,5
26. Robert Kranjec SLO 132,0/143,0 152,5
27. Anze Semenic SLO 146,5/124,0 151,2
28. Gregor Deschwanden SUI 138,0/118,0 149,8
29. Ulrich Wohlgenannt AUT 126,0/123,0 125,8
30. Simon Greiderer AUT 126,0/115,0 124,5
Nicht im Finale dabei:
37. Markus Schiffner AUT 100,0 37,3

* Weltrekord

In der Qualifikation out: Florian Altenburger (AUT), Clemens Aigner (AUT)

Samstag-Bewerb:
1. Peter Prevc SLO 237,5/250,0 438,8
2. Anders Fannemel NOR 236,0/238,5 424,3
3. Noriaki Kasai JPN 218,5/225,0 395,5
4. Severin Freund GER 210,0/219,5 381,9
5. Andreas Stjernen NOR 226,0/212,0 375,9
6. Dimitri Wassiliew RUS 225,5/219,5 371,2
7. Kenneth Gangnes NOR 220,0/211,0 367,0
8. Daiki Ito JPN 209,5/214,0 360,6
9. Taku Takeuchi JPN 211,0/210,0 357,0
10. Johann Andre Forfang NOR 210,5/206,0 353,9
11. Michael Neumayer GER 207,5/206,5 350,1
12. Piotr Zyla POL 198,5/212,0 349,7
13. Markus Eisenbichler GER 204,5/204,0 347,5
14. Jurij Tepes SLO 194,5/206,0 342,7
15. Tom Hilde NOR 205,5/198,0 336,3
16. Marinus Kraus GER 210,5/194,0 332,1
17. Nejc Dezman SLO 188,0/209,0 326,1
18. Philipp Sjöen NOR 205,0/195,5 315,3
19. Daniel-Andre Tande NOR 201,5/183,0 308,9
20. Gregor Deschwanden SUI 180,5/200,0 304,1
21. Rune Velta NOR 174,5/200,0 298,3
22. Ulrich Wohlgenannt AUT 187,0/194,0 295,3
23. Anders Jacobsen NOR 180,5/189,5 292,2
24. Manuel Poppinger AUT 187,0/190,0 291,9
25. Stephan Leyhe GER 165,0/197,0 286,1
26. Anze Semenic SLO 216,0/165,5 283,2
27. Ole Marius Ingvaldsen NOR 181,0/173,5 265,2
28. Kento Sakuyama JPN 159,0/143,0 207,4
29. Pius Paschke GER 164,5/138,0 193,8
30. Harri Olli FIN 169,5/115,0 170,1
Nicht im Finale dabei:
34. Simon Greiderer AUT 153,5 92,4
In der Qualifikation out: Markus Schiffner, Clemens Aigner, Florian Altenburger (alle AUT)

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