Gruppensieg ebenfalls fix
Österreichs Nationalteam hat sein großes Ziel endgültig erreicht. Die Mannschaft von Teamchef Marcel löste mit einem klaren 4:1 (2:0)-Triumph am Dienstag in Schweden das Ticket für die EM-Endrunde 2016 in Frankreich. Der Sieg bedeutete nicht nur die erste sportliche Qualifikation für eine Europameisterschaft, auch der Sieg in Gruppe G ist dem ÖFB-Team nicht mehr zu nehmen.
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David Alaba (9.) und Martin Harnik (38.) stellten vor 48.355 Zuschauern in der Friends Arena von Stockholm-Solna schon vor der Pause entgegen dem Spielverlauf die Weichen auf Sieg. Marc Janko (76.) und abermals Harnik (89.) fixierten den Kantersieg. Superstar Zlatan Ibrahimovic gelang in der Nachspielzeit nur noch der Anschlusstreffer (90.+1). Mit dem sechsten Auswärtssieg in Folge halten die Österreicher nun bei 22 Punkten und sind damit nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Der ÖFB-Mannschaft gelang damit auch eine erfolgreiche Revanche für die bittere 1:2-Niederlage in der WM-Qualifikation vor zwei Jahren.
Harnik mit seinem zweiten Treffer
Harnik krönt einen schön gespielten Konter mit seinem zweiten Tor.
Arnautovic und Ibrahimovic dabei
Österreich begann mit der gleichen Mannschaft wie am Samstag beim 1:0 gegen Moldawien. Beim Abschlusstraining hatte sich Marko Arnautovic vor dem Aufwärmen noch kurz mit dem Teamarzt abgesprochen. Aber wohl nur, um diesem zu sagen, dass seine Beinverletzung kein Problem mehr sei. Denn der Wiener stand in der Startelf. Schweden schickte ebenfalls den fraglich gewesenen Ibrahimovic in das für die Skandinavier schicksalshafte Spiel. Der Superstar biss nach seiner Bauchmuskelverletzung die Zähne zusammen. Die Mehrheit der 48.355 Zuschauer durfte aufatmen.

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Die österreichischen Fans hatten auch eine Choreographie im Gepäck
Die Mehrheit, das waren 46.155. Aus Österreich hatten 2.200 Fans den Weg nach Stockholm auf sich genommen, um bei der möglichen Aufstiegsparty dabei zu sein. Schon eine Stunde vor dem Spiel hallte es „Immer wieder Österreich“ durch die moderne Friends Arena. Da waren aber noch lange nicht alle Plätze besetzt. Die Zuversicht war nicht nur bei den rot-weiß-roten Fans in Solna, die in einem gemeinsamen Marsch zum Stadion gepilgert waren, groß. Auch bei der Umfrage von ORF.at waren rund 83 Prozent davon überzeugt, dass die ÖFB-Elf in Schweden den Sack zumacht - sprich, zumindest einen Punkt holt.
EM-Qualifikation, achter Spieltag
Schweden drückt, Österreich trifft
„Sie werden sicher nicht blind nach vorne stürmen“, hatte ÖFB-Teamchef Koller vor der Partie vermutet. Das taten die Schweden, die mit einem für sie seltenen 4-4-2-System begannen, zwar nicht, mächtig Dampf machten sie aber trotzdem. Die Österreicher hatten zwar aus einem Freistoß von Alaba nach einer Minute den ersten Torschuss im Spiel, der ging allerdings weit daneben, und fortan spielte sich die Partie fast nur in der Hälfte der ÖFB-Elf ab. Ibrahimovic und sein Sturmkollege Marcus Berg wurden immer wieder gesucht. Die in weiß spielenden Österreicher schienen die Zuordnung noch nicht gefunden zu haben.
Nach neun Minuten war das alles egal. Denn da stand es 1:0 für Österreich. Und wie beim 1:1 im Hinspiel war es Alaba, der per Elfmeter für die Führung sorgte. Zlatko Junuzovic war von Kim Källström im Strafraum gelegt worden. Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo aus Spanien zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Alaba schupfte den Ball elegant und ein bisschen provokant ins Netz. Jetzt waren die Schweden noch heißer als bei Spielbeginn. In Wien hatten sie nach fünf Minuten ausgeglichen, jetzt dauerte es fast nur zwei Minuten. Doch Robert Almer war bei einem fast perfekten Freistoß von Ibrahimovic zur Stelle (11.).

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Alaba sorgte mit seinem Schupfer für einen Start nach Maß
Harnik mit nächster kalter Dusche
Bei den Schweden saß der Frust über das Verlusttor tief, die Österreicher agierten sicherer. Es dauerte einige Zeit, bis die Skandinavier wieder ihren Faden fanden. In der 19. Minute forderten die schwedischen Fans vehement einen Elfmeter. Doch sie hatten Pech: Der Superstarbonus von Ibrahimovic zählte bei einem Gerangel mit Sebastian Prödl nicht. Die Partie wurde nun immer zerfahrener. Spielbestimmend blieben die Hausherren, mit ihren Chancen gingen sie aber leichtfertig um. Berg hämmerte den Ball aus guter Position weit neben das Tor (21.). Besser machte es Ibrahimovic: Wieder war es ein Freistoß, der diesmal nur knapp alm Pfosten vorbeistrich (25.).
