Themenüberblick

„Mehrere Systeme im Kopf“

Bei Red Bull Salzburg ist knapp vor dem Frühjahrsauftakt der tipico-Bundesliga vieles noch offen. Neo-Trainer Oscar Garcia war mit dem Trainingslager in Belek zwar zufrieden, trotzdem trat er die Heimreise mit vielen Fragezeichen im Kopf an. „Ich habe noch keine klare Idee im Kopf, wer in der Startelf sein könnte“, gestand Garcia vor dem Auftakt am 7. Februar bei Admira Wacker Mödling.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der Spanier machte auch keinen Hehl daraus, dass er sich noch über Verstärkungen im Transferfinish freuen würde. Schon zum Vorbereitungsstart hatte er sich eine Neuverpflichtung gewünscht, dies untermauerte er nun neuerlich. „Der Verein weiß über meine Wünsche Bescheid. Wir haben Langzeitverletzte, und da sollte vielleicht etwas getan werden“, so Garcia.

Oscar Garcia und Christof Elser (RBS)

GEPA/Felix Roittner

Neo-Coach Garcia und Assistent Christof Elser tappen noch im Dunkeln

Vor allem die Ausfälle von Christoph Leitgeb und Naby Keita seien so nicht absehbar gewesen. „Das ist ein Problem für uns, das wir jetzt versuchen zu lösen“, hofft Garcia auf neue Kicker in den nächsten Tagen. Da der 31. Jänner diesmal ein Sonntag ist, schließt das Transferfenster erst am 1. Februar um Mitternacht. „Es ist ja noch nicht geschlossen, vielleicht kommen noch ein paar neue Spieler, von daher kann ich mir über solche Dinge erst ab 1. Februar Gedanken machen“, sagte der Spanier noch in der Türkei.

„Mannschaft manchmal neu ausrichten“

Dasselbe gelte für das präferierte Spielsystem. „Ich habe mehrere Systeme im Kopf, die wir spielen können. Es hängt aber auch davon ab, welche Spieler wir Ende Jänner haben“, so Garcia. Eines steht aber schon fest, nur ein System wird es beim Titelverteidiger nicht geben. „Ich werde die Mannschaft manchmal neu ausrichten“, kündigte der 42-Jährige an. Zum Abschluss des Trainingslagers in Belek setzte Garcia bei der 0:1-Niederlage gegen den deutschen Zweitligisten FSV Frankfurt, wo mit Lukas Gugganig auch ein ÖFB-Legionär im Einsatz war, auf eine 4-3-3-Formation.

Die Innenverteidigung bildeten zu Beginn Paola Miranda und Asger Sörensen, die Mittelfeldreihe war durch Valon Berisha, Benno Schmitz und dem auffälligen Bernardo besetzt. Vorne agierten Valentino Lazaro, Omer Damari und Dimitri Oberlin. Nach der Pause wechselte Garcia gehörig durch. Kapitän Jonatan Soriano (Oberschenkelprobleme) kam genauso wie Yasin Pehlivan (Adduktorenprobleme) nicht zum Einsatz.

Kapitän Soriano bleibt der Leitwolf

Der Einsatz des Duos zum Frühjahrsstart ist allerdings nicht gefährdet, zumal auf die routinierteren Spieler wie Kapitän und Liga-Toptorschütze Soriano eine besondere Aufgabe zukommt. „Es ist wichtig, dass sie den jungen Spielern mit ihrer Erfahrung helfen, besser zu werden“, so Garcia, für den der kurzfristig eingeschobene Trip an die türkische Riviera seinen Zweck erfüllt hat.

„Ich bin sehr zufrieden, wie die Spieler auf dem Platz arbeiten, jeder will mir zeigen, dass er in der ersten Mannschaft sein will“, resümierte der Ex-Barcelona-Kicker. Dem einen oder anderen Spieler dürfte es dabei gelungen sein, den Neo-Trainer sehr zu überzeugen. „Ich spreche aber nicht gerne über einzelne Spieler, sondern lieber über die Mannschaft, das Kollektiv, wie es sich entwickelt“, ließ sich Garcia keine Namen entlocken.

Salzburg sticht Primera Divison aus

Die Aufgabe in Salzburg sei für ihn jedenfalls sehr reizvoll. „Würde Red Bull Salzburg jedes Jahr die Meisterschaft und den Cup gewinnen, wäre vielleicht kein Reiz da. Für mich ist es eine Herausforderung, erneut beide Titel zu verteidigen“, sagte Garcia, der im vergangenen Jahr Trainerangebote aus der Primera Division abgelehnt habe. „Es gab zwei Optionen in der Primera Division, ich wollte diese Chance aber nicht nützen, weil es mich mehr interessiert, im Ausland zu arbeiten“, verriet der 42-Jährige.

Man könne fern der Heimat mehr lernen. „Im eigenen Land ist es oft einfacher, man kennt schon einiges. Im Ausland lernt man viele neue Dinge dazu, das ist mein Ziel. Ich will als Trainer besser werden“, schilderte der Spanier seine Sicht. Dass es sich dabei um eine schwierige Aufgabe handelt, sei ihm bewusst. „Ich habe, schon bevor ich zu Salzburg gekommen bin, viele Spieler unserer Gegner gesehen und mich damit beschäftigt. Ich denke, dass Austria und Rapid bis am Schluss unsere Gegner im Kampf um den Meistertitel sein werden“, rechnet der Spanier mit einem engen Rennen.

Familie kommt erst nächste Saison

In Salzburg, wo nun Englisch die Sprache Nummer eins ist, muss der Ex-Watford-Trainer vorerst ohne seine Familie auskommen. Seine Frau und seine drei Töchter (6, 12, 14) werden abgesehen von zwischenzeitlichen Kurzbesuchen erst nächste Saison nachkommen. „Ich möchte meine Töchter nicht aus der Schule herausreißen“, klärte Garcia auf. Eine Wohnung hat er mittlerweile gefunden, ab 1. Februar gehört sein Hotelleben der Vergangenheit an.

Links: