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„Wir haben die Chance, uns abzusetzen“

Mit zwei Siegen in zwei Spielen hat Rapid einen perfekten Start in die Gruppenphase der Europa League hingelegt. Am Donnerstag (21.05 Uhr) können die Hütteldorfer im Heimspiel gegen den tschechischen Meister Viktoria Pilsen den nächsten Schritt setzen, um erstmals in der Europa League zu überwintern. „Wir haben jetzt die Chance, uns abzusetzen“, brachte Coach Zoran Barisic die Ausgangslage vor der Partie auf den Punkt.

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Mit einem Sieg könnten sich die Grün-Weißen um sechs Zähler vom ersten Nichtaufstiegsplatz absetzen. Die Generalprobe ging für Rapid aber in die Hose. Bei der 0:2-Niederlage gegen den WAC zeigten die Wiener wohl ihre bisher schlechteste Saisonleistung. Die vierte Ligapleite und der Verlust der Tabellenführung sind aber abgehakt. „Wir haben im letzten Spiel keine gute Leistung gezeigt. Am Montag haben wir das durchbesprochen und damit abgeschlossen. Danach wurde trainiert, wie sich das ein Trainer vorstellt“, sagte Barisic.

Rapid-Coach Zoran Barisic

GEPA/Christian Ort

Rapid-Coach Zoran Barisic rechnet gegen Pilsen mit einem interessanten Spiel

Der 45-Jährige setzt auch darauf, dass sein Team in den Europacup-Modus schaltet und dort ansetzt, wo es gegen Villarreal und Minsk aufgehört hat. „Das Spiel gegen Pilsen ist ein ganz anderer Bewerb. Es beginnt wieder bei null. Wir müssen physisch und psychisch auf 100 Prozent sein. Wir sind gut in die Gruppenphase gestartet, nicht mehr und nicht weniger.“ Auch Kapitän Steffen Hofmann betonte: „Wir brauchen noch einige Punkte. Das Heimspiel gegen Pilsen ist eines der beiden entscheidenden Spiele, darauf konzentrieren uns.“

Pilsen ein „sehr gefährlicher Gegner“

Gegen Pilsen, das mit sechs Ligasiegen in Serie nach Wien kommt, hat Rapid zwar noch kein einziges Duell bestritten, Barisic sieht im dreifachen tschechischen Meister aber einen „sehr gefährlichen und routinierten“ Gegner auf seine Mannschaft zukommen. „Vom Namen her ist das für die Öffentlichkeit vielleicht kein attraktiver Gegner, aber ein sehr starkes Team. Sie sind komplett aufgestellt. Wir werden eine Topleistung brauchen“, ist Barisic, der auch auf die größere Erfahrung der Tschechen hinwies, sicher.

In der Offensive ist Pilsen laut Barisic sehr flexibel und verfügt über technisch versierte sowie schnelle Spieler. Auch bei Standards müsse Rapid höllisch aufpassen. „Wir werden ein interessantes Spiel haben, denn Pilsen ist ähnlich konzipiert wie wir. Wir werden sehen, wer die besseren Lösungen findet“, sagte der Rapid-Coach. Hofmann setzt dabei auf den Heimvorteil mit bis zu 38.000 Fans. „Wenn wir unsere Leistung abrufen und die Unterstützung des zwölften Mannes haben, dann können wir gewinnen“, ist Hofmann überzeugt.

Mögliche Aufstellung von Rapid

ORF.at

Die mögliche Aufstellung von Rapid

Barisic fordert mehr Torchancen

Um, wie von Barisic gefordert, das gewohnte Spiel durchzuziehen, muss sich Rapid aber im Vergleich zum WAC-Spiel in allen Bereichen steigern, vor allem in der Offensive. „Wir haben zuletzt wenige Tore aus dem Spiel heraus erzielt. Wir müssen wieder mehr Chancen kreieren und die Stürmer besser in Szene setzen“, forderte der Trainer. Matej Jelic ist laut Barisic noch in der Eingewöhnungsphase, Deni Alar läuft seiner Form hinterher, weshalb Philipp Prosenik zum Zug kommen könnte. „Er ist definitiv in meinem Kopf“, sagte Barisic.

„An oberster Stelle steht aber, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Gegen Pilsen können wir beweisen, dass wir ein gutes Team sind“, sagte der Trainer, der eventuell auf Thanos Petsos verzichten muss. Beim defensiven Mittelfeldspieler wird erst am Matchtag über einen Einsatz entschieden, dafür steht Philipp Schobesberger wieder zur Verfügung. Bei den Tschechen fehlt Innenverteidiger Vaclav Prohazka wegen einer Sperre. „Er ist ein wichtiger Spieler, aber ich glaube, dass sie das gut kompensieren können“, erklärte Barisic.

„Wir haben tolle Spiele vor der Brust“

Auf verletzte Spieler oder die Mehrfachbelastung durch Liga und Europacup wollte sich Barisic ohnehin nicht rausreden - ganz im Gegenteil. „Wir haben lange darauf hingearbeitet, dass wir solche Spiele haben. Meine Spieler haben sich diese Partien verdient, wir wollen diese Spiele. Es ist schöner, alle drei, vier Tage ein Spiel zu haben, als eine Woche auf eines hinzuarbeiten“, stellte Barisic klar. „Kein Spieler beschwert sich, wir freuen uns auf die Partie“, sprach Kapitän Hofmann stellvertretend für die Mannschaft.

An kommende Spiele wie das Derby am Sonntag gegen die Austria werden keine Gedanken verschwendet. „Wir haben tolle Spiele vor der Brust, konzentrieren uns aber auf Pilsen. Nur diesem Spiel gilt unsere Aufmerksamkeit. Jeder Spieler wird alles geben“, versprach Barisic für das Duell am Donnerstag, dem auch tschechische Ex-Rapid-Spieler wie Antonin Panenka, Marek Kincl, Rene Wagner und Radek Bejbl beiwohnen werden. Auch ihnen wollen Hofmann und Co. ein tolles Spiel bieten, denn ein Sieg wäre laut dem Kapitän „ein richtig großer Schritt, um im Europacup zu überwintern“.

Christian Wagner, ORF.at

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