Der Blick bleibt zielgerichtet
Österreichs Nationalteam steht vor einem der wichtigsten Jahre seit langem. Wenn am 12. Oktober mit dem Heimspiel gegen Liechtenstein die EM-Qualifikation beendet wird, dann soll als Belohnung ein Ticket zur Endrunde nach Frankreich gelöst sein. Bis dahin hat das ÖFB-Team aber noch sechs schwierige Spiele zu absolvieren - darunter auswärts in Schweden, Russland und Montenegro.
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Die Chancen, dass erstmals eine EM-Teilnahme auf sportlichem Weg geschafft wird, stehen zu Beginn des Länderspieljahres nicht schlecht. Nach vier Spielen führt Österreich in der Gruppe G mit vier Punkten Vorsprung - Schweden, Russland und Montenegro liegen bereits fünf Zähler zurück. So erfreulich diese Ausgangslage auch ist, davon blenden lassen sich die ÖFB-Teamspieler nicht. Der Blick ist weiter zielgerichtet und wird von der Tabellensituation auch nicht beeinflusst.
„Es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Da kann viel oder sogar alles passieren. Wichtig wird sein, dass uns das bewusst ist. Wir müssen konzentriert bleiben und Spiel für Spiel spielen“, gab David Alaba die Marschroute vor. Auch Aleksandar Dragovic warnt vor zu frühem Optimismus und einer Nachlässigkeit in der Konzentration. „Es liegt noch ein harter Weg vor uns. Wir haben noch nichts erreicht“, stellte der Kiew-Legionär unmissverständlich klar.

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Für Marko Arnautovic ist die EM in Frankreich noch Zukunftsmusik
Arnautovic erst „im Flieger zufrieden“
Selbst Marko Arnautovic gibt sich im Zusammenhang mit Österreichs Chancen auf eine EM-Teilnahme zurückhaltend. „Auch, wenn wir derzeit auf dem besten Platz stehen, ist das Ziel noch lange nicht erreicht. Es wäre schon zu viel gesagt, wenn wir sagen würden, es schaut gut aus. Sonst sitzen wir im Juni wieder in irgendeinem Cafe und schauen Frankreich gegen Spanien. Das will keiner.“
Einem Torerfolg im ÖFB-Team läuft der 25-Jährige seit Juni 2012 hinterher. Persönliche Erfolge stellt der Stoke-Legionär, der auch über eine Vorlage froh wäre, aber hinten an. „Das Wichtigste ist, der Mannschaft zu helfen“, sagte Arnautovic, der mit dem Erreichten noch nicht zufrieden ist. „Wir müssen weiter die Konzentration behalten. Zufrieden können wir erst sein, wenn wir im Flieger nach Frankreich sitzen. Als Team können wir das schaffen.“
„Das Kollektiv macht uns stark“
Gerade die Geschlossenheit und der Teamgeist könnten für Österreich ausschlaggebend sein, um die EM-Quali erfolgreich über die Bühne zu bringen. Selbst den Ausfall von Schlüsselspieler Alaba beim 1:0-Heimsieg gegen Russland konnte die Mannschaft von Coach Marcel Koller kompensieren. „Das hat mich sehr stolz gemacht. Auch wenn ich nicht dabei bin, haben wir sehr gute Einzelspieler, die Spiele entscheiden können. Das Kollektiv macht uns stark“, sagte Österreichs vierfacher Fußballer des Jahres.
Alaba sieht dabei auch durchaus Parallelen zwischen Bayern München und dem ÖFB-Team. Neben dem guten Pressing ist auch der Glaube an die eigenen Stärken gewachsen und damit das Vertrauen, jedem Gegner Paroli bieten zu können. „Wir hatten vor Brasilien Respekt, aber keine Angst. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Diese Mentalität ist mittlerweile drinnen“, sagte der 22-Jährige und ergänzte: „Wir wollen diesen Weg zusammen gehen. Wir sind eine junge und ehrgeizige Mannschaft, die erfolgreich sein will.“

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Für David Alaba und Aleksandar Dragovic zählt nur das Liechtenstein-Spiel
Auswärtsspiele als EM-Schlüssel
Eine erfolgreiche EM-Quali wird auch stark damit zusammenhängen, ob das ÖFB-Team in der Fremde die entsprechenden Punkte sammeln kann. „Wir spielen gegen die Topmannschaften noch auswärts“, brachte Arnautovic die Ausgangslage auf den Punkt. Aber auch in diesem Bereich hat sich die Nationalmannschaft gesteigert. Zuletzt gelangen drei Auswärtssiege. Gegen Liechtenstein soll diese Serie fortgesetzt werden.
Auch das Annehmen der Favoritenrolle und die daraus resultierenden Erwartungen sind kein Problem. „Das haben wir uns in den letzten Jahren hart erarbeitet“, sagte Alaba. Überheblichkeit ist aber nicht angebracht. Auch gegen Liechtenstein gilt volle Konzentration. „Wir stehen vor einem wichtigen Spiel, das wir gut gestalten und in dem wir drei Punkte holen wollen. Am Ende der EM-Qualifikation können wir dann weiterreden“, will sich Dragovic mit dem Thema Endrunde in Frankreich noch nicht beschäftigen.
Christian Wagner, ORF.at
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