„Schweres Foul“ der Olympiasiegerin
Nach nur fünf Tagen ist es vorbei mit dem Frieden zwischen Anna Fenninger und dem Österreichischen Skiverband (ÖSV). Eine Werbekampagne der Olympia- und zweifachen Weltcup- Gesamtsiegerin mit Autohersteller Mercedes, dem direkten Konkurrenten vom langjährigen ÖSV-Sponsor Audi, hat den Streit neu entflammt. Der Verband spricht von Vertragsbruch und schließt Konsequenzen nicht aus.
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In einem Gespräch zwischen Fenninger und deren Manager Klaus Kärcher sowie den ÖSV-Vertretern Hans Pum (Sportdirektor) und Klaus Leistner (Generalsekretär) waren die Wogen der vergangenen Wochen geglättet und Übereinkunft über diverse Streitthemen erzielt worden. In einer gemeinsamen Pressemitteilung gaben sich beide Parteien am vergangenen Dienstag versöhnt. Freundschaftlich sei das Gespräch verlaufen, Fenninger bleibe demnach weiterhin Teil des österreichischen Verbandes.

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Fenninger und Manager Kärcher erhitzen beim ÖSV die Gemüter
Ganzseitige Mercedes-Werbung
Einigkeit herrschte auch über das von Fenninger geforderte private Betreuerteam - Konditionstrainer und Physiotherapeut -, die Kosten dafür sollten zu gleichen Teilen von Fenninger und dem Verband getragen werden. Zu Mercedes, dem wirtschaftlich bedeutendsten Punkt in dem schwelenden Streit, hieß es lapidar: „Das Thema Kopfsponsor konnte einvernehmlich geklärt werden. Details werden zum gegebenen Zeitpunkt gemeinsam bekanntgegeben.“
Eine Woche später ist Feuer am Dach. Eine in österreichischen Printmedien lancierte Werbung der 25-jährigen Salzburgerin mit Mercedes erzürnte die ÖSV-Gemüter, ist den Athleten laut Vertrag die Werbung mit einem konkurrierenden Unternehmen doch strikt untersagt - ungeachtet in welcher Form, ob als Kopfsponsor oder in Form eines ganzseitigen Inserats. Fenningers Management und Mercedes wiederum führten ins Treffen, dass die Kooperation nur im Rahmen von Fenningers Charity-Projekten als Laureus-Botschafterin zustande gekommen sei.
Sportdirektor Pum fassungslos
Sportdirektor Pum, für gewöhnlich um Deeskalierung bemüht, gab sich in einem Ö3-Interview fassungslos. „Mir fehlen die Worte, ich bin bitter enttäuscht. Im Fußball würde man das ein schweres Foul oder Verhöhnung des Gegners nennen. Nach unserem guten Gespräch ist mir das völlig unverständlich. Ich empfinde das als Provokation. Auch gegenüber den anderen Athleten, die unsere Sponsoren brauchen“, sagte der Oberösterreicher. „Das ist nicht fair, unverantworlich, eben eine Verhöhnung.“

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Sportdirektor Pum war außer sich und sprach von Verhöhnung
Laut Pum wurde die Mercedes-Kampagne im damaligen Gespräch mit keinem Wort erwähnt. Der Vertrag wurde dem ÖSV nicht einmal vorgelegt, also ohne dessen Zustimmung besiegelt. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der am runden Tisch mit Fenninger nicht zugegen war, weil er beim Fliegenfischen war, war aus dem Häuschen. „Ich möchte meinen stets diplomatischen Generalsekretär Klaus Leistner zitieren: Jetzt fühle ich mich verarscht“, wurde der 73-jährige Tiroler in der „Kronen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) zitiert.
Sanktionen unausweichlich
Laut Verband wurde Fenninger schlicht vertragsbrüchig, Sanktionen dürften unabdingbar sein. „Wir haben Manager Kärcher und Anna aufgefordert, diese Werbekampagne binnen zwei Tagen zu stoppen. Das kann nicht sein. Und ich werde auch die Präsidentenkonferenz mit diesem Thema beschäftigen“, sagte Schröcknadel. Pum dazu: „Gegen jemanden, der uns ein paar Tage vorher etwas verspricht und dann ganz anders und gegen unsere Partner handelt, werden wir und das Präsidium des Verbandes eine Entscheidung treffen.“
Michael Fruhmann, ORF.at
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