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Mit breiter Brust nach Weißrussland

Nach zwölf Jahren Pause spielt mit dem WAC wieder ein Kärntner Club auf der europäischen Bühne. Die Reise nach Weißrussland verspricht zwar nicht den großen internationalen Flair, die Lavanttaler wollen ihr Europacup-Debüt dennoch erfolgreich gestalten. In der zweiten Runde der Qualifikation zur Europa League bekommt es der WAC mit Schachtjor Soligorsk zu tun.

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Das Hinspiel erfolgt am Donnerstag (18.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) im rund 120 Kilometer von Minsk entfernten Soligorsk. Eine Woche später wartet im Klagenfurter Wörthersee-Stadion Teil zwei des Duells. WAC-Trainer Dietmar Kühbauer meinte zur Ausgangslage gegen den Vierten der weißrussischen „Vysschaya Liga“: „Wir fahren mit breiter Brust nach Weißrussland, weil die Mannschaft gut drauf ist. Aber wir müssen dennoch hart arbeiten, damit es kein böses Erwachen gibt.“

Kühbauers Optimismus scheint nicht unbegründet. In den Testspielen zeigte sich seine Mannschaft in Form, schlug zuletzt den russischen Spitzenclub FK Krasnodar (2:1) sowie Schalke 04 (3:1). In der 100.000-Einwohner-Stadt Soligorsk wartet nun aber der Ernstfall. „Freundschaftsspiele sind das eine, Bewerbsspiele das andere“, erkannte Kühbauer. Den Gegner nehme man jedenfalls „extrem ernst“.

WAC-Coach Dietmar Kühbauer

GEPA/Christian Walgram

Trainer Kühbauer will nichts dem Zufall überlassen

„Eine erfahrene Mannschaft“

Der WAC hob Mittwochvormittag mit fast vollständiger Besetzung nach Minsk ab, wo man vor und nach der Partie übernachtete. Nicht dabei war Joachim Standfest. Der im Europacup vielfache erprobte Routinier erlitt in der Vorbereitung eine Rissquetschwunde am Schienbein. Am Montag wurden die Nähte entfernt, der 35-jährige Außenverteidiger soll aber erst in der ersten Runde des ÖFB-Cups am Wochenende aufs Spielfeld zurückkehren.

WAC bereit für Europa League

Die Wolfsberger treffen bei ihrer internationalen Premiere auf Schachtjor Soligorsk und haben nach guter Vorbereitung viel Selbstvertrauen.

Über den weißrussischen Gegner weiß Kühbauer Bescheid. Beobachtet wurde Soligorsk nicht nur via Video, im Erstrundenduell mit Glenavon saß auch Kotrainer Manfred Nastl als Spion auf der Tribüne. „Das ist eine erfahrene Mannschaft, die im Europacup zuletzt immer dabei war. Für uns ist es Neuland, auch wenn das auf dem Spielfeld nichts ändern sollte“, sagte Kühbauer.

Der Star von Soligorsk ist Stürmer Nikolai Janusch (30), der im Frühjahr für Weißrusslands Nationalteam (100. im FIFA-Ranking) debütierte. Ebenfalls im Auge behalten werden sollte Sturmpartner Dimitri Komarowski (28). Trainiert wird der Meister von 2005 vom Clubrekordtorschützen Sergej Nikifarenka. Der 37-Jährige ist erst seit Juni als Chefcoach im Amt.

Schachtjor Soligorsk - WAC

Soligorsk, Stroitel-Stadion, SR Spathas (GRE)

Mögliche Aufstellungen:

Soligorsk: Buschma - Matweitschik, Kusmenok, Rybak, Januschkewitsch - Afanasiew, Starhorodskij, Jurewitsch, Kowalew - Komarowski, Janusch

WAC: Kofler - Berger, Sollbauer, Drescher, Palla - Putsche, Weber - Zündel, Silvio, Jacobo - Hellquist

WAC geht „mit Freude ins Spiel“

Im Vorjahr scheiterte Soligorsk in der Europa League erst im Play-off am PSV Eindhoven. Mit österreichischen Clubs machte der Verein bereits zweimal Bekanntschaft. Im UI-Cup setzte sich Sturm Graz 2008 durch (2:0/h, 0:0/a), vier Jahre später schaffte die SV Ried in der Europa-League-Qualifikation nur dank der Auswärtstorregel (1:1/a, 0:0/h) die Hürde. Im heimischen Stroitel-Stadion ist Schachtjor gegen ÖFB-Vertreter damit noch ungeschlagen.

Die Wolfsberger könnten das ändern. Der erste Kärntner Europacup-Teilnehmer nach dem FC Kärnten vor zwölf Jahren will „mit Freude“ ins Spiel gehen. Die Reise in den Osten soll am Ende eine gewinnbringende sein. Für Kühbauer ist klar: „Wir wollen versuchen, schon vor dem Heimspiel ein gutes Resultat zu erzielen.“

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