Tepes macht Freund zum Triumphator
Severin Freund hat nach dem wohl dramatischsten Finale im Skisprung-Weltcup aller Zeiten mit dem letzten Sprung hauchdünn den Gesamtsieg gewonnen. Der Deutsche landete am Sonntag nur auf Rang sieben, doch das reichte, weil Halbzeitleader Peter Prevc um 2,8 Punkte von seinem slowenischen Landsmann Jurij Tepes bezwungen wurde.
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Freund und Prevc wiesen jeweils 1.729 Zähler in der Gesamtwertung auf, Freund gewann nach 31 Einzel-Bewerben nur aufgrund von mehr Siegen - der Deutsche feierte insgesamt neun Saisonsiege, der Slowene drei. Tepes hatte das mit einem sensationellen 244-Meter-Flug und einer Wertung von fünfmal 20,0 beim Satz vom vierten Rang zum Sieg aber ermöglicht. Für Prevc, der schon im Vorjahr Gesamtzweiter war, bedeutete die kleine Kristallkugel für den Skiflug-Weltcup wohl nur einen schwachen Trost.
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Mit seinem Flug auf 244 Meter kürte Tepes Freund zum Gesamtsieger
Dritter deutscher Gesamtsieger
Freund kürte sich als erster Deutscher seit Martin Schmitt 2000 zum Champion. Der 26-Jährige ist der dritte Deutsche nach Jens Weißflog (1984/DDR) und Schmitt (1999 und 2000), dem der Traum vom Gewinn des Gesamtweltcups gelang. Für Freund bedeutete das etwas glückliche Ende den Schlusspunkt hinter seine mit Abstand erfolgreichste Saison: Bei der WM in Falun hatte er Gold von der Großschanze sowie im Mixed und Silber vom kleinen Bakken geholt.
Viel hätte allerdings nicht gefehlt, und Prevc hätte Freund noch die Butter vom Brot genommen. Der Deutsche war mit 94 Punkten Vorsprung nach Slowenien gereist. Doch mit den Rängen vier am Freitag und sieben am Sonntag hätte es beinahe nicht gereicht für den Schützling des österreichischen DSV-Cheftrainers Werner Schuster. Zwar hätte Prevc schon noch aus eigener Kraft mit einem Tagessieg gewinnen können, aber der Sensationsflug von Tepes vermasselte Prevc den ersten Gesamtsieg eines Slowenen seit Primoz Peterka 1998.
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Die Aufholjagd beim Saisonfinale blieb für Prevc unbelohnt
„Ich bin sehr dankbar, stolz und demütig“
„Gesamtweltcupsieger hört sich ziemlich cool an. Jetzt habe ich ihn. Es ist das, was ich immer gewinnen wollte, und unglaublich, dass ich das am Ende einer solchen Saison geschafft habe“, sagte Freund nach dem Herzschlagfinale. „Es war die größte Saison meiner Karriere. Ich bin sehr dankbar und stolz und auch ein wenig demütig.“
Nach Sprüngen auf 222,5 und 226 Meter schien der Bayer schon geschlagen, denn bei einem Sieg von Prevc, der zur Halbzeit vorne lag, hätte er mindestens Dritter werden müssen. „Da war die Sache für mich durch“, schilderte er seine Gefühlslage. Doch dann flog Tepes im Finale noch zum Sieg. „Dass Jurij so einen Sprung macht und Gregor Schlierenzauer mich noch vorbeilässt - damit hatte ich nicht mehr gerechnet“, meinte Freund. Schlierenzauer war vom fünften auf den neunten Platz zurückgefallen.
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Ein Sprung auf 226 Meter im Finale reichte Freund für die große Kugel
Zum extrem knappen Ausgang fand Freund tröstende Worte für Prevc, der für seinen zweiten Flug auch viermal die Höchstnote von 20,0 erhalten hatte: „Extrem unfassbar. Ich hätte es gerne nicht so spannend gemacht, aber er war hier auf der Schanze brutal stark, und ich bin nicht so zurechtgekommen“, sagte Freund. „Wenn zwei Leute die gleiche Punktezahl haben, hätten es beide verdient, oben zu stehen.“
Würdiger Saisonabschluss von Kraft
Schon vor dem Herzschlagfinale in Planica hatte ÖSV-Adler Stefan Kraft seine Chancen verspielt. Der 21-jährige Salzburger, der sich sensationell zum Sieger bei der Vierschanzentournee gekürt hatte, landete am Ende mit 1.578 Punkten 151 Zähler hinter Freund und Prevc auf dem dritten Rang. In den Einzel-Bewerben beendete Kraft mit den Rängen drei am Freitag und vier am Sonntag die Saison aber würdig. Auch Michael Hayböck als Sechster am Sonntag und Gesamtfünfter durfte zufrieden bilanzieren.
