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Sechs Landeshauptstädte in Liga zwei

Mit Austria Salzburg und Austria Klagenfurt sind zwei Traditionsclubs in den österreichischen Profifußball zurückgekehrt. Die Erste Liga wird in der kommenden Saison überhaupt zum stärksten Unterhaus aller Zeiten. Gleich sechs Clubs kommen aus Landeshauptstädten - rechnet man die Red-Bull-Dependance Liefering dazu, sind es sogar sieben.

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Nach einer 1:2-Niederlage im burgenländischen Parndorf schafften die Klagenfurter mit einem 4:1-Erfolg nach Verlängerung am Dienstag im Rückspiel noch die Wende. 4.500 Zuschauer im Wörthersee-Stadion ließen erahnen, welches Potenzial im Kärntner Hauptstadtclub vorhanden ist. Was die Lizenz betrifft, mussten beide Teams „nachsitzen“, erhielten diese erst in zweiter Instanz. In Salzburg hatte das infrastrukturelle Gründe, in Klagenfurt wirtschaftliche. Die Probleme wurden behoben und Österreichs zweithöchste Spielklasse ist um zwei Vereine mit altbekannten Vereinsnamen reicher.

Sky Go Erste Liga 2015/16

  • Wiener Neustadt (Absteiger)
  • Liefering *
  • LASK
  • Kapfenberg
  • St. Pölten
  • Innsbruck
  • Austria Lustenau
  • Floridsdorfer AC
  • Austria Salzburg (Aufsteiger)
  • Austria Klagenfurt (Aufsteiger)

* nicht aufstiegsberechtigt

Fünf Traditionsclubs in der Ersten Liga

Die Erste Liga wird damit einmal mehr aufgewertet, mit dem LASK, Wacker Innsbruck und St. Pölten kämpfen ja drei weitere Traditionsclubs aus Landeshauptstädten nächste Saison um die Rückkehr in die Bundesliga. Den FAC miteingerechnet, rittern ab sofort also sogar sechs Vereine aus Landeshauptstädten um den Einzug in die höchste Spielklasse. In der Bundesliga sind mit den beiden Wiener Großvereinen Rapid und Austria, Double-Gewinner Salzburg und Sturm Graz im Vergleich dazu nur vier Clubs aus Landeshauptstädten aktiv.

Austria Salzburg, das seine Heimstätte im Salzburger Stadtteil Maxglan hat, wurde nach dem Einstieg von Red Bull im Jahr 2005 von einer Handvoll Fans neu gegründet. Nach zehn Jahren haben die Verantwortlichen rund um Obmann Walter Windischbauer und Sportchef Gerhard Stöger die „Rückkehr“ in den Profifußball geschafft. Sie profitierten davon, dass der Regionalliga-West-Meister dieses Jahr fix in die Erste Liga aufstieg. In der vergangenen Saison hatten die Salzburger in der Relegation noch im Duell mit dem FAC mit 2:2 und 0:3 den Kürzeren gezogen.

Lukas Katnik (Austria Salzburg) jubelt vor feiernden Fans

GEPA/Hans Osterauer

Die Salzburger lagen sich nach dem Aufstieg mit den Fans in den Armen

Fans packen bei Austria Salzburg mit an

Dass die Salzburger in der kommenden Saison überhaupt Profifußball spielen können, verdanken sie auch ihren Fans. Die Heimstätte in Maxglan sowie das Ausweichstadion in Schwanenstadt konnten erst mit Hilfe von Spenden und dem Mitanpacken der Anhänger bundesligatauglich gemacht werden. Weil die heimische MyPhone-Arena nur 1.600 Zuschauern Platz bietet, wollen die Salzburger aus wirtschaftlichen Gründen kommende Topspiele wie gegen den LASK oder Innsbruck in Schwanenstadt austragen. Die Austria darf wie schon in der Regionalliga mit Zuschauerzuspruch rechnen, zu hoffen bleibt, dass Ausschreitungen wie beim Cupspiel gegen Sturm aber ausbleiben.

Die Klagenfurter haben durch ihr Antreten in der EM-Arena in Klagenfurt keine infrastrukturellen Probleme. Das Wörthersee-Stadion wurde in der laufenden Saison auch zur Festung, in 15 Partien gab es 13 Siege und zwei Remis bei einem Torverhältnis von 36:8, dazu kam der entscheidende Erfolg in der Relegation am Dienstag.

Svetits zurück auf der Showbühne Profifußball

Bei den Kärntnern fungiert mit Peter Svetits ein alter Bekannter als Präsident. Der 57-Jährige war in der Vergangenheit als Sportchef beim GAK, der Wiener Austria oder auch in Wiener Neustadt tätig. „Für die Stadt Klagenfurt und ganz Kärnten ist es schön, mit einem zweiten Verein im Profifußball vertreten zu sein“, sagte der 2011 angetretene Svetits. Für die Erste Liga sind die Klagenfurter auch ohne Transfers gerüstet. „Wir müssen nur kleine Kaderkorrekturen vornehmen, die Mannschaft hat die entsprechende Qualität“, ist Svetits überzeugt.

Peter Svetits (Präsident SV Austria Klagenfurt)

GEPA/Wolfgang Jannach

Comeback eines alten Bekannten: Peter Svetits zieht in Klagenfurt die Fäden

Mit Ersatzgoalie Bartolomej Kuru, Manuel Wallner, Christian Prawda, Sandro Zakany und Ali Hamdemir haben die Klagenfurter einige Spieler mit Bundesliga-Erfahrung im Kader. Noch viel bekannter ist aber ihr Trainer. Der deutsche Manfred Bender war vergangene Saison schon Sportlicher Leiter und führte den Club nun diese Saison als Trainer zum Aufstieg. Der 49-jährige Ex-Bayern-München Spieler hatte in der Saison 2007/08 rund ein halbes Jahr Bundesligist Altach gecoacht.

Klagenfurter Reinkarnation gelungen

Für die Klagenfurter ist es nach dem Regionalliga-Abstieg 2007/08 und der darauffolgenden Insolvenz quasi eine Rückkehr in den Profifußball, rechtlich hat der Meister der Regionalliga Mitte nichts mehr mit seinem 1920 gegründeten Vorgänger zu tun. Durch eine Fusion mit dem insolventen Regionalligaclub St. Stefan im Lavanttal wurde die „alte“ Austria im Jahr 2010 wiederbelebt und gleichzeitig der Einstieg in die dritte Leistungsstufe möglich. Nach vier Jahren im Mittelfeld folgte nun der Meistertitel in der Regionalliga. Klagenfurt erlebt damit fünf Jahre nach dem Aus des Retortenclubs Austria Kärnten die Rückkehr in die Bundesliga.

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