Kein Team kann dominieren
Der Herbst in der tipico-Bundesliga ist seit Sonntag offiziell beendet. Und der Kampf um die Meisterschaft ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Kein Team konnte sich bisher vom Rest absetzen. Mit Red Bull Salzburg, Austria Wien und Rapid liegen drei Teams an der Spitze nur um drei Punkte getrennt. Der wechselhafte Herbst verspricht ein aufregendes Frühjahr.
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Vor einem Jahr war das Revier an der Tabellenspitze von den Salzburgern noch klar abgesteckt. Mit acht Punkten Vorsprung auf den damaligen Zweiten Wolfsberger AC gingen die „Bullen“ in die Winterpause. Heuer holte sich der Titelverteidiger erst auf den letzten Drücker mit dem 2:0 über Rapid die Tabellenführung.

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Salzburg und Rapid unterstrichen im Herbst ihre Anwartschaft auf den Titel
Herbstmeister sind die Salzburger trotzdem nicht, denn nach 18 Runden - sprich zur Halbzeit der Meisterschaft - lag noch die Wiener Austria an der Spitze. Tabellenführer waren die Salzburger allerdings erstmals in der zwölften Runde und insgesamt nur viermal. Da ist der SK Rapid mit zehn vor der Austria (6/einmal ex aequo mit Rapid) die Nummer eins.
Rauf und runter an der Spitze
Der neuerliche Wechsel an der Tabellenspitze im Finish der Herbstrunde ist bezeichnend für das gesamte Geschehen in den ersten 20 Runden der Meisterschaft 2014/15. Ein klarer Gejagter wollte sich nicht und nicht herauskristallisieren. Nach sechs Runden sah es nach einem Solo von Rapid aus. Ende August lagen die Hütteldorfer fünf Punkte vor der drittplatzierten Austria und gar acht vor Salzburg. Zweiter war zu diesem Zeitpunkt noch Admira Wacker Mödling.
Ein paar Runden später hatten sich die Südstädter - nach der achten Runde war die Admira sogar Tabellenführer - aus der Spitze verabschiedet. Nach der elften Runde führte Rapid nur noch einen Zähler vor der Austria und Salzburg. Vier Spieltage später lag dann die Austria vermeintlich komfortabel drei bzw. sechs Punkte vor den „Bullen“ und Rapid. Und wie schnell man in der aktuellen Meisterschaft wieder von der Spitze rutscht, musste die Austria mit dem 1:2 gegen Altach im letzten Spiel des Kalenderjahres feststellen.
Trend spricht für Salzburg
Dass die Salzburger als Tabellenführer überwintern, dürfen die Fans als gutes Omen interpretieren. Denn geht es nach dem Trend der zehnjährigen Red-Bull-Ära, dann heißt der Meister am Ende wieder Salzburg. Viermal überwinterten die „Bullen“ als Spitzenreiter (2006/07, 2008/09, 2013/14 und 2014/15) und lagen dann jeweils auch nach 36 Runden voran. Der Titel Winterkönig war auch sonst ein Garant für die Meisterschaft. Nur Sturm (2007/08) und Ried (2010/11) konnten die Spitzenposition vom Herbst im Frühjahr nicht behaupten.

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Thorsten Fink führte die Austria wieder ins Spitzenfeld zurück
Allerdings kam der Meister heuer nur sehr langsam auf Touren. Die Salzburger konnten sich nach zwei Auftaktniederlagen und einem Remis erst am vierten Spieltag über einen Sieg freuen. Allerdings legte der Titelverteidiger dann immerhin mit elf Runden ohne Niederlage (8-3-0) die beste Serie aller zehn Mannschaften hin. Die „Bullen“ feierten mit dem 8:0-Heimsieg gegen die Admira auch den höchsten Sieg und führen die Heimbilanz an. Auswärts ist man die Nummer zwei hinter der Austria.
Salzburg schaffte mit 37 auch um vier Punkte weniger als noch vor einem Jahr. Bei der Austria war hingegen der Aufwärtstrend unter Trainer Thorsten Fink deutlich zu sehen. Die Wiener holten mit 35 Punkten um neun mehr als 2014. Rapid (34) hat ein Plus von zwei Zählern, die Admira (29) gleich um elf mehr als in der vergangenen Saison. Die Niederösterreicher sind auch die klare positive Überraschung des Herbstes. Vor der Saison war die Admira noch bei fast allen Experten Abstiegskandidat Nummer eins.
Rapid-Mythos lebt wieder auf
Mit 44 und damit mit vier mehr als Rapid schossen die Salzburger im Herbst die meisten Tore und kassierten im Gegenzug mit 23 die wenigsten. Außerdem stellen sie mit Jonatan Soriano, der sich bisher 14-mal in die Schützenliste einfügte, den besten Torjäger. Der Spanier, der dem Schützenkönig-Hattrick entgegeneilt, hat in seiner Karriere in bisher 120 Bundesliga-Spielen unglaubliche 105-mal getroffen.

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Soriano war auch bisher wieder der Torgarant für die Salzburger
Das zweitbeste Team in Sachen Toreschießen hat in Wien-Hütteldorf seine Geschäftsstelle. Rapid geht mit 40 erzielten Toren in die Winterpause. Zum Vergleich: Erzrivale Austria hat derzeit nur 34 geschossene Tore auf dem Konto. Grün-Weiß belebte im Herbst auch die Rapid-Viertelstunde neu: Elfmal durfte Trainer Zoran Barisic ein Tor in der Schlussphase bejubeln. Kein Team traf in den letzten 15 Minuten öfter. Die Austria und Aufsteiger Mattersburg netzten in der Schlussviertelstunde neunmal ein.
Alles offen im „Keller“
Torverhindern war aber bei beiden Wiener Clubs bisher noch nicht auf Meisterniveau. Rapid (28) und die Austria (23) liegen in der Statistik der Gegentore nur im Mittelfeld. Die Abwehrreihen von Sturm und WAC ließen nur 24 Tore und damit eines weniger als die Verteidigung der Salzburger zu. Zumindest den Wolfsbergern half die solide Abwehrleistung bisher wenig. Weil man die Offensive mit 18 Toren als bescheiden bezeichnen muss, liegen die Kärntner am Tabellenende.
Weil aber auch die Angriffslinien der Konkurrenz im Herbst nur mäßig überzeugen konnten, geht es auch im „Keller“ der Tabelle eng her. Ried und Grödig liegen mit drei bzw. vier Punkten Vorsprung in Reichweite der Wolfsberger, auch der Polster von Aufsteiger Mattersburg und Altach auf die Kärntner ist mit sechs Punkten nicht wirklich beruhigend. Der Trend spricht aber gegen die Wolfsberger: Das Schlusslicht nach den Herbstspielen in dieser Dekade musste sich sechsmal in die Erste Liga verabschieden.
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