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Holzhauser führt Violette zum Sieg

Die Austria hat das 312. Wiener Derby am Sonntag mit 2:1 für sich entschieden. Obwohl Rapid vor 11.000 Zuschauern in der Generali-Arena durch Steffen Hofmann (17.) früh in Führung gegangen war, mussten die Hütteldorfer nach sieben Bundesliga-Partien ohne Niederlage diesmal als Verlierer vom Platz gehen. Die Innenverteidiger Lukas Rotpuller (45.+4) und Vance Sikov (84.) trafen jeweils nach Vorarbeit des bei der Austria überragenden Raphael Holzhauser zum Heimsieg.

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Ob der schon angezählte Coach Gerald Baumgartner damit den Kopf aus der Schlinge gezogen hat, wird man am Montag bei der Austria-Aufsichtsratssitzung erfahren. Zumindest kehrten die Favoritner mit dem zweiten Derby-Saisonerfolg nach dem 3:2 vom November auf die Siegerstraße zurück. Zuletzt hatte man gegen Wr. Neustadt und Sturm Graz verloren. Rapid wiederum vergab die Chance, mit einem Sieg bis auf sechs Punkte an Salzburg heranzukommen.

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Sikov gelang per Kopf der entscheidende Treffer im 312. Derby

Jubilar Hofmann schießt Rapid in Front

In der Vorbereitung auf sein sportliches Schicksalsspiel hatte Baumgartner schon angekündigt, die vakante rechte Außenverteidigerposition mit Christian Ramsebner zu besetzen. Der in den letzten Monaten kaum eingesetzte Defensivmann begann ebenso nervös und fahrig wie die meisten seiner Teamkollegen. Rapid startete auch nicht gerade überragend, wirkte im Spielaufbau aber aus naheliegenden Gründen ruhiger und selbstbewusster. Als Louis Schaub (6.) nach Flanke von Thomas Schrammel volley an die linke Außenstange schoss, hatte die hochgradig nervöse Austria Glück.

Jubel von Rapid mit Torschütze Steffen Hofmann

APA/Herbert Neubauer

Hofmann hatte Rapid mit seinem Führungstor in eine sehr gute Position gebracht

Damit sollte es für die Baumgartner-Elf aber bald vorbei sein. Nach einer Viertelstunde ohne Höhepunkte, dafür mit viel Kampf, Krampf, Fehlpässen und violetten Missverständnissen, brachte Hofmann die Gäste mit 1:0 (17.) in Führung. Einen schrecklichen Fehler des von Schaub bedrängten Austrianers Tarkan Serbest nutzte der Deutsche in seinem 450. Match für Rapid eiskalt aus, zog im Strafraum aus halblinker Position mit rechts ab und traf in die rechte Kreuzecke. War die Stimmung in der Generali-Arena vorher bereits gedämpft gewesen, schlug sie nun endgültig in Enttäuschung, Wut und Frust um.

Austria-Ausgleich praktisch mit Pausenpfiff

Auf der Nordtribüne kam es zu Rangeleien, weil sich einige Rapid-Fans beim Torjubel bemerkbar gemacht hatten. „Baumgartner raus“- Rufe hallten schon durch das Stadion, als der wohl auch intern schon zum Abschuss freigegebene Trainer nach 28 Minuten Raphael Holzhauser für den nervlich bedienten Unglücksraben Serbest brachte. Mit einem nicht ungefährlichen Weitschuss und einer abgerissenen Flanke, die sich fast über Rapid-Goalie Jan Novota ins Tor gesenkt hätte, führte sich Holzhauser gleich gut ein. Ansonsten blieb die Austria schwach.

Austrias Lukas Rotpuller schießt ein Tor gegen Rapid

GEPA/Christian Ort

Rotpuller reagierte kurz vor der Pause nach einem Abpraller am schnellsten

Bei einem schönen Weitschuss von Florian Kainz (45.) streckte sich der beim Gegentor chancenlos gewesene Austria-Keeper Heinz Lindner zu einer Glanzparade. Angeführt vom starken Hofmann hatte Rapid bis zur vierten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte alles im Griff. Dann schlug Holzhauser einen Freistoß hoch in den Strafraum, wo Rapid-Innenverteidiger Mario Sonnleitner den Ball unglücklich auf Novota ablenkte. Der Abpraller fiel Rotpuller vor die Füße, der aufgerückte Verteidiger schoss geitesgegenwärtig zum Ausgleich ein.

