Themenüberblick

Mercedes gibt Tempo vor

Mit Pfiffen der Fans hat am Donnerstag die klassische Formel-1-Woche in Monaco begonnen. Über eine Stunde war im Nachmittagstraining wegen Regens kein Auto auf der Strecke, die wenigen Zuschauer bekamen bei nur 15 Grad insgesamt wenig zu sehen. Für die Bestzeit in beiden Sessions sorgte Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes), die Überraschung des Tages war Max Verstappen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der erst 17-jährige Niederländer war der einzige Fahrer im Feld, der zuvor noch keinen Rennmeter im Fürstentum gefahren war. Dennoch wurde der Rookie am Vormittag mit nur 0,149 Sekunden Rückstand Zweiter hinter Hamilton. Es war eine weitere Talentprobe des Sohns des früheren Formel-1-Piloten Jos Verstappen.

Max Verstappen beim Training

APA/EPA/Srdjan Suki

Verstappen zeigte mit den Rängen zwei und sieben auf

Verstappens STR10 ist das bisher wohl gelungenste Auto von Toro Rosso, das im zehnten Jahr seines Bestehens steht und vom Österreicher Franz Tost als Teamchef geführt wird. „Wir haben ein wirklich wettbewerbsfähiges Auto, das sehr kontrollierbar ist, und beide Fahrer machen einen super Job“, lobte Tost. Das Juniorteam kann dem kriselnden großen „Bruder“ Red Bull auch im Fürstentum Konkurrenz machen. „Ich sehe keinen Grund, warum wir hier nicht einige Punkte holen sollten“, sagte Tost.

Unmut unter den Zuschauern

15 Minuten war am Nachmittag die zweite 90-Minuten-Session alt, als Nachzügler Roberto Merhi auf dem am ersten Trainingstag sowieso immer besonders rutschigen Straßenkurs im Fürstentum an der Cote d’Azur mit einem Unfall in seinem Manor für rote Flaggen sorgte. Gleichzeitig begann es zu regnen.

Regen beim Training in Monaco

Der Regen ist der große Spielverderber bei den freien Trainings für den Grand Prix von Monaco gewesen. Lewis Hamilton durfte sich zwar über die Bestzeit freuen, große Erkenntnisse brachte Tag eins im Fürstentum aber nicht.

Nachdem am Freitag wie üblich Formel-1-Ruhetag in Monaco ist und die Wetteraussichten für das Wochenende gut sind, verzichteten die Teams zur Enttäuschung der Fans auf Longruns mit Regenreifen. Die erstmals verwendeten Supersofts kamen noch nicht zum Einsatz.

Erst in den letzten zehn Minuten gab es zumindest sporadisch wieder Autos mit Intermediate-Reifen auf der Strecke zu sehen, da hatte es bereits vereinzelt Pfiffe von den Tribünen gegeben. Insgesamt schaffte kein Fahrer am Nachmittag mehr als 20 Runden. „Das Wochenende wird trocken. Es hätte keinen Sinn gemacht, hier im Regen herumzurutschen“, sagte Mercedes-F1-Aufsichtsratschef Niki Lauda.

Hamilton lässt sich nicht beirren

Lewis Hamilton ließ sich von den Umständen nicht beirren und erzielte in beiden 90-Minuten-Einheiten Bestzeit. „Im Nassen ist das hier die schwierigste Strecke“, erklärte der Weltmeister die lange Untätigkeit. Der Engländer hatte bisher im Fürstentum zwar nicht viel Glück, fuhr aber seit dem Aus vergangenes Jahr in Spa (Belgien) zwölfmal in Serie auf das Podest.

Sebastian Vettel beim Training

APA/AP/Luca Bruno

Vettel blieb nur die Rolle des ersten Mercedes-Verfolgers

Während Vorjahressieger Nico Rosberg seinen Leitplankenstreifer vom Vormittag („Ich habe eine neue Linie ausprobiert. Das Team meinte aber, die bringt nichts“) mit Rang zwei ausbügelte, kam Sebastian Vettel auf Platz drei. Der Ferrari-Pilot hat in Malaysia für den einzigen Nicht-Mercedes-Sieg gesorgt und will weiter Druck auf die Silberpfeile machen. Der letzte Ferrari-Sieger in Monaco war Michael Schumacher im Jahr 2001.

