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Spannendes Duell der Favoriten

Im zehnten Anlauf hat es für Aksel Lund Svindal endlich mit dem ersten Sieg beim Abfahrtsklassiker in Wengen, der wegen Nebels nach 25 Läufern kurz vor dem Abbruch stand, geklappt. Der 33-jährige Norweger lieferte auf der verkürzten Lauberhorn-Strecke eine perfekte Fahrt ab und feierte seinen insgesamt 31. Weltcup-Sieg. Auf Rang zwei landete ÖSV-Ass Hannes Reichelt. Der Vorjahressieger lieferte Svindal das erwartete Duell und lag 0,19 Sekunden zurück.

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Svindal und Reichelt fuhren überhaupt in einer eigenen Liga, denn der Drittplatzierte hatte bereits 1,52 Sekunden Rückstand. Aus ÖSV-Sicht besonders erfreulich war Klaus Kröll der schnellste Läufer der distanzierten Konkurrenz. Der 35-jährige Steirer hatte 0,05 bzw. 0,07 Sekunden Vorsprung auf die Italiener Dominik Paris und Christof Innerhofer und schaffte damit erstmals seit dem 11. November 2013 in Lake Louise wieder den Sprung auf das Podest. Von den restlichen ÖSV-Abfahrern landete nur noch Max Franz in den Top Ten (+ 1,86).

Reichelt mit Risiko auf Rang zwei

Reichelt setzte indes seine Erfolgsserie in Wengen nahtlos fort und stand zum fünften Mal in Folge in der Abfahrt, die wegen der Sicht mehrmals unterbrochen werden musste, auf dem Stockerl. „Langentrejen habe ich nicht mehr viel gesehen, gerade einmal das nächste Tor. Das war zäh, aber ich habe mir gedacht, wer nichts riskiert, der gewinnt nichts. Viel mehr konnte ich auf meiner Fahrt nicht machen, deshalb habe ich im Ziel gejubelt“, so Reichelt.

Zwei Podestplätze für ÖSV-Abfahrer

Hannes Reichelt wurde bei der Lauberhornabfahrt Zweiter vor Klaus Kröll. Das ÖSV-Duo musste sich nur dem Norweger Aksel Lund Svindal geschlagen geben.

Svindal übernahm mit seinem sechsten Saisonsieg wieder die Führung im Gesamtweltcup und liegt vor dem Slalom am Sonntag 15 Punkte vor Marcel Hirscher. „Es war nicht der perfekte Tag, um zu gewinnen. Besser ist, wenn alle die gleichen Bedingungen haben. Ich glaube aber, dass Hannes und ich gut gefahren sind, also haben wir es auch verdient“, erklärte Svindal, der wegen des Nebels um seinen ersten Wengen-Triumph zittern musste. „Es war am Limit, aber dieser Sieg schmeckt trotzdem gut“, freute sich der Speed-Dominator.

Herren-Abfahrt, Wengen

  • 1. Aksel Lund Svindal (NOR)
  • 2. Hannes Reichelt (AUT)
  • 3. Klaus Kröll (AUT)

Kröll nutzt frühe Startnummer aus

Da in der Früh der obere Teil nicht mehr trainiert werden konnte, ging der Klassiker auf verkürzter Strecke über die Bühne. Obwohl knapp 40 Sekunden fehlten, waren mit Hundschopf, Minschkante sowie Kernen- und Ziel-S alle Schlüsselstellen zu bewältigen. Von den ersten 15 Läufern gelang das Kröll am besten. Der 35-jährige Routinier nutzte seine Startnummer vier optimal und markierte die vorläufige Bestzeit.

„Ich habe immer daran geglaubt, dass ich mit einer sauberen Fahrt vorne mitfahren kann. Das war einer der Gründe, warum ich weitergemacht habe. Ich wollte es noch einmal, speziell für mich, wissen. Mit diesem Ergebnis fährt man jetzt natürlich etwas lockerer nach Kitzbühel“, sagte Kröll, der eine Karrierefortsetzung bis zur WM 2017 in St. Moritz ankündigte, nach seiner 142. Weltcup-Abfahrt.

Kröll-Comeback in Weltklasse

Am Samstag hat Klaus Kröll ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Bei der klassischen Lauberhornabfahrt in Wengen schaffte der 35-jährige Routinier mit Platz drei das Comeback in der Weltklasse.

Svindal und Reichelt im Hundertstelduell

In der Topgruppe wurden die Karten dann neu gemischt. Zunächst klassierte sich Paris nur 0,05 Sekunden hinter Kröll. Danach kamen aber die Favoriten Svindal und Reichelt, die ihrer Rolle mehr als gerecht wurden. Der Norweger absolvierte nach seinen Bestzeiten im Training und der Kombiabfahrt eine entschlossene und fehlerfreie Fahrt ab, distanzierte Kröll um 1,52 Sekunden und eröffnete damit eine neue Zeitrechnung.

Unmittelbar danach ging Reichelt ins Rennen und lieferte Svindal vom Start bis ins Ziel einen Hundertstelkrimi. Der Salzburger hatte nie mehr als 0,27 Sekunden Rückstand und konnte abschnittsweise Zeit auf den Saisondominator gutmachen. Im Ziel-S, das Reichelt bei seinem Sieg vor einem Jahr perfekt erwischt hatte, konnte er diesmal aber nicht die entscheidenden Zehntelsekunden aufholen.

Nebel legt sich auf das Lauberhorn

Reichelt, Svindal und Kröll mussten danach lange bangen, ob das Ergebnis auch gewertet werden würde. Dichter Nebel legte sich auf das Lauberhorn. Schon vor dem letzten Läufer der Topgruppe, Kjetil Jansrud, kam es zu einer längeren Unterbrechung aufgrund der schlechter werdenden Sicht. Der Kombinationssieger hatte bei seinem Lauf dann keine Chance und kam mit einem Rückstand von 2,13 Sekunden ins Ziel.

Nebel über der Rennstrecke

APA/AFP/Oliver Morin

Der Nebel wurde in Wengen beinahe zum Spielverderber

Der Nebel wurde immer dichter. Georg Streitberger wurde vorerst als letzter Läufer über die Strecke geschickt. „Ich habe nichts mehr gesehen. Es war extrem schwer“, sagte der Salzburger, der auch aufgrund des Schneefalls, die immer langsamer werdende Piste beklagte. Nach weiteren 30 Minuten Pause konnte die Abfahrt fortgesetzt werden. Als mit Startnummer 30 der Tscheche Ondrej Bank im Ziel war, war klar, dass sich Svindal über seinen Premierensieg in Wengen freuen durfte.

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