„Bullen“ beißen sich die Zähne aus
Red Bull Salzburg ist am Donnerstagabend in der „Bullen“-Arena vor 7.850 Zuschauern im Rückspiel der Europa-League-Qualifikation an Dinamo Minsk gescheitert. Die Zeidler-Elf machte zwar den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel wett, der erlösende dritte Treffer gelang jedoch nicht. Nach Verlängerung musste daher das Elferschießen entscheiden, das mit 2:3 verloren ging.
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Damit ist Salzburg erstmals seit 2012 in der Europa League nur Zuschauer. Im Elferschießen gab wieder einmal auch die Unerfahrenheit der Salzburger Jungkicker den Ausschlag. Davor war der heimische Meister die klar spielbestimmende Mannschaft, hatte jedoch vor dem gegnerischen Tor zu wenig Durchschlagskraft. Das frühe 1:0 (11.) durch Takumi Minamino und das schöne 2:0 (58.) durch Kapitän Jonatan Soriano waren zu wenig.
Außerdem wurde ein Soriano-Tor in der Verlängerung zu Unrecht aberkannt. Das unnötige 0:2 aus dem Hinspiel rächte sich damit bitter. Am Ende scheiterte Salzburg aber auch an dem Umstand, in zwei Spielen gegen einen Gegner, der nur das Notwendigste machte, nicht genügend Qualität auf den Platz gebracht zu haben. So hat der radikale Personalschnitt nach der Meistersaison dem Verein nun doch noch die Chance genommen, im Herbst im Europacup zu spielen.

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Bei den Salzburgern regierte nach dem Aus im Play-off Enttäuschung pur
Minamino bringt Salzburg auf Kurs
In der Salzburger Startaufstellung fand sich mit Stefan Lainer statt dem erwarteten Christian Schwegler nur eine Personaländerung. Taktisch legte es Zeidler mit Jonatan Soriano und Valon Berisha im Sturm an. An den Seiten unterstützt von Takumi Minamino und Yordy Reyna. Doch in den Anfangsminuten ließen die Weißrussen Salzburg nicht so richtig ins Spiel kommen. Minsk agierte in den ersten fünf Minuten offensiver als in der gesamten Spielzeit beim Hinspiel vor einer Woche.
Ein Weitschuss (6.) von Minamino war dann die erste Chance für die „Bullen“, die ab diesem Zeitpunkt begannen, die Partie in den Griff zu bekommen. Salzburg setzte sich in der Hälfte von Minsk fest, und der 20-jährige Japaner war es dann, der in der elften Minute mit einem Aufsitzer aus sechs Metern Dinamo-Goalie Aleksandr Gutor zum 1:0 bezwang. Die Hälfte des 0:2-Rückstandes war damit aufgeholt, und beinahe hätte Benno Schmitz mit einem schön angetragenen Schuss auf die linke Kreuzecke nur kurz darauf bereits das 2:0 gemacht.

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Der Führungstreffer von Minamino machte den Salzburgern früh Hoffnung
Spiel unter Kontrolle
Doch Gutor hatte seine Finger im Spiel, und der Ball ging knapp über das Tor. Salzburg drückte weiter, erarbeitete sich weitere Chancen und kam vor allem über rechts durch den schnellen Reyna und Lainer vor das Minsk-Tor. Salzburgs „Fußballlehrer“ Zeidler lief aufgeregt in der Coaching-Zone auf und ab. Er wusste, sein Team benötigte zumindest noch zwei Treffer, um bequem in die Gruppenphase einzuziehen.
Seine Elf war zwar weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, schaffte es aber nicht mehr, zwingende Torchancen herauszuspielen. Minsk beschränkte sich darauf, die Salzburger so gut es ging im Spielaufbau zu stören. Erst Martin Hinteregger konnte in der 39. Minute mit einem Kopfball aus kurzer Distanz Minsk-Schlussmann Gutor ernsthaft prüfen. Gutor war auch bei einem Soriano-Freistoß (42.) zur Stelle und verhinderte neuerlich das mögliche 2:0 für Salzburg.

