Weltcup-Auftakt in Klingenthal
Am Samstag heißt es Schanze frei für die Weltcup-Saison 2015/16. Zum dritten Mal in Folge ist Klingenthal im deutschen Bundesland Sachsen Schauplatz des Auftakts der Skispringer. Nicht weniger als 31 Einzel- und sechs Team-Bewerbe stehen bis zum Finale auf der Skiflugschanze in Planica auf dem Programm. Neben der traditionellen Vierschanzentournee ist die Skiflug-WM im Jänner auf dem Kulm ein Saisonhöhepunkt.
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Für Cheftrainer Heinz Kuttin beginnt die zweite Saison im „Adlerhorst“ des ÖSV, und der Kärntner äußerte sich im Gespräch mit der APA zuversichtlich. „Ich fahre mit einem guten Gefühl hin. Wir haben über den Sommer gut gearbeitet, wir waren sehr individuell unterwegs und haben jetzt eine sehr kompakte Mannschaft beieinander“, erklärte der 44-Jährige. Für ihn ist der Auftakt in Klingenthal noch nicht standortbestimmend, aber freilich wünscht er sich einen guten Start, „weil dann das Selbstvertrauen gleich auf Anhieb da ist“.
Jubiläumssaison für Schlierenzauer
Für Gregor Schlierenzauer ist die am Samstag in Klingenthal beginnende Saison eine besondere. Der Tiroler feiert sein Zehn-Jahr-Jubiläum im Weltcup.
Kein Druck vor dem ersten Wettkampf
Trotzdem will er seinen Athleten, die 30 bis 40 Sprünge auf der Eisanlaufspur in Oberstdorf in den Beinen haben, die nötige Ruhe geben. Der verpatzte Auftakt im Vorjahr, als das Team nur Achter geworden war, ist Kuttin freilich noch in Erinnerung. „Wir haben es letztes Jahr gesehen, wie schnell man einen Wettkampf verhauen kann. Deswegen möchte ich auch die Ruhe haben, dass die Athleten wissen, dass der erste Wettkampf nicht entscheidend ist.“
Mit Klingenthal, Kuusamo, Lillehammer und Nischnij Tagil stehen an den ersten vier Wochenenden „vier komplett verschiedene Schanzen“ auf dem Programm. Doch wenn seine Mannschaft die Trainingsleistungen zeige, „wird das ganz gut werden“, so Kuttin.
Loch hinter dem Toptrio gestopft?
Stefan Kraft, Tournee-Sieger und Weltcup-Dritter 2014/15, ist mit seinen 22 Jahren tonangebend im ÖSV-Team. Sein Zimmerkollege Michael Hayböck und Gregor Schlierenzauer waren ebenfalls für Spitzenplätze gut. „Diese drei waren auch in den Top Ten im Gesamtweltcup. Dahinter haben wir ein schönes Loch gehabt. Das ist ganz klar das Ziel gewesen, dass wir dieses Loch stopfen.“ Und das sei gelungen, so Kuttin. „Ich freue mich auf den Weltcup-Auftakt, weil wir als Mannschaft deutlich kompakter geworden sind.“

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Auf Stefan Kraft konnte sich Heinz Kuttin schon in der vorigen Saison verlassen
Große Fortschritte ortete der dreifache Olympiamedaillengewinner, der seit April 2014 im Amt ist, bei Manuel Fettner, der an der Entwicklung eines eigenen Hartschalensprungschuhs mitgearbeitet hat. Und Manuel Poppinger sei körperlich wie skispringerisch auf seinem bisher besten Level. „Die zwei haben wirklich eine tolle Entwicklung gemacht. Und Andy Kofler ist wieder konstant stark gesprungen, das freut mich irrsinnig“, ergänzte Kuttin.
Diethart hat noch Trainingsrückstand
Nicht gelungen ist es bisher, das Weltcup-Kontingent mit sieben Mann voll auszuschöpfen. Thomas Diethart hat laut Kuttin im Sommer immer wieder eine Verletzung übergangen. Der frühere Tournee-Sieger sei zu sich selbst nicht ehrlich gewesen. Dadurch hat Diethart nun einen Trainingsrückstand. „Wenn der Körper ein Signal sendet, dann musst Du es annehmen, das hat er leider nicht getan. Aber ich bin überzeugt, dass er wieder Fuß fassen kann.“

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Thomas Diethart büßt derzeit für einen im Sommer begangenen Fehler
Druck von unten erhofft er sich von Nachwuchsathleten wie Philipp Aschenwald, Markus Schiffner und Ulrich Wohlgenannt. Kuttins persönliches Ziel ist der Gewinn des Nationencups, in dem Österreich zuletzt hinter Deutschland und Norwegen nur Dritter war. „Das hat absolute Priorität - das zeigt, wie stark das Team ist.“
Siebenter Tournee-Startplatz soll her
Bis zur Tournee sei es auch ganz klares Ziel, via Kontinentalcup den siebenten Quotenplatz zu holen. Das sei aber auch wegen taktischer Geplänkel anderer Nationen im Sommer-Grand-Prix verhindert worden. Während Kuttin im Sommer auch Jungen die Chance gab, Erfahrung zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen, haben andere alles darangesetzt, mehr Quotenplätze zu holen. Kuttin nannte als Beispiel die Polen, die nur noch vier Plätze hatten, aber mit den vier besten Springern weitere herausgesprungen haben.
Weitere Ziele Kuttins sind die Fortsetzung der sensationellen Serie von sieben Tournee-Siegen in Folge und natürlich die Skiflug-WM von 14. bis 17. Jänner 2016 auf dem Kulm. „Es ist heuer für viele die einzige und letzte Skiflug-WM im eigenen Land, da will sicher jeder Athlet zu dem Zeitpunkt in Hochform sein.“ Die Saisonhöhepunkte konzentrieren sich auf drei Wochen - zwischen der Tournee und dem Kulm gibt es noch den Weltcup zum „Einfliegen“ in Willingen.
Freund beginnt Titelverteidigung daheim
Als Titelverteidiger startet Severin Freund, der sich in einem Herzschlagfinale punktegleich vor dem Slowenen Peter Prevc nur aufgrund der höheren Anzahl an Siegen (9:3) durchgesetzt hatte. Als erster deutscher Weltcup-Gesamtsieger seit Martin Schmitt (2000) kann er die Saison auf heimischem Boden eröffnen.
Ob es dem Springerzirkus nicht auch guttut, dass wieder einmal ein Deutscher als Gesamtsieger in die Saison geht? „Als Österreicher sagt man natürlich: nein, nicht gut“, meinte Kuttin lachend, „aber es war eine Belebung des Sports. Auch dass wir 13 verschiedene Weltcup-Sieger hatten, ist super, weil das Interesse überall da ist.“
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