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Von Barcelona regelrecht vorgeführt

Das 0:4-Debakel im „Clasico“ gegen den FC Barcelona hat Real Madrid in eine veritable Krise gestürzt. Zur Tagesordnung können die „Königlichen“ nicht übergehen, wurden sie doch von Barcelona regelrecht vorgeführt und zeigten dabei keine entschlossene Gegenwehr. Man hatte den Eindruck, als spielten Ronaldo und Co. gegen ihren Trainer Rafael Benitez.

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„Das Urteil über Benitez ist gefällt“, meinte das Sportblatt „Marca“ am Sonntag. „Die Frage ist nur, ob der Trainer jetzt bald oder erst zum Ende der Saison entlassen wird.“ Dabei hatte der Trainer, dem bisher eine übertriebene Defensivtaktik vorgeworfen worden war, im „Clasico“ genau das getan, was von ihm verlangt wurde: Er bot mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale, Karim Benzema und James Rodriguez vier Angreifer auf.

Barcelona schlägt Real Madrid

Champions-League-Sieger Barcelona gewann beim „Clasico“ im ausverkauften Bernabeu-Stadion gegen Real Madrid mit 4:0.

Real hat „nicht als Mannschaft gespielt“

Für den „Verrat“ am eigenen Konzept wurde Benitez aber hart bestraft. Nach einer Kombination über 40 Stationen, an der alle Barca-Feldspieler beteiligt waren, brachte Luis Suarez die Katalanen schon nach zehn Minuten in Führung. Neymar (38.) erhöhte auf 2:0, Andres Iniesta sorgte mit dem 3:0 endgültig für klare Verhältnisse (53.). Suarez (73.) setzte mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt, womit Barcelona den Vorsprung auf Real auf sechs Punkte ausbaute.

Enttäuschte Real-Spieler

Reuters/Sergio Perez

Die Real-Spieler waren nach dem „Clasico“ durch die Bank schwer gezeichnet

Luka Modric, einer der Besten bei Real, ging mit seinen Kollegen hart ins Gericht. „Wir haben nicht als Mannschaft gespielt, und das war nicht das erste Mal“, beklagte der Kroate. Benitez räumte Fehler ein, sah sich aber nicht als der Alleinschuldiger. „Wir wollten Barca in der eigenen Hälfte unter Druck setzen, aber das haben die Spieler nicht immer getan“, sagte Benitez, für den bereits Zinedine Zidane als Nachfolger gehandelt wird.

Beifall für „Weltkulturerbe“ Iniesta

Die Fans im Bernabeu-Stadion pfiffen die Real-Stars um Ronaldo jedenfalls gnadenlos aus, bedachten aber den groß aufspielenden Iniesta mit Ovationen. Der Barca-Regisseur hatte nach einem Fersler von Neymar einen spektakulären Treffer erzielt. „Iniesta gehört zum Weltkulturerbe“, lobte Trainer Luis Enrique den Schützen. Zuletzt hatte es vor zehn Jahren im Bernabeu-Stadion Beifall für einen Spieler des Erzrivalen gegeben. Der Applaus galt damals dem Brasilianer Ronaldinho, der Barca zu einem 3:0-Sieg geführt hatte.

In jener Partie im November 2005 bestritt Lionel Messi mit 18 Jahren seinen ersten „Clasico“. Der Argentinier feierte nun am Samstag nach einer knapp zweimonatigen Verletzungspause sein Comeback. Er stand in seinem 31. „Clasico“ aber noch nicht wieder in der Startelf, sondern wurde in der 56. Minute eingewechselt. „Messi hatte in seinem halbstündigen Einsatz mehr Ballkontakte als Ronaldo in den letzten drei Spielen zusammen“, konstatierte „Marca“ ironisch.

Atletico neuer Zweiter

Atletico Madrid stieg derweil am Sonntag zum ersten Verfolger des FC Barcelona auf. Die Truppe von Trainer Diego Simeone setzte sich bei Betis Sevilla dank einem frühen Treffer von Koke (7.) mit 1:0 durch und liegt nun vier Zähler hinter den Katalanen auf Rang zwei. Real Madrid hat sechs Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter.

Spanische Primera Division

38. und letzte Runde

Freitag, 13. Mai:
Valencia Real Sociedad 0:1
Samstag, 14. Mai:
La Coruna Real Madrid 0:2
Granada FC Barcelona 0:3
Atletico Madrid Celta Vigo 2:0
Bilbao FC Sevilla 3:1
Sonntag, 15. Mai:
Malaga Las Palmas 4:1
Espanyol Barcelona Eibar 4:2
Gijon Villarreal 2:0
Betis Sevilla Getafe 2:1
Rayo Vallecano Levante 3:1

Abschlusstabelle 2015/16

1. FC Barcelona 38 29 4 5 112:29 91
2. Real Madrid 38 28 6 4 110:34 90
3. Atletico Madrid 38 28 4 6 63:18 88
4. FC Villarreal 38 18 10 10 44:35 64
5. Athletic Bilbao 38 18 8 12 58:45 62
6. Celta Vigo 38 17 9 12 51:59 60
7. FC Sevilla 38 14 10 14 51:50 52
8. FC Malaga 38 12 12 14 38:35 48
9. Real Sociedad 38 13 9 16 45:48 48
10. Betis Sevilla 38 11 12 15 34:52 45
11. UD Las Palmas 38 12 8 18 45:53 44
12. FC Valencia 38 11 11 16 46:48 44
13. Espanyol Barcelona 38 12 7 19 40:74 43
14. SD Eibar 38 11 10 17 49:61 43
15. Deportivo La Coruna 38 8 18 12 45:61 42
16. FC Granada 38 10 9 19 46:69 39
17. Sporting Gijon 38 10 9 19 40:62 39
18. Rayo Vallecano 38 9 11 18 52:73 38
19. FC Getafe 38 9 9 20 37:67 36
20. UD Levante 38 8 8 22 37:70 32
Champions League: FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid, FC Sevilla (EL-Sieger)
CL-Qualifikation: Villarreal
Europa League: Bilbao, Celta Vigo
Absteiger: Rayo Vallecano, Getafe, Levante
Aufsteiger: Alaves, Leganes, Osasuna

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