Es war bezeichnend, dass der vom Nichtstun gelangweilte Vierfachweltmeister im Auto Notizen auf einen Zettel schrieb. „Ich hatte nichts zu tun und habe aufgeschrieben, was ich nachher nicht vergessen will“, erklärte Vettel. „Ich habe einfach versucht, die Zeit sinnvoll zu nützen. Schade um das zweite Training, denn es ist normalerweise ausschlaggebender. Es hat aber praktisch nicht stattgefunden. Wie erwartet, ist Mercedes aber auch hier sehr schnell.“

Räikkönen auf dem Schleuderstuhl

Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen wurde Vierter und musste in Monaco wieder einmal seine Zukunft erklären. Angeblich soll der 35-Jährige bald schon ausgerechnet von seinem finnischen Landsmann Valtteri Bottas ersetzt werden.

„Obwohl wir beide Finnen sind, kennen wir uns nicht so gut“, sagte Räikkönen bei der Fahrerpressekonferenz über Bottas. Und ergänzte: „Es scheint jedes Jahr so, egal, bei welchem Team ich gerade bin, dass ich rausgeworfen werde oder keinen neuen Vertrag mehr bekomme. Ich bin nicht besorgt“, versicherte er.

Sorgen hat man hingegen bei Red Bull. In Monaco greifen Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat schon auf die vierte Antriebseinheit zurück, bald schon wird es also Strafen geben. Die hat Lotus-Fahrer Romain Grosjean schon sicher. Der mittlerweile zweifache Vater wird wegen eines verbotenen Getriebewechsels in der Startaufstellung fünf Plätze nach hinten gereiht.

Grand Prix von Monaco

Zweites Freies Training:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:17,192
2. Nico Rosberg GER Mercedes 1:17,932
3. Sebastian Vettel GER Ferrari 1:18,295
4. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:18,543
5. Daniil Kwjat RUS Red Bull 1:18,548
6. Carlos Sainz ESP Toro Rosso 1:18,659
7. Max Verstappen NED Toro Rosso 1:18,782
8. Fernando Alonso ESP McLaren 1:18,906
9. Nico Hülkenberg GER Force India 1:19,151
10. Romain Grosjean FRA Lotus 1:19,266
11. Sergio Perez MEX Force India 1:19,300
12. Felipe Massa BRA Williams 1:19,560
13. Valtteri Bottas FIN Williams 1:19,566
14. Pastor Maldonado VEN Lotus 1:19,577
15. Jenson Button GBR McLaren 1:19,606
16. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 1:19,639
17. Felipe Nasr BRA Sauber 1:20,263
18. Roberto Merhi ESP Manor 1:22,017
19. Will Stevens GBR Manor 1:22,943
20. Marcus Ericsson SWE Sauber keine Zeit
Erstes Freies Training:
1. Lewis Hamilton GBR Mercedes 1:18,750
2. Max Verstappen NED Toro Rosso 1:18,899
3. Daniel Ricciardo AUS Red Bull 1:19,086
4. Sebastian Vettel GER Ferrari 1:19,134
5. Carlos Sainz ESP Toro Rosso 1:19,245
6. Pastor Maldonado VEN Lotus 1:19,454
7. Daniil Kwjat RUS Red Bull 1:19,520
8. Kimi Räikkönen FIN Ferrari 1:19,679
9. Nico Rosberg GER Mercedes 1:19,762
10. Felipe Massa BRA Williams 1:19,766
11. Fernando Alonso ESP McLaren 1:19,791
12. Jenson Button GBR McLaren 1:20,202
13. Romain Grosjean FRA Lotus 1:20,274
14. Sergio Perez MEX Force India 1:20,619
15. Nico Hülkenberg GER Force India 1:20,784
16. Felipe Nasr BRA Sauber 1:20,857
17. Valtteri Bottas FIN Williams 1:20,917
18. Marcus Ericsson SWE Sauber 1:21,219
19. Will Stevens GBR Manor 1:23,234
20. Roberto Merhi ESP Manor 1:23,404

Links: