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Tournee brachte keine Wende

Von Beginn an hat Gregor Schlierenzauer in dieser Saison nicht in die Erfolgsspur gefunden. Auch eine längere Wettkampfpause vor der Vierschanzentournee brachte dem Weltcup-Rekordsieger nicht die erhoffte Lockerheit. Und bei der Tournee selbst sprang der Tiroler der Konkurrenz weit hinterher. Nun nahm ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin den formschwachen ÖSV-Star aus dem Aufgebot für Bischofshofen.

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Am Mittwoch (17.00 Uhr, live in ORF eins) wird statt des zweimaligen Tournee-Champions Schlierenzauer, der am Sonntag in Innsbruck wie schon zum Auftakt in Obertsdorf das Finale der Top 30 verpasste, Thomas Diethart an den Start gehen. Der Sieger der Tournee 2013/14 stand ursprünglich nicht im ÖSV-Aufgebot. Ob Schlierenzauer bei der Skiflug-WM auf dem Kulm Mitte Jänner an den Start gehen wird bzw. die Weltcup-Saison fortsetzt, steht noch nicht fest.

Schlierenzauer beendet Vierschanzentournee vorzeitig

Für Gregor Schlierenzauer ist die Vierschanzentournee vorbei. Der in einem hartnäckigen Formtief steckende Weltcup-Rekordsieger wird das abschließende Springen am Mittwoch in Bischofshofen nicht bestreiten.

Enttäuschung auf der Heimschanze

Kuttin zog aus dem für Schlierenzauer schwer enttäuschenden Bergisel-Springen die Konsequenzen. „Ich habe ihn nach dem Wettkampf aufgesucht und um ein Gespräch gebeten“, erklärte der Kärntner am Montag bei einer Pressekonferenz in St. Johann im Pongau. Mit der sportlichen Leitung wurde dann beschlossen, Schlierenzauer nicht für Bischofshofen zu nominieren. „Es ist eine Qual für ihn derzeit“, begründete Kuttin diesen Schritt.

Skispringer Gregor Schlierenzauer

GEPA/Hans Osterauer

Schlierenzauers Sprünge gerieten bei der Tournee viel zu kurz

Schlierenzauer hatte am Sonntag auf seiner Heimschanze in Innsbruck so wie auf den zwei Stationen zuvor eine weitere Enttäuschung erlebt. Der fast 26-Jährige schaffte im Wettkampf die Wende zum Besseren nicht und verpasste einmal mehr das Finale. Nach einem für ihn bitteren Saisonverlauf hatte Schlierenzauer schon im Dezember eine Auszeit genommen und auf zwei Weltcup-Stationen verzichtet.

Trainer leidet mit Schützling

Diesmal wurde ihm die Pause vom Cheftrainer (und nach Rücksprache mit der Verbandsführung) verordnet. Wenn man sehe, wie akribisch Schlierenzauer arbeite, wie er den Anforderungen entsprechen wolle und wie er kämpfe, dann schmerze es zu sehen, „dass er es überhaupt nicht rüberbringt, wenn es Richtung Wettkampf geht“, sagte Kuttin.

Die aktuelle Phase sei eine der schwierigsten in seiner Zeit als Trainer. „Das tut weh, das zu sehen“, sagte Kuttin zur Situation Schlierenzauers. „Dem Trainerteam geht das schon an die Nieren.“ Man wolle Schlierenzauer in Bischofshofen nicht noch weiter quälen, er solle zwei Tage Pause machen. Nach der Tournee werde man über die Zukunft entscheiden. Auch die Teamkollegen ließ Schlierenzauers Aus nicht kalt. „Für Gregor ist es ganz, ganz schwer. Ich verstehe, dass er Ruhe braucht und sich sammelt. Aber er wäre ein sehr wichtiger Mann für uns“, sagte etwa Stefan Kraft.

„Nehmen mir eine Last von den Schultern“

Schlierenzauer nahm vorerst nur in seinem Internetblog Stellung: „Die Vorfreude auf den Bergisel war riesig, der Blick auf den brodelnden Hexenkessel hinunter einfach gewaltig und ein echter Genuss, dann dieser schlechte Sprung, da fällt es schwer, die Enttäuschung in Worte zu fassen. Aus diesem Grund kommt die Entscheidung der sportlichen Leitung um Heinz, Ernst Vettori und Hans Pum, mich aus der Tourneemannschaft zu nehmen, nicht überraschend“, schrieb Schlierenzauer.

Der Tiroler, der in seiner Karriere mit 53 Weltcup-Siegen im Einzel so viele wie kein anderer Springer feiern konnte, zeigte sich von der Entscheidung des Trainerteams erleichtert. „Sie nehmen mir damit eine Last von den Schultern, die immer größer geworden ist. Ich wollte die Tournee unbedingt durchspringen, aber es passt so ganz und gar nichts zusammen und mir fallen auch keine Antworten mehr ein“, so Schlierenzauer, der am 7. Jänner seinen 26. Geburtstag feiert.

Diethart erhält Chance

Somit darf Diethart erstmals in dieser Saison im Weltcup antreten. Und das ausgerechnet auf jener Schanze, auf der er vor zwei Jahren den größten Triumph seiner Karriere feiern durfte. Der Tournee-Gewinner von 2014 war allerdings wegen einer Formkrise infolge einer verschleppten Verletzung nicht für das nationale Kontingent (sechs Springer) für die Heimbewerbe nominiert worden, nun sprachen ihm die Coaches der Trainingsgruppe zwei einen Startplatz zu. Der Niederösterreicher hatte mit dem Sieg in Bischofshofen vor zwei Jahren seinen sensationellen Tournee-Triumph fixiert.

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