Rapid überlässt Austria das Spiel

Dass Schiedsrichter Oliver Drachta überhaupt so lange nachspielen ließ, hatte Rapid-Coach Barisic schon vor dem 1:1 verärgert. Nach dem Seitenwechsel ging es mit wieder beruhigten Gemütern, aber auch auf unverändert bescheidenem Niveau weiter. Baumgartner ersetzte nach 51 Minuten den offenbar leicht angeschlagenen, in jedem Fall aber schwach gebliebenen Alexander Gorgon durch Philipp Zulechner. Wie zuvor Holzhauser brachte auch der zweite Neue etwas mehr Schwung in die violetten Offensivbemühungen. Marco Meilinger (58.) verstolperte nach Vorarbeit von Holzhauser eine der seltenen guten Gelegenheiten.

Bei den Hütteldorfern, die sich aus schwer nachvollziehbaren Gründen immer weiter zurückfielen ließen, kam nach einer Stunde Philipp Schobesberger für Schaub. Die Violetten blieben in dieser Phase dennoch am Drücker. Ein direkter Freistoß von Holzhauser (63.) strich nur knapp über das linke Kreuzeck. Aggressives Pressing zwang die Grün-Weißen immer wieder zu Ballverlusten, nur im Konter blieb Rapid ansatzweise gefährlich - und natürlich bei Standardsituationen von Hofmann, der einen Freistoß (67.) über die Latte zirkelte.

Hektisches Finish mit violettem Happy End

Dann war Hofmanns Arbeitstag beendet. Bereits von der Bank aus sah der Rapid-Kapitän, wie der starke Holzhauser mit einem herrlichen Weitschuss (68.) in Novota seinen Meister fand. Nach Dominik Wydra für Hofmann brachte Barisic dann noch Stürmer Deni Alar als letzten „Joker“ statt Stefan Schwab. Gemeinsam mit ihm verließ Ramsebner den Platz, weil der Austrianer nach einer Attacke gegen Schobesberger zu Recht Gelb-Rot gesehen hatte. Der Gefoulte hätte dann beinahe die Führung für Rapid erzielt, schoss aber aus kurzer Distanz über das Tor.

Die Schlussviertelstunde hatte einiges an Hektik und kleinen Gehässigkeiten zu bieten, berauschend wurde das Match aber auch im Finish nicht. Die Austria schien das Siegestor intensiver zu suchen als die mit dem Punkt zufrieden wirkenden Hütteldorfer. Und als schon viele mit einer Punkteteilung rechneten, wurden die „Veilchen“ für ihr zunehmendes Engagement doch noch belohnt. Holzhauser brachte einen Freistoß von der linken Seite in den Fünfmeterraum, wo Innenverteidiger Sikov am höchsten sprang und wuchtig zum 2:1-Siegestor für die Austria einköpfelte. In der 93. Minute donnerte der Rapidler Thanos Petsos noch einen Schuss an die rechte Stange.

Harald Hofstetter, ORF.at

Tipico-Bundesliga, 24. Runde

Sonntag:

Austria - Rapid 2:1 (1:0)

Wien, Generali Arena, 11.000 Zuschauer, SR Drachta

Torfolge:

0:1 (17.) S. Hofmann
1:1 (45.+4) Rotpuller
2:1 (84.) Sikov

Austria: Lindner - Ramsebner, Sikov, Rotpuller, Suttner - Serbest (28./Holzhauser), Holland - De Paula, Grünwald, Meilinger (88./Stronati) - Gorgon (52./Zulechner)

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, M. Hofmann, Schrammel - Petsos, Schwab (73./Alar) - Schaub (60./Schobesberger), S. Hofmann (67./Wydra), F. Kainz - Beric

Gelb-Rote Karte: Ramsebner (72./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Holland bzw. Schwab, Petsos, Pavelic, M. Hofmann

Die Besten: Holzhauser, Rotpuller bzw. Novota, S. Hofmann

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