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Strategiegruppe ohne Ergebnisse

Offenbar haben selbst viele Teamchefs in der Formel 1 die Zeichen der Zeit erkannt. Nachdem auch die jüngste Strategiesitzung viele Vorschläge, aber keine Beschlüsse gebracht hatte, sprachen sich auch die Bosse großer Teams in Monaco für die Rückkehr zu einer „diktatorischen“ Führung der Königsklasse aus. Bernie Ecclestone und FIA-Chef Jean Todt sollen das Heft wieder fester in die Hand nehmen.

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Eine Woche nach dem jüngsten Treffen der Strategiegruppe, bei dem die Weichen für 2017 hätten gestellt werden sollen, gingen die Wogen bei einer Pressekonferenz mit den Teamchefs hoch. Als Christian Horner von Red Bull von einem „konstruktiven Meeting“ sprach, platzte Robert Fernley von Force India der Kragen. „Das muss ein anderes Meeting gewesen sein. In 18 Monaten haben wir uns auf keine Form der Kostenkontrolle einigen können. Nichts Fundamentales der Formel 1 wurde angesprochen, wir haben fast zwei Jahre Arbeit hinter uns mit praktisch null Ergebnis.“

„Teams werden sich nie einig sein“

Fernley sprach damit einerseits die speziell aus Sicht der kleineren Teams so wichtige Aufteilung der TV- und Werbegelder an, machte aber auch das grundsätzliche Problem öffentlich. Jedes Team verfolgt die eigenen Interessen, Beschlüsse sind damit kaum möglich. Seinerzeit mit Ecclestone und dem damaligen FIA-Chef Max Mosley wäre das anders gewesen, meinte Fernley. „Nicht die Teams sollen die Entscheidungen treffen. Sondern sie sollten gesagt bekommen, was zu tun ist.“

Christian Horner (Infiniti Red Bull Racing)

GEPA/XPB Images/Batchelor

Horner glaubt nicht, dass sich die Teams auf Regeln einigen können

Horner stimmte dem prinzipiell zu. „Nie und nimmer werden sich die Teams über Regeln einig. Ich denke, Bernie und Jean sollten festlegen, wie sie sich das Produkt Formel 1 vorstellen und uns dann die Anmeldeformulare zusenden. Jeder kann dann selbst entscheiden, ob er mitmacht oder nicht.“ Auch Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost gab sich illusionslos: „Diese Strategiegruppe wird niemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Bernie und Jean sollten entscheiden, was wir zu tun haben. Sie sollten die Teams erst gar nicht fragen, denn die werden sich nie einig sein.“

Das sieht man bei einigen Teampartnern offenbar ähnlich. Denn auch Cyril Abiteboul vom Red-Bull-Antriebslieferanten Renault gefiel die Idee. „Wir brauchen eine starke Führung, die aus nur wenigen Leuten besteht.“ Paul Hembery vom Reifenhersteller Pirelli meinte: „In keinem Sport sollten die involvierten Konkurrenten in entscheidende Änderungen involviert sein. Das müssen die FIA und die FOM machen.“

Wolff warnt vor Rückkehr zur Diktatur

Als einziger Warner trat Toto Wolff von Mercedes auf. „Wir dürfen unseren Sport nicht schlechtreden“, sagte der Wiener zum wiederholten Male. „Jetzt wünschen wir uns eine Diktatur. Aber ich sehe uns heute schon in zwei Jahren wieder hier sitzen und jammern, dass alles in die falsche Richtung geht“, meinte Wolff, den auch die undichten Stellen ärgern. „Was immer wir in der Gruppe diskutieren, es steht zehn Minuten später in den Medien - oder noch früher. Wir versuchen die Autos gerade fünf oder sechs Sekunden schneller zu machen. Aber jede unserer Lösungen ist angeblich scheiße“, alterierte sich Wolff.

Toto Wolff

APA/EPA/Srdjan Suki

Wolff hält nichts davon, die Formel 1 „schlechtzureden“

Bei so viel Uneinigkeit ist in Monaco womöglich das Ende dieser Strategiegruppe, der nur die Top-Sechs-Teams angehören, angestoßen worden. „Außer dass die Piloten 2015 nur noch einen Helm tragen sollen, haben wir eigentlich nichts beschlossen. Das ist wirklich kein Erfolg“, bekannte Horner. Und am Ende hielt Tost fest: „Formel 1 ist Unterhaltung. Die Fans wollen Kämpfe und Überholmanöver sehen. Die Verantwortlichen sollten also zusammenkommen und schauen, wie sie das ändern können. Aber es passiert nichts. Wir haben zu viele Diskussionen und sinnlose Sitzungen.“

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