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Mit Respektabstand aufs Stockerl

Österreichs Adler sind gleich im ersten Bewerb der neuen Weltcup-Saison auf dem Podest gelandet. Michael Hayböck, Gregor Schlierenzauer, Manuel Fettner und Stefan Kraft belegten im Teambewerb von Klingenthal hinter Nationencup-Titelverteidiger Deutschland und Slowenien den dritten Rang.

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Slowenien war lange Zeit in Führung gelegen, doch Richard Freitag sorgte mit einem Flug auf 138 Meter im zweiten Durchgang für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber, die Schlussmann Severin Freund dann mit seinen 136 Metern zusätzlich noch untermauerte. Für die Tageshöchstweite hatte allerdings bereits im ersten Durchgang der Slowene Peter Prevc gesorgt, der auf 139 Meter kam.

ÖSV-Adler im Teambewerb auf Rang drei

Mit einem Podestplatz sind Österreichs Skispringer am Samstag in Klingenthal in die neue Saison gestartet. Beim Teambewerb gelang mit Platz drei zum Auftakt eine gute Leistung.

Bei dieser Weitenjagd konnten die Österreicher nicht ganz mithalten, der weiteste ÖSV-Flug gelang Fettner (132,5 m), am ausgeglichensten war Kraft (131,5 und 130,5 m). Am Ende fehlten auf die Sieger fast 90 Punkte, auch Platz zwei war außer Reichweite.

Klar besser als vor einem Jahr

Das Ergebnis war aber deutlich besser als im Vorjahr, als die ÖSV-Adler am gleichen Schauplatz mit Ach und Krach in den zweiten Durchgang gekommen waren und sich dann mit dem achten Rang hatten begnügen müssen. „Man weiß ganz genau, wie schnell das gehen kann, dass man einen rabenschwarzen Tag erwischt“, erinnerte sich Cheftrainer Heinz Kuttin an den Vorjahresauftritt. „Wir haben uns das bewusst gemacht vor dem Start.“ Die positive Überraschung für Kuttin war Fettner. „Er ist gut und konstant reingestartet und er hat das im Wettkampf bestätigt.“

Diesmal hielten sich die Österreicher in fast allen acht Zwischenwertungen immer in den Top Drei. „Natürlich ist es immer schöner, auf dem Podest zu sein, vor allem beim ersten Wettkampf im Jahr“, sagte Schlierenzauer im Auslauf. Nach seinem zweiten Sprung auf nur 122 m hatte er alles andere als zufrieden gewirkt: „Meine Leistung ist natürlich noch ausbaufähig, das war klar vor dem Start, dass ich noch nicht hundertprozentig da bin, wo ich hin muss.“

Skispringer

GEPA/Matic Klansek

Das ÖSV-Quartett zeigte sich schon gut in Schuss

Für den Einzelbewerb am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF eins) erwartete der 53-fache Weltcup-Sieger noch keinen großen Wurf. „Wunder gibt’s generell nicht, aber wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen müssen.“ Das sei mit einem Speed-Verlust in der Luft verbunden, obwohl er „oben hoch raus kommt“: „Ich bremse in der Luft.“

„Es ist eine Steigerung gelungen“

Zufrieden war auch Hayböck, der Weltcup-Gesamtfünfte der Vorsaison. „Es ist eine Steigerung gelungen. Ich bin mit dem Einstand nicht unzufrieden. Letztes Jahr haben wir hier um Platz acht gekämpft“, erinnerte sich auch der Oberösterreicher zurück. „Heuer schaut es besser aus, das heißt, wir haben uns besser vorbereitet.“

Fettner, der sich in den beiden Trainingssprüngen den vierten Platz in der Mannschaft gesichert hatte, überzeugte vor allem im zweiten Durchgang mit seinem 132,5 m-Sprung. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich weiß, dass die Prioritäten sicher nicht auf diesem Teamwettkampf gelegt waren, aber umso schöner ist es, dass es trotzdem für das Podest gereicht hat“, sagte der nun mit Vollbart versehene Fettner im Schanzenauslauf.