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Bereits vor der Pause verhinderte Minsk-Goalie Gutor mehrfach ein Tor
„El Capitan“ ist zur Stelle
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es dann wieder der aufgerückte Hinteregger, der nach einem Corner mit Kopfball den Minsker Tormann zu einer Glanztat zwang. Ebenfalls in der Nachspielzeit ereignete sich der erste Torschuss von Dinamo, der jedoch sein Ziel weit verfehlte. Die zweite Hälfte begann mit einem Soriano-Schuss aus aussichtsreicher Position über die Latte.
Das 2:0 ließ also weiter auf sich warten. Ebenso warteten die Zuschauer darauf, dass sich Salzburgs Offensive gegen die Dinamo-Verteidigung durchsetzen konnte. Und dann wurde „El Capitan“ Soriano an der Strafraumgrenze freigespielt, der Spanier hatte genügend Zeit und Platz, um den Ball punktgenau zum umjubelten 2:0 (58.) ins Netz zu zirkeln. Damit war vorerst zumindest einmal eine Verlängerung erreicht. Aber natürlich drängten die „Bullen“ auf das aufstiegssichernde 3:0.
Wer hat an der Uhr gedreht?
Die Matchuhr zählte jedoch unerbittlich weiter Richtung 90:00 Minuten, und der österreichische Meister mühte sich weiter, das dritte Tor zu erzielen. Als in der 81. Minute Soriano den Ball aus einem Meter lässig über die Linie schob, brandete zwar Jubel auf, der Schiedsrichterassistent hatte jedoch bereits die Fahne wegen Abseits gehoben. „Schießt ein Tor“ forderten die Salzburger Anhänger weiter vehement.
Die Dinamo-Abwehr stand jedoch weiter dicht, und den „Bullen“ lief die Zeit davon. Nach 92 Minuten pfiff Referee Kevin Blom zur Verlängerung ab. Für die zusätzlichen 30 Minuten brachte Zeidler Schwegler statt des unauffälligen Christoph Leitgeb. Die Charakteristik des Spiels aber blieb gleich. Salzburg drängte und drückte, ohne allerdings genügend Durchschlagskraft auf das Feld zu bringen. In der 98. Minute war dann die Aufregung groß.
Fehlentscheidung bringt Salzburg um 3:0
Die unsicheren Schiedsrichterassistenten verweigerten Sorianos möglichen zweiten Treffer an diesem Abend die Anerkennung. Zu Unrecht, wie die TV-Bilder bewiesen. Der Spanier war bei seinem Kopfball unter die Latte zumindest auf gleicher Höhe mit dem letzten Dinamo-Verteidiger. So verstrichen auch die ersten 15 Minuten der Verlängerung ohne Tor.
98. Minute: Sorianos Treffer wird aberkannt
Soriano sieht schon wie der Matchwinner aus, doch die Schiedsrichter geben den Treffer wegen Abseits nicht - eine Fehlentscheidung.
Dafür blieb den Salzburg-Fans in 108. Minute beinahe das Herz stehen, als Nenad Adamovic am Fünfer in einen Querpass rutschte und Alexander Walke zum ersten Mal an diesem Abend gefordert war. Doch der Deutsche tauchte rechtzeitig zu Boden, um das 1:2 zu verhindern. Minsk tat aber weiter nicht viel für das Spiel, manche Weißrussen schienen bereits am Ende ihrer Kräfte zu sein. Sie schleppten sich dennoch ins entscheidende Elferschießen.
Zu wenig Entschlossenheit vom Elferpunkt
Dort jagte zunächst Hinteregger ohne Zittern den ersten Elfer in die Maschen und legte Minsk vor. Fatos Beciraj machte es ihm jedoch nach. Aufreizend langsam schob anschließend Soriano den Ball über die Linie. Nicht so Wladimir Korijtko, der nur die Stange traf. Minamino scheiterte aber gleich darauf an Gutor. Begunow konnte auf 2:2 ausgleichen.
David Atanga konnte mit seinem unentschlossenen Schuss Gutor nicht überraschen, Sergej Politewitsch knallte den Ball hingegen zum 3:2 ins Eck. Nachdem auch Valon Berisha nur Gutor traf und nicht ins Tor, war die Europacup-Saison für Salzburg schlagartig und sehr bitter zu Ende.
Martin Wagner, ORF.at, aus Salzburg
UEFA Europa League, Play-off-Rückspiel
Donnerstag:
Salzburg - Dinamo Minsk 2:0 n.V., 2:3 i.E. (2:0, 1:0)
Red Bull Arena, 7.849 Zuschauer, SR Blom (NED)
Tore: Minamino (11.), Soriano (58.)
Elferschießen:
1:0 Hinteregger trifft
1:1 Beqiraj trifft
2:1 Soriano trifft
2:1 Korytko an die Stange
2:1 Minamino scheitert an Gutor
2:2 Begunow trifft
2:2 Atanga scheitert an Gutor
2:3 Politewitsch trifft
2:3 Berisha scheitert an Gutor
Gelbe Karten: Schmitz bzw. Bangura, Begunow
Salzburg: Walke - Lainer, Caleta-Car, Hinteregger, Ulmer (106./Sörensen) - Reyna (77./Atanga), Schmitz, Ch. Leitgeb (91./Schwegler), Minamino - Berisha, Soriano
Minsk: Gutor - Begunow, Politewitsch, Bangura, Witus - Adamovic, Woronkow (77./Weretilo), Korytko, Neacsa (84./Premudrow) - Beqiraj, Rassadkin (62./Monir)
Hinspiel 0:2, Minsk nach Elfmeterschießen in die Gruppenphase aufgestiegen.
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