Themenüberblick

„Die einzige und letzte Möglichkeit“

Im Judo geht es bei den Europaspielen in Baku um EM-Medaillen. Nicht nur deswegen hat die Premiere für das neunköpfige ÖJV-Aufgebot einen großen Stellenwert. Ganz besonders trifft das auf Sabrina Filzmoser zu. Die Olympiasiebente von 2012 fiebert den Spielen richtiggehend entgegen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Filzmoser hat sich zwar entschieden, 2016 in Rio noch einen Olympiaanlauf zu nehmen. Bei den zweiten Europaspielen 2019 wird sie aber nicht mehr aktiv sein. „In meinem Fall ist es daher die einzige und letzte Möglichkeit, überhaupt an European Games teilzunehmen. Deswegen habe ich auch zu meinem Trainer gesagt, ich möchte da unbedingt an den Start gehen. Weil das hat persönlich für mich einen extrem hohen Stellenwert.“

Den Stellenwert von Kontinentalspielen andernorts kennt Filzmoser aus dem Trainings- und Wettkampfalltag. „Wir waren immer neidisch auf die Asienspiele, auf die Panamerikanischen Spiele“, sagte sie. „Weil ich genau weiß, was es für die bedeutet, weil ich habe mit den Brasilianern viel Kontakt, mit den Japanern viel Kontakt. Für die ist dort der Erfolg, die Medaille, so wichtig wie bei den echten Olympischen Spielen. Wenn die darüber reden, das ist so motivierend, Enthusiasmus pur.“

Europa fehlt noch der Plan

Das spiegle sich dann auch in der Wertschätzung in der Bevölkerung und bei den Medien wider. „Dafür haben wir in Europa noch sehr wenig Plan“, musste die Oberösterreicherin eingestehen. Zumindest was Judo betrifft, überwiege aber die Zustimmung zu den Europaspielen. „Es geht da um Olympiapunkte. Ein stärkeres Team können wir nicht haben, es kann nicht höherwertiger werden. Das ist bei den anderen Nationen genauso. Da sind die Topleute am Start.“

Dass andere Sportarten bei den Titelkämpfen in Aserbaidschan teilweise bei Weitem nicht so stark wie Judo besetzt sind, sieht Filzmoser eher als Momentaufnahme. „Im Schwimmen und in der Leichtathletik ist es halt noch recht in den Kinderschuhen. Dass es so unterschiedlich ist, wird sich bis zu den nächsten Spielen aber total anders entwickeln. Davon bin ich fest überzeugt“, sagte die je zweifache WM-Dritte und Ex-Europameisterin.

Umdenken bei der Terminplanung

Dafür müsste aber da und dort in einem teilweise gut gefüllten Wettkampfkalender noch ein wenig Platz gefunden werden. Doch speziell im Schwimmen wird in Europa ein langfristiger Aufbau auf ein Großereignis bevorzugt. Das sei laut Filzmoser im Judo auch so gewesen. „Wir haben dann aber in den letzten zwei, drei Jahren umdenken müssen. Dadurch, dass wir so viele Turniere bestreiten müssen, ist so ein langer Block, ein Aufbau nicht mehr möglich.“

Es gebe nun andere Perspektiven als früher mit nur einem Höhepunkt im Jahr. Wenn man da die Europaspiele noch miteinbeziehe, sei es wieder für alle gleich. Natürlich müsse auch das Training adaptiert werden. In Japan laufe die interne Vorbereitung beim Judo so intensiv ab wie es bei den Schwimmern etwa in den USA auch der Fall ist. Filzmoser: „Die das schneller verkraften, schneller regenerieren, teilweise schneller akklimatisieren, die haben gewonnen.“

Links: