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„Unter dem Strich sehr erfolgreich“

Die erste Saison der Ära Heinz Kuttin als Cheftrainer der österreichischen Skispringer ist Geschichte. Und die Bilanz des Kärntners fällt durchaus positiv aus. Mit Stefan Kraft stellte Rot-Weiß-Rot den Sieger der Vierschanzentournee, auch bei der WM in Falun eroberten seine Springer Medaillen. „Unter dem Strich waren wir sehr erfolgreich“, sagte Kuttin nach seiner Premierensaison.

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Die Ausgangslage war nach dem Abgang von Erfolgstrainer Alexander Pointner nach zehn Jahren für Kuttin schwierig - vor allem, weil mit Thomas Morgenstern, davor Martin Koch und im Zuge der Saison auch Wolfgang Loitzl gleich drei Leistungsträger früherer Jahre ihren Rücktritt vom aktiven Sport erklärten. Und obwohl auch Rekord-Weltcup-Sieger Gregor Schlierenzauer nie zu seiner absoluten Topform fand und „nur“ einen Saisonsieg feierte, so gab es doch einige emotionale Höhepunkte für die österreichischen Springer.

Zimmerkollegen als Teamleader

Mit den beiden Youngsters Kraft und Michael Hayböck haben zwei ÖSV-Athleten rechtzeitig den endgültigen Durchbruch geschafft. Beide waren zwischenzeitlich auch Träger des Gelben Trikots. „Ich bin sehr zufrieden. Es war für mich ein Kennenlernen von allen Situationen, auch was Athleten und Betreuer betrifft. Wir haben ja auch drei Ausfälle verkraften müssen. Aber mit Kraft und Hayböck haben wir wieder zwei neue Topspringer, die auch Weltcup-Siege geschafft haben“, so Kuttin im Gespräch mit der APA.

Stefan Kraft (AUT)

GEPA/Christian Walgram

Kraft hob in dieser Saison so richtig in die Weltspitze ab

Die beiden Zimmerkollegen trieben sich gegenseitig zu Höchstleistungen, die in dem überraschenden Sieg von Kraft bei der Vierschanzentournee gipfelte. Der Salzburger kämpfte sogar fast bis zum Schluss um die große Kristallkugel mit. „Stefan hat eine super Saison gehabt. Er hat Pech gehabt, dass ihm beim Wettkampfsprung in Trondheim ein Bindungsteil bricht, als er top am Weg war. So hat er dort nach dem Wettkampf statt 50 Punkten Vorsprung 46 Punkte Rückstand gehabt. Das war absolut der Knackpunkt, hätte er das nicht gehabt, würde es ganz anders ausschauen“, so Kuttin im Rückblick.

Mannschaftliche Stärke fehlt

Dennoch dürfe man sich nicht auf derartige Gedankenspielereien einlassen. „Unter dem Strich sind wir zufrieden. Wir wissen, wo wir die Arbeit ansetzen müssen - und das werden wir tun“, sagte Kuttin, der diese Woche noch die Saison analysieren wird. „Das Manko, das wir noch haben, ist sicher, dass wir zu den drei Topathleten wieder mehr junge Athleten heranführen können, damit wir auch im Nationencup mehr Punkte sammeln können“, so der Kärntner, dessen Truppe in der Mannschaftswertung nur auf dem dritten Platz gelandet ist. „Das ist auch die Aufgabe von der Trainingsgruppe II, dass wir da stärker werden.“

Die enorme Dichte im Feld trug ihr Übriges dazu bei. Nicht weniger als 13 verschiedene Sieger brachte diese Saison hervor. Wie knapp es an der Spitze herging, bewies das dramatische Finale zwischen dem Deutschen Severin Freund und dem Slowenen Peter Prevc in Planica. Freund holte sich nur aufgrund der höheren Anzahl an Siegen (9:3) die Kristallkugel vor dem punktegleichen Slowenen (1.729 Punkte) ab. „Das hat gezeigt, dass du top sein hast müssen, damit du in die Top Ten springst. Man sieht, wie Material und Athletik zusammenspielen müssen, damit du ganz vorne dabei bist“, sagte Kuttin.

„Sehe sehr viel Potenzial“

Zwei Silber-WM-Medaillen durch Schlierenzauer von der Großschanze bzw. mit dem Team und Bronze durch Kraft von der Normalschanze, insgesamt fünf Weltcup-Siege (drei Kraft, je einer von Hayböck und Schlierenzauer), aber keinen in den fünf Team-Bewerben - so lautet die weitere Bilanz des ÖSV-Teams. Kuttin hat jedenfalls beide Varianten im Skispringen bzw. Sport überhaupt erlebt: „Wie leicht alles vonstatten geht, wenn man in einen Lauf reinkommt und wie schwierig es ist, wenn man ständig am Arbeiten ist und selbst im Wettkampf noch etwas probiert.“ Die Erkenntnis daraus: „Du hast keine Chance, ganz vorne dabei zu sein, wenn du es im Wettkampf nicht laufen lassen kannst und dich voll auf die Freude des Skispringens konzentrierst.“

Für den früheren Betreuer von Morgenstern gibt es daher auch einen klaren Grund, weiterarbeiten zu wollen: „Ich sehe da sehr viel Potenzial. Wir haben ein, zwei Dinge, die wir besser machen können, das wollen wir auch. Dann hoffen wir, dass wir von Anfang an erfolgreich reinstarten, dann kann man mit viel mehr Selbstvertrauen arbeiten.“ Das Gesamtniveau der Mannschaft müsse wieder besser werden. Hauptziel für die Saison 2015/16 ist neben dem Gesamtweltcup und der Vierschanzentournee natürlich die Skiflug-WM im eigenen Land.

Vollauf zufrieden ist freilich auch der Aufsteiger Kraft. „Ich habe in diesen jungen Jahren mit 21 schon so viel erleben dürfen, die Tournee und zwei WM-Medaillen gewonnen - also eine perfekte Saison. Ich bin sehr happy mit dem dritten Rang, Peter (Prevc) und ‚Sevi‘ (Freund) waren einfach ein bisserl stärker und konstanter.“ Nun ist der Salzburger ganz froh, dass es vorüber ist. „Ich freue mich auf nächstes Jahr. Jetzt werde ich einmal genießen und realisieren, was ich heuer alles geschafft habe.“

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