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Für Kraft gab es einen würdigen Saisonabschluss in Planica
„Es waren auf jeden Fall noch einmal zwei coole Flüge. Es war eine coole Saison, der Abschluss war perfekt“, meinte Kraft. „Es war auch extrem spannend, ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt, wer vorne ist. Es ist schade, dass es der eigene Mann einem jetzt wegnimmt (Tepes vor Prevc, Anm.), aber Severin hat es sich verdient.“ ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin zum enorm knappen Ausgang: „Es ist sportlich entschieden worden, und so muss es auch bleiben. Und Gott sei Dank ist es auch im Skispringen so.“
Für den 53-fachen Weltcup-Sieger Gregor Schlierenzauer, der im letzten Bewerb Neunter wurde, reichte es am Ende zum zehnten Gesamtrang und nur einen Weltcup-Sieg: Für den erfolgsverwöhnten Tiroler natürlich nicht das Gelbe vom Ei. Nach dem 228,5-Meter-Flug im ersten Durchgang freute er sich über „einen der besseren Flüge. So gesehen ist Planica sicherlich ein würdiger Abschluss.“ Schlierenzauer hat aber höhere Ansprüche. „Es stimmt noch nicht so ganz - weder von der Technik, noch vom Material her. Man muss die Saison analysieren und schauen, warum es nicht funktioniert hat.“
Weltcup-Finale in Planica
| Endstand: |
| 1. |
Jurij Tepes |
SLO |
230,5/244,0 |
436,4 |
| 2. |
Peter Prevc |
SLO |
236,5/233,5 |
433,6 |
| 3. |
Rune Velta |
NOR |
230,5/226,5 |
418,2 |
| 4. |
Stefan Kraft |
AUT |
229,5/229,5 |
415,7 |
| 5. |
Kamil Stoch |
POL |
235,0/222,5 |
412,5 |
| 6. |
Michael Hayböck |
AUT |
225,0/232,0 |
410,1 |
| 7. |
Severin Freund |
GER |
222,5/226,0 |
409,9 |
| 8. |
Noriaki Kasai |
JPN |
223,5/229,0 |
405,5 |
| 9. |
Gregor Schlierenzauer |
AUT |
228,5/218,0 |
401,0 |
| 10. |
Piotr Zyla |
POL |
222,5/220,5 |
391,5 |
| 11. |
Anders Fannemel |
NOR |
226,0/214,0 |
386,7 |
| 12. |
Daiki Ito |
JPN |
207,5/217,5 |
378,4 |
| 13. |
Robert Kranjec |
SLO |
214,5/214,5 |
374,6 |
| 14. |
Jarkko Määttä |
FIN |
209,0/213,0 |
364,1 |
| 15. |
Johann Andre Forfang |
NOR |
210,0/209,0 |
363,3 |
| 16. |
Manuel Fettner |
AUT |
218,0/206,0 |
360,2 |
| 17. |
Andreas Stjernen |
NOR |
211,5/203,5 |
356,7 |
| 18. |
Jernej Damjan |
SLO |
207,5/201,5 |
354,4 |
| 19. |
Michael Neumayer |
GER |
206,5/210,5 |
354,1 |
| 20. |
Vincent Descombe Sevoie |
FRA |
206,0/202,5 |
348,2 |
| 21. |
Anders Jacobsen |
NOR |
204,5/206,0 |
347,2 |
| 22. |
Markus Eisenbichler |
GER |
196,0/206,5 |
342,9 |
| 23. |
Richard Freitag |
GER |
198,5/205,0 |
339,2 |
| 24. |
Roman Koudelka |
CZE |
205,5/197,0 |
338,4 |
| 25. |
Nejc Dezman |
SLO |
190,5/202,0 |
325,6 |
| 26. |
Manuel Poppinger |
AUT |
192,5/197,0 |
325,0 |
| 27. |
Gregor Deschwanden |
SUI |
197,0/198,0 |
323,0 |
| 28. |
Taku Takeuchi |
JPN |
194,5/192,5 |
321,2 |
| 29. |
Lauri Asikainen |
FIN |
193,5/196,0 |
316,3 |
| 30. |
Matjaz Pungertar |
SLO |
186,5/192,5 |
304,7 |
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