Von den Österreichern war seit dem Elfmetertor offensiv nur wenig zu sehen. Mit der Führung im Rücken war Risiko auch nicht nötig. Die rot-weiß-roten Konter konnte man an einer Hand abzählen. Und trotzdem stand es wie aus dem Nichts 2:0 für Österreich. Marc Janko verlängerte einen weiten Out-Einwurf von Christian Fuchs mit dem Kopf, und Harnik (38.) war schneller am Ball als Martin Olsson. Jetzt waren die Schweden von der Rolle. Goalie Andreas Isaksson verhinderte gegen Arnautovic sogar den dritten Treffer der Gäste (41.). Unter „Oh, wie ist das schön“-Gesängen der österreichischen Fans ging es zur Pause.
Schweden fehlt die Präzision
Die Abfahrt des vielzitierten TGV zur EM-Endrunde 2016 war nur noch 45 Minuten entfernt. Aber auch 2013 hatte man in Schweden zur Pause geführt - damals allerdings nur mit 1:0 - und Schweden hatte die Partie noch gedreht. Alle Schweden, die einen noch aggressiveren Sturmlauf ihres Teams erwartet hatten, wurden zumindest in den ersten Minuten der zweiten Hälfte enttäuscht. Irgendwie schien es, als ob die Skandinavier noch immer an der ersten Hälfte kiefelten: Als klar besseres Team mit 0:2 zurück, das ist für jede Mannschaft hart zu schlucken.
Eines änderte sich nicht: Die Partie blieb zerfahren. Schiedsrichter Carballo - der hatte im WM-Viertelfinale das brutale Foul an Brasiliens Superstar Neymar nicht geahndet - trug auch weiter mit einer sehr eigenen Art der Regelauslegung seinen Teil dazu bei. Die Österreicher ließen sich davon aber weniger beeindrucken als die Gastgeber und spielten immer souveräner. Präzision war hingegen weiter keine schwedische Tugend. Die erste gefährliche Chance hatte Österreich, doch Isaksson konnte einen Schuss von Alaba nach einer schönen Kombination mit Arnautovic abwehren (58.).
Janko sorgt für Entscheidung
Die Zeit arbeitete jetzt immer mehr für die ÖFB-Elf und gegen die Schweden. Teamchef Erik Hamren brachte mit Isaac Kiese Thelin die nächste Offensivkraft (62.). Der wichtige Sieg aus schwedischer Sicht sollte noch irgendwie her. Der rot-weiß-rote Riegel war aber nicht zu knacken. Das lag auch an Torhüter Almer, der in der 63. Minute einen Schuss von Berg aus kurzer Distanz mit einem Reflex noch irgendwie über die Latte drehte - die bis dahin beste Chance der Hausherren in den zweiten 45 Minuten - und an der gut stehenden rot-weiß-roten Defensive.
Nur wenig später musste sich Almer erneut strecken, doch ein Schuss des eingewechselten Thelin ging am langen Eck vorbei (70.). Eine Minute davor hätte Junuzovic aber mit schwedischer Hilfe den Gastgeber fast das endgültige Knock-out versetzt. Ein Schuss des Mittelfeldregisseurs wurde für Isaksson gefährlich abgefälscht. Die Angriffe der Skandinavier wurden nun immer verzweifelter. Im Fachjargon nennt man das „mit der Brechstange“. Dadurch öffneten sich die Räume für die Gäste.
Und in der 76. Minute nutzte Janko den Raum zur endgültigen Entscheidung: Alaba, kurz zuvor noch an Isaksson gescheitert, spielte einen Traumpass auf den Torjäger und Janko schob zum 3:0 ein. Jetzt war der Widerstand der Schweden gebrochen, die Zuschauer verließen in Scharen das Stadion. Daher bekamen sie auch nicht mit, wie Harnik noch auf 4:0 erhöhte (88.) und Ibrahimovic die Torsperre Almers brach (90.+1). Den österreichischen Fans war das auch egal, die feierten schon seit Jankos Treffer. Mit dem Schlusspfiff um 22.35 Uhr durften sie ohne schlechtes Gewissen „Frankreich, wir kommen“ singen.
Karl Huber, ORF.at, aus Stockholm
EM-Qualifikation, Gruppe G
Dienstag:
Schweden - Österreich 1:4 (0:2)
Solna, 48.355 Zuschauer, SR Carballo (ESP)
Tore: Ibrahimovic ( 91.) bzw. Alaba (9./Elfmeter), Harnik (38., 88.), Janko (76.)
Schweden: Isaksson - Larsson, Granqvist, Antonsson, M. Olsson (82./Durmaz) - Zengin (62./Kiese Thelin), Ekdal (86./Khalili), Kallström, Forsberg - Berg, Ibrahimovic
Österreich: Almer - Klein, Prödl, Dragovic, Fuchs - Baumgartlinger, Alaba - Harnik, Junuzovic (80./Sabitzer), Arnautovic (88./Jantscher) - Janko (84./Ilsanker)
Gelbe Karten: Granqvist bzw. Junuzovic, Janko, Ilsanker
Liechtenstein - Russland 0:7 (0:3)
Vaduz, SR Madden (SCO)
Tore: Dsjuba (21., 45., 73., 90.), Kokorin (40./Elfmeter), Smolow (77.), Dsagojew (85.)
Rote Karte: Kaufmann (40./Liechtenstein)
Moldawien - Montenegro 0:2 (0:1)
Chisinau, SR Delferiere (BEL)
Tore: Savic (9.), Beciraj (65.)
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