Der Leistungsträger im Team war aber Kraft. „Die Landung im zweiten war ein bisschen ein Murks, aber sonst hat es schon ganz gut gepasst. So ganz frei und locker sind sie noch nicht gegangen“, sagte der Weltcup-Dritte der Vorsaison. Er hatte am Freitag im Österreicher-Quartier von Andreas Goldberger nachträglich die Trophäe für „Österreichs Aufsteiger des Jahres“ überreicht bekommen. Der Salzburger hatte bei der Sportlerehrung Ende Oktober wegen eines Trainingskurses in Oberstdorf nicht teilnehmen können.

Fannemels Disqualifikation wirft Norwegen zurück

Die im vergangenen Nationencup auf Rang zwei unmittelbar vor Österreich gelegenen Norweger schafften es nicht in den zweiten Durchgang der acht besten Teams. Grund war die Disqualifikation von Anders Fannemel wegen eines nicht regelkonformen Anzugs. Das brachte den Schweizern mit dem vierfachen Olympiasieger Simon Amann doch noch einen Startplatz im Finale. Disqualifiziert wurde nach dem ersten Durchgang auch Russland, wovon wiederum Finnland mit Altstar Janne Ahonen profitierte.

Dass es für die Einzelkonkurrenz mit einem weiteren ÖSV-Podestplatz schwierig werden wird, weiß auch Kuttin. „Wir wissen, dass das Stockerl sehr schwer zu knacken sein wird. Da sind ein paar schon voll scharf und sind mit Selbstvertrauen dran gegangen.“ Kein Grund zur Unruhe für Kuttin: „Da muss man normal ruhig weiterarbeiten, weil wir wissen, dass das nicht unbedingt unsere Schanze ist.“

Team-Weltcup-Springen in Klingenthal

Endstand:
1. Deutschland 1.021,9
Andreas Wellinger 128,5 / 130,0
Andreas Wank 128,5 / 128,5
Richard Freitag 132,5 / 138,0
Severin Freund 138,0 / 136,0
2. Slowenien 1.001,5
Domen Prevc 132,5 / 132,0
Jurij Tepes 135,5 / 127,5
Anze Lanisek 130,0 / 128,5
Peter Prevc 139,0 / 132,0
3. Österreich 934,2
Michael Hayböck 128,0 / 126,0
Gregor Schlierenzauer 125,0 / 122,0
Manuel Fettner 126,0 / 132,5
Stefan Kraft 131,5 / 130,5
4. Japan 906,5
Kento Sakuyama 125,0 / 128,0
Daiki Ito 128,0 / 122,5
Taku Takeuchi 136,5 / 127,5
Noriaki Kasai 123,0 / 127,5
5. Tschechien 875,6
Jakub Janda 128,5 / 126,5
Lukas Hlava 116,0 / 121,0
Jan Matura 122,0 / 122,5
Roman Koudelka 128,5 / 130,0
6. Polen 869,0
Maciej Kot 126,0 / 122,0
Klemens Muranka 118,0 / 124,5
Jan Ziobro 127,0 / 128,0
Kamil Stoch 126,0 / 125,0
7. Schweiz 816,9
Gregor Deschwanden 123,5 / 122,0
Luca Egloff 109,0 / 109,5
Kilian Peier 117,5 / 123,5
Simon Ammann 130,5 / 132,0
8. Finnland 804,8
Lauri Asikainen 118,5 / 123,5
Ville Larinto 116,5 / 120,0
Harri Olli 114,0 / 123,5
Janne Ahonen 121,0 / 119,0
Nicht im Finale dabei:
9. Norwegen 347,7
Johann Andre Forfang 132,5
Anders Fannemel disq.
Tom Hilde 125,0
Andreas Stjernen 126,0
10. Russland 314,9
Ilmir Hazedinow 130,0
Denis Kornilow 119,0
Wladislaw Bojarintsew 117,5
Jewgenij Klimow disq.
11. Italien 308,5
Alex Insam 102,5
Roberto Dellasega 99,5
Davide Bresadola 107,0
Sebastian Colloredo 119,5

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