Grazer verpatzen Frühjahrsstart
Der Start von Puntigamer Sturm Graz ins Frühjahr der tipico-Bundesliga ist am Samstag mit einem 3:3 gegen Schlusslicht SC Wiener Neustadt enttäuschend verlaufen. Zwar mussten die Steirer angesichts eines 0:2-Pausenrückstands noch froh über den Punkt sein, der späte Ausgleich der Gäste brachte nach einer echten Aufholjagd aber schließlich doch einen Rückschlag im Kampf um einen Europacup-Platz.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Mann des Abends war Wr. Neustadts schwedischer Neo-Stürmer Philip Hellquist, der mit einem Doppelpack (7., 36.) den Abgang von Stefan Maierhofer vergessen machte. Sturms Aufholjagd wurde durch Rückkehrer Roman Kienast (50.) eingeleitet. Michael Madl (58.) und Martin Ehrenreich (82.) ließen die Grazer zwischenzeitlich an drei Punkte denken, Dominik Hofbauers erster Bundesliga-Treffer zerstörte diese Hoffnung aber in der 89. Minute.

GEPA/David Rodriguez Anchuelo
Hellquist sorgte mit einem Doppelpack für eine 2:0-Pausenführung der Gäste
Sturm, das zwar dominierte und vor allem für defensive Schnitzer bestraft wurde, liegt weiter auf Platz fünf, ist nun aber bei einem Spiel weniger punktegleich mit der Austria. Wr. Neustadt liegt weiter drei Punkte dem Vorletzten Admira Wacker Mödling, der am Sonntag gegen Rapid 1:1 spielte.
Blitzstart für Wr. Neustadt dank Hellquist
Während in Grödig Spiele abgesagt werden mussten, durften die Fans vor dem Anpfiff erst den Rasensprenger in Aktion bestaunen, wenig später das überraschende 0:1. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schlossen die Gäste den Konter mit einer Flanke von Kristijan Dobras und einem Kopfball von Hellquist ab und hätte kurz danach fast auf 2:0 erhöht: Dobras lupfte den Ball nach einen neuerlichen Sturm-Fehler aber nicht nur über Christian Gratzei, sondern auch am Tor vorbei (10.).
Auf der Gegenseite verhinderte Thomas Vollnhofer per Fußabwehr gegen Thorsten Schick den Ausgleich (12.), die Hausherren rissen das Spiel nun an sich und dokumentierten das mit 78 Prozent Ballbesitz bis zur Pause. Ein Tor blieb Sturm aber vorerst versagt. Bright Edomwonyi schoss den Ball nach schöner Körpertäuschung und aus wenigen Metern weit drüber (19.), Vollnhofer musste in der Folge bei einem Weitschuss von Daniel Offenbacher (21.) eingreifen und durfte sich nach einem Schuss von Marko Stankovic bei der Latte bedanken (23.).
Wie aus dem Nichts bauten die Niederösterreicher dank Hellquist, der im Konter Lukas Spendlhofer stehen ließ und mit einem platzierten Schuss ins Kreuzeck abschloss, die Führung aber aus. Wieder war dem Treffer ein vermeidbarer Ballverlust im Mittelfeld vorausgegangen.
Kienast-Tor startet Sturms Aufholjagd
Sturm-Trainer Franco Foda setzte sofort ein Zeichen, holte Offenbacher in der 39. Minute vom Feld und verhalf Rückkehrer Kienast zum ersten Einsatz für die „Blackys“ seit 14. Dezember 2011. Der Wiener brach nach der Pause auch den Bann, ließ erst Conor O’Brien am Sechzehner stehen und läutete mit dem Anschlusstreffer die Aufholjagd ein (50.).
Vorerst rettete Vollnhofer mit einer Glanzparade noch gegen Stankovic (52.), Madls präziser Kopfball aus schrägem Winkel segelte aber über den Goalie hinweg zum 2:2 ins Tor (58.). Sturm hatte das Heft weiterhin in der Hand und durfte dank Ehrenreich noch jubeln: Der Außenverteidiger konnte nach Pass der kurz zuvor eingewechselten Schalke-Leihgabe Donis Avdijaj ruhig einschießen (82.).
Vor dem finalen Schock bewahrte das die Gastgeber aber nicht: Hofbauer nutzte eine missglückte Kopfabwehr und sorgte mit einem Halbvolley aufs lange Eck für das 3:3 (89.). Bereits in der Nachspielzeit vergab Avdijaj dann per Kopf den Matchball.
Stimmen zum Spiel:
Franco Foda (Sturm-Trainer): „In der ersten Hälfte hatten wir viele Torchancen, die man einfach nützen muss. Aus drei Chancen der Neustädter sind zwei Tore gefallen. Im Umschaltspiel nach Ballverlust haben wir uns sehr schlecht verhalten. Nach der 3:2-Führung darf man dieses Gegentor nicht mehr bekommen, da muss man mit Haut und Haar verteidigen. Mit dem Eintausch von Roman Kienast wollte ich neue Akzente setzen. Insgesamt kann ich nicht zufrieden sein, solche Kontertore darf man nicht bekommen, wenn man international spielen will. Wir haben noch 16 Endspiele für einen Europacup-Platz.“
Helgi Kolvidsson (Wr.-Neustadt-Trainer): „Wir haben in der ersten Hälfte sehr effektiv nach Ballgewinn gespielt. In der zweiten hätten wir uns in der Anfangsphase besser bewähren müssen. Das 2:2 war ein Schock für die Mannschaft. Am Ende ein Kompliment an sie, da war einiges, worauf wir aufbauen können. Hellquist hat sich so präsentiert, wie wir ihn im Training erlebt haben.“
Tipico-Bundesliga, 21. Runde
Samstag:
Sturm Graz - Wiener Neustadt 3:3 (0:2)
UPC-Arena, 7.750 Zuschauer, SR Schüttengruber
Torfolge:
0:1 Hellquist (7.)
0:2 Hellquist (36.)
1:2 Kienast (50.)
2:2 Madl (58.)
3:2 Ehrenreich (82.)
3:3 Hofbauer (89.)
Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Madl, Spendlhofer, Klem - Hadzic, Offenbacher (39./Kienast) - Schick, M. Stankovic (74./Piesinger), Gruber - Edomwonyi (81./Avdijaj)
Wr. Neustadt: Vollnhofer - T. Kainz, Susac, Sereinig, Prettenthaler - Dobras (70./Ranftl), O’Brien, Freitag, Denner (84./Tieber) - Hellquist, Rauter (41./Hofbauer)
Gelbe Karten: Gruber, Offenbacher, Ehrenreich, Madl bzw. Freitag
Die Besten: Madl, Klem, Kienast bzw. Hellquist, Dobras
Links: