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„Ein starkes Stück“

Bei der Generalversammlung des Österreichischen Karatebundes (ÖKB) ist am Sonntag in St. Pölten kein Stein auf dem anderen geblieben. Zuerst wurde der langjährige Präsident Karl Hillinger (OÖ) abgewählt und durch Georg Rußbacher (SBG) ersetzt. Und die erste Amtshandlung des neuen Vorstandes war die Kündigung des kompletten Trainerteams und von Sportdirektor Ewald Roth.

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„Meine Abwahl hat sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet, hier gab es eine Absprache zwischen mehreren Bundesländern“, erklärte Hillinger am Montagnachmittag in einer Aussendung. „Aber das Trainerteam abzuberufen, das dafür verantwortlich ist, dass wir in den vergangenen Jahren noch nie dagewesene Erfolge hatten, ist schon ein starkes Stück.“ Insbesondere, da das nicht einmal eineinhalb Jahre vor Heim-WM in der Linzer Tips Arena (25. bis 30. Oktober 2016) geschah. „Das ist wohl die schlechteste Entscheidung, die man treffen konnte“, so Hillinger.

Karate-Sportdirektor Ewald Roth

GEPA/Christian Ort

Ewald Roth ist nicht länger Sportdirektor des Karatebunds

Das Trainerteam um Sportdirektor Roth wurde außerdem von Rußbacher nach Ausspruch der Kündigung aufgefordert, auf Urlaub zu gehen, obwohl sich die beiden Europameisterinnen Bettina Plank und Alisa Buchinger derzeit auf die European Games in Baku (ab 11. Juni) vorbereiten. Roth, der weiterhin Leiter des Organisationsvereins der WM und oberösterreichischer Landestrainer ist, kündigte aber im Gespräch mit der APA bereits an, dass man die Sportler „nicht im Stich lassen“ werde.

Trainerteam entlassen

Neben dem Sportdirektor, der maßgeblichen Anteil am WM-Zuschlag von Linz und am Aufschwung des heimischen Karatesports hatte, wurden auch die Kumite-Bundestrainer Manfred Eppenschwandtner (Buchinger-Coach), Dragan Leiler und Juan Luis Benitez (Plank-Coach) vor die Tür gesetzt. Kata-Bundestrainer Marco Kassmannhuber werde, wie Präsident Rußbacher am Sonntag ankündigte, seine Kündigung schriftlich erhalten.

Rußbacher, der sich mit 55 Prozent der Delegiertenstimmen gegen Hillinger durchgesetzt hatte, beschrieb die Kündigungen im Gespräch mit der APA nur als „formellen Akt“. Da einige Positionen schön seit längerem neu ausgeschrieben worden seien und die Trainerneubestellungen „schon bis nächste Woche Dienstag“ erfolgen sollen, würden die Sportler in ihrer Vorbereitung auf Baku „nicht belastet“.

„Verband auf neue Beine stellen“

Es könnten sich auch alle bisherigen Trainer genauso wie Sportdirektor Roth für ihre Position wieder bewerben. Es gehe nur darum, dass alle im Hinblick auf die Heim-WM 2016 neue Dienstverträge bekommen sollen. „Ich will den Verband auf neue, geordnete Beine stellen und ein vernünftiges Arbeiten ermöglichen“, betonte Rußbacher. „Es wird sich nichts verschlechtern. Salzburg ist im Karate seit Jahren federführend, diesen Erfolg werden wir jetzt auf ganz Österreich ausdehnen“, versprach der neue ÖKB-Präsident.

Roth war seit 2005 ÖKB-Sportdirektor. In seiner Amtszeit holte die Salzburgerin Buchinger (Kumite bis 68 kg) im Vorjahr in Bremen mit Bronze Österreichs erste WM-Medaille seit 2002. Außerdem durfte sich Österreich heuer in Istanbul durch die Triumphe von Buchinger und der Vorarlbergerin Plank (bis 50 kg) über die ersten EM-Titel in der ÖKB-Geschichte freuen. Und die Summe an Sportfördergeldern, die der Verband pro Jahr erhält, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt.

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