Prinz Ali einziger Herausforderer
Nach zwei Verzichtserklärungen binnen weniger Stunden hat Joseph Blatter nur noch einen Gegner bei seiner wahrscheinlichen Wiederwahl als Präsident des Fußballweltverbandes (FIFA). Sowohl Michael van Praag als auch Luis Figo zogen am Donnerstag ihre Kandidatur zurück.
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Während der Niederländer Van Praag acht Tage vor der Abstimmung beim FIFA-Kongress in Zürich seinen Rückzug mit der Unterstützung für den letzten noch verbliebenen Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein begründete, übte Figo scharfe Kritik am Verband und am Amtsinhaber.

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2001 überreichte Joseph Blatter Luis Figo die Trophäe für den Weltfußballer
Figo spricht von „Diktatur“
Er stehe noch immer zu seinen Ideen und seinem Wunsch, die FIFA aktiv zu erneuern, so Figo. „Und ich stehe zur Verfügung, wenn man mir beweisen kann, dass wir nicht unter einer Diktatur leben“, schrieb der Portugiese in einem langen Statement, das er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. Der 42-Jährige kritisierte den Wahlprozess als Abstimmung zur Macht eines einzelnen Mannes - „etwas, das ich nicht bereit bin, mitzumachen“.
In den vergangenen Monaten habe er bei seinen Reisen nicht nur den Wunsch nach Veränderungen gespürt. Er habe Vorfälle erlebt auf der ganzen Welt, „die jeden beschämen sollten, der frei, sauber und demokratisch sein will“. Seine Entscheidung sei getroffen: „Ich stehe nicht zur Verfügung, für das, was eine Wahl des FIFA-Präsidenten genannt wird“, betonte Figo.
Van Praag unterstützt Hussein
Dessen Bekanntgabe ist nur wenige Stunden erfolgt, nachdem Van Praag seinen Verzicht erklärt hatte. Mit dem Schulterschluss wollen der Jordanier Hussein und Van Praag eine fünfte Amtszeit des umstrittenen Blatter noch verhindern. „Nach gründlicher Überlegung und Reflexion mit mehreren Beteiligten, hat sich Michael van Praag entschieden, seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zurückzuziehen und die Kräfte mit Präsidentschaftskandidat Prinz Ali Hussein zu bündeln“, hieß es in einer Pressemitteilung des Wahlkampfteams des niederländischen Verbandschefs.
Bisher hatten alle Bewerber ihre Autonomie betont. Dennoch wurde allgemein davon ausgegangen, dass es Strategie der Blatter-Gegner sein werde, am Ende nicht mit einem Trio anzutreten und sich dadurch gegenseitig Stimmen wegzunehmen. Figo galt ohnehin nur noch als Streichkandidat in einem ersten Urnengang, da sich die europäischen Verbände nun wohl hinter Hussein vereinen werden.
Wahl am Freitag kommender Woche
Die 209 FIFA-Mitgliedsländer wählen den neuen Chef am Freitag kommender Woche. Ein erneuter Sieg Blatters gilt angesichts der Unterstützung des Schweizers aus Afrika und Asien als nahezu sicher - unabhängig aller Personalentscheidungen seiner Konkurrenz. Letztlich wird es für diese nur noch darum gehen, möglichst viele Stimmen zu bekommen, um die Position des 79-Jährigen symbolisch zu schwächen. Offenbar traut die Koalition der Blatter-Gegner eher dem 39-jährigen FIFA-Vizepräsidenten Hussein zu, dieses Minimalziel zu erreichen.

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Bisher war Prinz Ali bin al-Hussein Vizepräsident von Joseph Blatter
Van Praag gilt als einer der profiliertesten Kritiker Blatters. Vor dem FIFA-Kongress 2014 in Sao Paulo hatte er bei einer UEFA-Sitzung das Wort ergriffen und den im Saal anwesenden Schweizer zum Rückzug aufgefordert. Das hatte Blatter später als schlimmste Brüskierung in seiner Funktionärslaufbahn bezeichnet. Der 67-jährige Van Praag wollte nur eine Amtszeit als FIFA-Chef fungieren, um eine Erneuerung des skandalumwitterten Weltverbandes einzuleiten. Die FIFA hatte er als „Hort der Unordnung“ bezeichnet, der „ständig unter Verdacht von Interessenkonflikten, Vetternwirtschaft und Korruption“ stünde.
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