Auch der Anzug wird kontrolliert
Der Weltcup der Skispringer geht am Wochenende in Klingenthal in die neue Saison. Neu ist ab heuer auch die Messmethode zur Bestimmung der Körpergröße der Athleten. Das ist deshalb nicht unerheblich, weil von der Größe der Springer die Länge der Sprungski abhängt. Je länger der Ski ist, desto mehr Tragfläche weist er in der Luft auf.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Wurden die Springer bisher mit geschlossenen Beinen vermessen, was den Athleten das Durchstrecken des Körpers ermöglichte, so geht man nun genauer vor. Durch eine breitere Standposition soll ein faireres Messverfahren gewährleistet sein. Der Springer muss sich mit einem Fußabstand von 40 Zentimetern breit hinstellen. Zusätzlich müssen Wade, Hüfte und Schulterkopf an der Wand direkt anliegen. „Das heißt, Du kannst Dich gar nicht mehr strecken“, erklärte ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin.
„Man müsste das immer wieder machen“
Dadurch sei - je nach der bis dahin letzten Vermessung des jeweiligen Athleten - der Großteil der Springer kleiner geworden. „Ich finde es total super. Man müsste das in gewissen Abständen auch immer wieder machen“, so der Kärntner. Er hofft auf eine jährliche oder zumindest zweijährliche Wiederholung.

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA
Die Saison beginnt am Wochenende in Klingenthal
Die maximal erlaubte Skilänge beträgt 145 Prozent der Körpergröße, wobei allerdings zumindest ein Bodymass-Index (BMI) von 21 erreicht werden muss. Sind Athleten zu leicht, müssen sie nach einer genauen Tabelle ihre Ski verkürzen. Diese Regelung soll verhindern, dass die Skispringer mit Untergewicht an den Start gehen und regelrecht hungern, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
Herumfummeln im Schritt verboten
Einen Vorteil konnten sich die Athleten bisher auch durch Manipulation am Anzug verschaffen. Aufgrund der Elastizität des Materials konnte man sich vor allem mit dem Verschieben im Schrittbereich „Tragflächen“-Vorteile schaffen. Nun muss der Springer komplett adjustiert zu einer Messstelle am Turm. Neben der nötigen Enge des Anzugs wird auch die Länge im Schrittbereich gemessen.
„Wenn er das Reglement einhält, darf er springen, und darf dann nicht mehr manipulieren, sprich herumziehen und nicht am Anzug herumtasten“, so Kuttin. Ein zweiter Mann beobachtet das genau, bis der Springer auf dem Balken sitzt. „Das war immer ein heißes internes Diskussionsthema. Vor dem Start geht jeder ans Limit. Es ist eine tolle Entscheidung, dass man das jetzt so macht“, sagte der Coach.
„Grundsätzlich war es ein Wunsch von allen Trainern, dass man diese Vermessung oben machen kann und vor allem im Schritt“, sagte Kuttin. An der stichprobenartigen Prüfung des Sportgeräts und des Springers im Schanzenauslauf ändert das aber nichts. Der Athlet muss sich also auch nach dem Sprung weiterhin darauf einstellen, noch eine Kontrolle über sich ergehen zu lassen.
Links: