Auftakt zum Kampf um große Kristallkugel
Mit dem Riesentorlauf in Aspen wird schon am Freitagabend die Nordamerika-Weltcup-Tournee der Damen eröffnet. Die Blicke sind dabei auf Vorjahressiegerin Eva-Maria Brem sowie auf die US-Lokalmatadorinnen Mikaela Shiffrin und Lindsey Vonn gerichtet. Für sie beginnt in Aspen der Kampf um die große Kristallkugel.
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Shiffrin hatte in Abwesenheit der langzeitverletzten Anna Fenninger beim Weltcup-Auftakt vor einem Monat in Sölden Platz drei belegt, Vonn verletzungsbedingt noch gepasst. Beide zählen am Freitag zu den Favoritinnen, beide haben ausgerechnet bei den Heimrennen in Aspen noch nie gewonnen. Während Vonn nach dem „Riesen“ zum Speed-Auftakt nach Lake Louise abreist, will Weltmeisterin Shiffrin bei den folgenden zwei Slaloms in Aspen wichtige Schritte bei ihrer ersten seriösen Kampagne im Gesamtweltcup tun.
Brem als heimische Hoffnungsträgerin
Einen Monat nach dem Auftakt in Sölden wird der Skiweltcup in Nordamerika fortgesetzt. Bei den Damen ist Eva-Maria Brem die größte rot-weiß-rote Hoffnungsträgerin.
Österreichs Damen haben insgesamt bescheidenere Ziele als die in Eagle-Vail und damit quasi ums Ecke wohnende Shiffrin, die mit Heimvorteil und Glück alle drei Thanksgiving-Rennen dieses Jahres in Colorado gewinnen könnte. Mit Stephanie Brunner (10 Weltcup-Rennen), Katharina Gallhuber (1), Ricarda Haaser (5), Cornelia Hütter (39), Nina Ortlieb (1), Katharina Truppe (5), Julia Grünwald (4), Lisa Maria Zeller (4) und der überhaupt erstmals im Weltcup startenden Katharina Huber sind am Wochenende in der stark verjüngten ÖSV-Damen-Truppe gleich neun Aspen-Debütantinnen im Einsatz.

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Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum musste sein Team stark verjüngen
Nur Brem mit Chancen auf Podestplatz
Während man sich in den Slaloms auch von Carmen Thalmann, Bernadette Schild und Michaela Kirchgasser einiges erwartet, wird im Riesentorlauf wohl nur Brem um einen Podestplatz mitkämpfen. „Ich habe zuletzt im Training noch ganz wichtige Schritte gemacht, von mir aus kann es losgehen“, gab sich die 27-jährige Tirolerin kämpferisch. Und sie hat nur gute Erinnerungen an Aspen: „Hoffentlich kann ich noch mehrere solche Plätze hinzufügen.“
Die Technik-Spezialistin kommt auch 2015 fit und selbstbewusst nach Aspen, denn Platz acht in Sölden war einer schweren Verkühlung geschuldet. „Seitdem hatte ich acht super Riesentorlauf-Tage, das gibt Sicherheit“, so Brem. Sie geht zuversichtlich in den Riesentorlauf, in dem mit der Sölden-Siegerin und Aspen-Vorjahresdritten Federica Brignone und neben den US-Girls auch mit Lara Gut und Co. zu rechnen sein wird.
Brem kommt aber auch als reifere Rennfahrerin in die reichste Stadt der USA. „Ich weiß nun, wie es ist, erstmals im Weltcup zu führen. Ich war erstmals bei einer WM und habe bis zum Schluss um die Kugel mitgekämpft. In Summe habe ich immer meine Leistung gebracht“, blickt sie zufrieden auf ihr bisher bestes Jahr zurück, aber auch zuversichtlich nach vorne. „Skifahrerisch bin ich derzeit absolut top in Form. Es ist genau so, wie ich es mir wünsche.“
Junge Garde mit „ausgesprochenem Talent“
Österreichs Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum ist trotz der Zwangsverjüngung wegen der vielen Rücktritte sowie der Verletzung der zweifachen Weltcup-Gesamtsiegerin Fenninger nicht bang. „Es sind doch einige Arrivierte übriggeblieben, die einfach gut fahren sollen. Für die anderen hängen die Trauben natürlich deutlich höher, damit müssen wir aber leben“, erklärte Kriechbaum.
Doch der gebürtige Oberösterreicher setzt große Stücke auf die junge Garde, auch wenn man die Erfolge in Relation zu dem sehen müsse, wo man herkomme. „Sicher. Wenn ein, zwei Spitzenläuferinnen einen schlechten Tag haben, stehen wir derzeit wahrscheinlich mit wenig Punkten da. Aber alle, die hier starten, sind mit ausgesprochenem Talent ausgestattet. Jede kann man mit gutem Gewissen aufstellen, keine hat einen Druck.“
Hoffen auf Europacup-Siegerin Haaser
Für Hoffnung sorgt vor allem Europacup-Gesamtsiegerin Haaser. Bis zu ihrem Sturz in Sölden war die Tirolerin mit viertbester Laufzeit unterwegs gewesen. Der erstmalige Start in Aspen kommt der risikofreudigen Mauracherin gerade recht: „Neuland ist für mich immer eine besondere Herausforderung, Aspen ist so ein cooler Ort. Ich bekomme hier drei Chancen und die will ich bestmöglich nutzen“, so die 22-Jährige vom Achensee.

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Haaser ist eine der größten Hoffnungen im ÖSV
Haaser startet nach dem Riesentorlauf auch in beiden Aspen-Slaloms. Dort steht für Kriechbaum die Siegerin bereits so gut wie fest. „Spannend wird nur, wie groß der Abstand zu Shiffrin ist“, kann sich der ÖSV-Coach keine andere Slalom-Gewinnerin als die immer noch erst 20-jährige Olympiasiegerin von Sotschi 2014 vorstellen. „Sie ist einfach ein Skiwunderkind. Sie würde bei allen Dingen, die eine gute Skifahrerin ausmachen, hundert Punkte bekommen.“
Gesamtweltcup für ÖSV-Damen kein Thema
Shiffrin will gleich in Aspen mächtig vorlegen und sich dabei auch vom Wetter nicht beeinflussen lassen. Die Rennen auf der zweiten Weltcup-Station des Jahres könnten dadurch aber beeinflusst werden, denn am Wochenende ist in Aspen Neuschnee angesagt.
Für Kriechbaum ändert das an der Gesamtsituation nichts. „Ich erwarte im Weltcup eigentlich einen Zweikampf zwischen Vonn und Shiffrin“, legte sich der Cheftrainer unbekümmert fest. Dazu kommen auch für ihn die „üblichen Verdächtigen“ wie Gut und Tina Weirather. „Von uns dürfte leider noch keine dabei sein“, so Kriechbaum.
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