Vorbereitung in Österreich weiter gefragt
Mit Paris Saint-Germain (PSG) hat Österreichs „Camp-Sommer“ auch heuer ein prominentes Aushängeschild. Frankreichs Double-Gewinner um Starstürmer Zlatan Ibrahimovic bringt das höchste Renommee mit, wenn zahlreiche internationale Vereine in ihrer Vorbereitung auf die neue Saison auf die heimischen Fußballplätze vertrauen.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Trotz Vereinen wie PSG, Valencia, Zenit St. Petersburg, Bayer Leverkusen, Dynamo Kiew und Ajax Amsterdam müssen die Veranstalter aber auch mit einem Traum abschließen: Die „Giganten“ im Weltfußball gibt es in Österreich wohl nicht mehr zu sehen. Die Zeiten, in denen Real Madrid seine Zelte in der Steiermark aufschlug, sind vorbei. Auch Dortmund kommt dieses Jahr nicht nach Tirol.

AP/Kin Cheung
Paris Saint-Germain setzt auf die perfekten Trainingsbedingungen in Österreich
Touren in Übersee finanziell einträglicher
Viele Topclubs wählen statt eines Trainingslagers in Österreich die finanziell einträgliche Variante einer ausgedehnten Tour in Übersee. „Es ist schwierig, die ganz großen Namen zu bekommen. Da bestimmt nicht die sportliche Leitung, sondern die Finanzabteilung“, meinte Nikolaus Pichler zur Lage. Der bald 70-Jährige ist seit 1996 mit dem International Football Camp Styria (IFCS) in der Branche tätig. Damals kam AS Roma nach Kapfenberg und brachte viele Fans mit in die Obersteiermark.
Ein Erfolgsrezept, das aufgehen sollte. Stammgast Roma kam ebenso wie Arsenal insgesamt zehnmal in die Steiermark. Noch im Vorjahr waren beide Teams zu Gast. Heuer reisen die Römer Mitte Juli nach Australien und später nach Indonesien. Die Londoner bestreiten ein Turnier in Singapur, wo auch Everton oder Stoke City mit Marco Arnautovic teilnehmen. Englands Meister Chelsea - im Vorjahr in Velden einquartiert - geht im Juli, wie auch der FC Barcelona oder Manchester United, auf eine US-Tour.
„Nur schöne Gegend“ reicht nicht
Asien und die USA sind bei Europas Schwergewichten seit Jahren Wachstumsmärkte im Marketingbereich. Das bekam auch Kirchberg in Tirol zu spüren. 2012 bis 2014 machte Borussia Dortmund in der Vorbereitung samt großem Anhang im Brixental Station. Heuer verpasste der BVB einen CL-Startplatz und geht deshalb im Juli auf einen einwöchigen Asien-Trip mit Stationen in Japan und Malaysia. Real geht in Australien und China auf Tour.

AP/Paul Sancya
„Gemma Ronaldo schauen“: Die Real-Stars sind in Übersee Objekt der Begierde
„Nur mit der schönen Gegend kann man nicht mithalten“, sagte Pichler dazu. Bereits im Vorjahr war Arsenal erst kurzfristig für vier Tage nach Bad Waltersdorf gekommen. Paris war ebenfalls ein Wackelkandidat und entschied sich erst kurzfristig zur Anreise. Da Stegersbach durch St. Petersburg besetzt war, residieren die Franzosen nun in Laa/Thaya.
Stark besetztes Turnier in Salzburg
Freuen darf sich dadurch der Wiener Sportklub. Der Regionalligist darf nach dem Spiel gegen Roma im Vorjahr mit PSG erneut gegen einen prominenten Gegner testen. Das Spiel am 12. Juli ist mit rund 7.400 Zuschauern bereits ausverkauft. Vier Tage zuvor gastiert mit Valencia ein weiterer Spitzenverein in Wien-Hernals. Die in der CL-Qualifikation startenden Spanier halten ihr Trainingslager auf Einladung von Red Bull in der Akademie Liefering ab.
Damit verbunden ist auch Valencias Antritt beim Audi-Quattro-Cup am 11. Juli in Wals-Siezenheim. Neben den Iberern nehmen auch Österreichs Double-Sieger Salzburg, Werder Bremen und Southampton am Turnier teil. Die Salzburger haben dann unmittelbar vor dem Ligastart am 25. Juli mit Bayer Leverkusen (21. Juli) um den ehemaligen „Bullen“-Trainer Roger Schmidt einen weiteren hochkarätigen Gradmesser.
Zehn deutsche Bundesligisten kommen
Leverkusen ist einer von zehn deutschen Bundesligisten, die ihr Quartier in Österreich aufschlagen. Der 1. FC Köln mit Cheftrainer Peter Stöger (Bad Tatzmannsdorf, Kitzbühel) und Eintracht Frankfurt (Neustift, Windischgarsten) reisen sogar zweimal an. Dass gerade deutsche Mannschaften die kurze Anreise und die gepflegte Unterbringung schätzen, ist dabei kein Zufall. „Wir schauen natürlich schon, auf dem deutschen Markt präsent zu sein“, erklärte Pichler.
Dass deshalb die Konkurrenz zwischen den Organisatoren - neben IFCS ist auch die in Leogang beheimatete Agentur Salzburger Land Fußball Camps (SLFC) bestens im Geschäft - umso größer sei, will der Vorreiter aber nicht gelten lassen. Pichler: „Mittlerweile herrscht die Einsicht, dass der Markt groß genug für alle ist. Wenn man einen guten Job macht, kommen alle zu ihren Kunden.“
Links: