Erste Saison mit vier Teams
Einmal in der National Hockey League (NHL) als Profi zu spielen ist der Traum eines jeden jungen Eishockeyspielers. Auf eine professionelle Liga mussten Spielerinnen bis 2015 warten: In den USA erfolgte vor zwei Jahren der Startschuss der National Women’s Hockey League (NWHL). Vorerst spielten nur vier Teams in der neuen Liga, doch das sollte nur der Anfang einer Erfolgsgeschichte sein.
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Im März 2015 wurde die neue NWHL von ihren Gründerinnen Dany Rylan und Angele Ruggiero - beides ehemalige Spielerinnen - offiziell verkündet. Die New York Riveters, Boston Pride, Buffalo Beauts und Connecticut Whale kämpfen um den Isobel Cup. Schon die Namensgebung der Trophäe beweist, dass die Liga das weibliche Pendant zur NHL ist. Der Meisterpokal wurde nach Lady Isobel Gathorne-Hardy benannt. Und die war eine Tochter von Frederick Stanley, dem Duke of Derby. Jenem Mann, der einst den berühmten Stanley Cup stiftete.

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Beauts, Whale, Pride und Weber und die Riveters (v. l.) ringen um den Titel
„Gleich aufgebaut wie die NHL“
„Es ist gleich aufgebaut wie etwa die NHL, natürlich noch nicht auf diesem Level“, so Janine Weber, die als erste Österreicherin und als erste Spielerin überhaupt einen Profivertrag in der neuen NWHL bei den New York Riveters unterschrieb. Mehrere prominente Spielerinnen wie etwa die ehemalige Kapitänin der USA Meghan Duggan folgten. Im Juni 2015 wurde nach NHL-Vorbild sogar ein eigener Draft aus den besten Collegespielerinnen durchgeführt.
Die neue Version der NWHL war jedenfalls ein Meilenstein in der Geschichte des Frauen-Eishockeys. Denn erstmals wurden die Spielerinnen für ihre Arbeit auf dem Eis bezahlt. Minimum 10.000 Dollar pro Jahr wurden im ersten Jahr an die Spielerinnen ausgeschüttet, die Ausstattung gab es ebenfalls vom Club. In der Canadien Women’s Hockey League (CWHL), bisher die höchste Stufe im Frauen-Eishockey, mussten die Sportlerinnen für ihre Ausrüstung - speziell Schuhe und Schläger - selbst aufkommen.
Dank einer PR-Offensive im Vorfeld (Weber: „Es wird sehr viel Öffentlichkeitsarbeit gemacht“) war das Interesse an der neuen Liga schon vor dem ersten Bully groß. Das erste NWHL-Spiel der Geschichte am 11. Oktober in Stamford zwischen Connecticut Whale und Webers Riveters ging vor ausverkauftem Haus über die Bühne. Das Ehrenbully wurde von Manon Rheaume durchgeführt. Die ehemalige kanadische Torhüterin stand - wenn auch nur in Testspielen - als bisher einzige Frau in der NHL auf dem Eis.

APA/AFP/Jewel Samad
In Sachen Action stehen die Frauen der NWHL den Männern um nichts nach
Weber von Erfolgsmodell überzeugt
Eine Liga mit gleichem Namen gab es bereits von 1999 bis 2007. Doch die erste NWHL war eine reine Amateurliga, die nach acht Jahren zusperren musste. „Das Businessmodell und wie die Liga aufgebaut ist hat mit der anderen Liga nichts gemeinsam“, so Weber zur aktuellen NWHL. Ligagründerin Rylan - nicht nur Managerin der Riveters, sondern auch Commissioner der Liga - und ihr Team betreiben großen Aufwand, um die NWHL in den Köpfen der Sportfans zu verankern.
Dass sich der Meisterschaftsbetrieb in der ersten Saison nur im überschaubaren Viereck zwischen New York, Boston, Buffalo und Stamford im Bundesstaat Connecticut abspielt, spart den Spielerinnen viel Zeit und der neuen Liga einiges an Geld. Weber: „Man kann überall mit dem Bus hinfahren.“ Aber der Blick der NWHL-Verantwortlichen ist bereits in die Zukunft gerichtet. „Man will die Liga über die Ostküste hinweg langsam nach Westen ausbauen“, so die Tirolerin.
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