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Kaum Bewegung auf Transfermarkt

Die SV Josko Ried hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem Verlust von mehr als einer Million Euro abgeschlossen. „Es war ohne Zweifel ein Verlustjahr dabei, aber wir haben in den Jahren davor stets Gewinne gemacht. Wir haben heuer sicherlich keine wirtschaftlichen Probleme“, sagte Ried-Manager Stefan Reiter in Belek und unterstrich, dass der Vorletzte der tipico-Bundesliga gut aufgestellt sei.

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„Man muss sich keine Sorgen machen“, betonte Reiter im APA-Gespräch im Trainingslager. Laut den Zahlen des Kreditschutzverbands (KSV) für die Saison 2014/15 belief sich das Minus der Rieder auf 1,151 Millionen Euro. „Es waren auch massive Abschreibungen dabei, wir haben ja eigene Gebäude, die andere Vereine nicht haben“, sagte der 55-Jährige.

SV Ried im Trainingslager

In der Bundesliga heißt es für den Tabellenvorletzten Ried, sich so schnell wie möglich vom Schlusslicht WAC abzusetzen. Im Trainingslager in der Türkei wird momentan alles getan, damit das in der Rückrunde dann auch gelingt.

„Aber wir haben kein einziges von unseren Gebäuden, wie das Trainingszentrum aktiviert, also täten wir uns mit einer positiven Eigenkapitalbilanz relativ leicht“, erklärte der Reiter, der sich sicher ist, dass es daher wie in den Jahren zuvor keine Lizenzprobleme geben werde. Würden Grund und Boden aufscheinen, hätte man da schon jetzt ein „Riesenplus“.

Mittendrin im Abstiegskampf

Sportlich stecken die Innviertler vor dem Frühjahrsstart am 6. Februar beim SV Mattersburg allerdings mittendrin im Abstiegskampf. Verstärkungen sind keine mehr zu erwarten. Mit Michael Brandner und Mathias Honsak sind nur zwei talentierte Ex-Liefering-Spieler neu beim Club. Für den Abgang von Oliver Kragl zum Serie-A-Club Frosinone gibt es keinen „1:1-Ersatz“.

Spieler der SV Ried während eines Trainings

GEPA/Martin Hoermandinger

Der Ball bei den Riedern soll auch in der nächsten Saison erstklassig rollen

„Wir haben es versucht, aber schnell mitbekommen, dass das im Winter eigentlich nicht möglich ist. Wir können nicht dasselbe Geld wieder ausgeben, dann hätten wir Kragl ja gar nicht verkaufen müssen“, sagte Reiter. Sein Club müsse sich über Transfers finanzieren. „Sonst schaffen wir es nicht, das war immer so.“ Einen weiteren Spieler verlieren werden die Rieder nicht mehr.

Auch der zuletzt in den Medien kolportierte Wechsel von Thomas Murg zu Adi Hütters Schweizer Club Young Boys Bern wird im Winter fix nicht zustande kommen. „Das ist kein Thema und auch bei den Young Boys kein Thema, die haben ihren Kader voll“, klärte Reiter auf. Im Trainingslager in Belek bekam er diese Info aus erster Hand, ist doch YB wie die Innviertler in jenem Tophotel untergebracht, in dem 2015 der G-20-Gipfel stattfand.

Reiter plädiert für frühere Anpfiffzeiten

Im Gegensatz zu den größtenteils guten Bedingungen an der türkischen Riviera erwartet die Rieder in der Heimat im Februar wieder der Winter. Um die Zuschauer trotzdem vermehrt in die Stadien zu locken, würde sich Reiter eine Änderung der Spielzeiten wünschen. „Mein Zugang ist schon seit Langem, dass wir zwei zentrale Anspielzeiten brauchen“, sagte der 55-Jährige. Je eine für den Sommer und den Winter.

Außenansicht der Keine Sorgen Arena in Ried

ORF.at/Dominique Hammer

Das Ried-Stadion wurde in den letzten Jahren immer wieder nachjustiert

„Im Winter muss bei Spielbeginn Tageslicht sein, um den Jugendlichen und Kindern den Stadionbesuch zu ermöglichen, und auch wegen der Kälte“, schilderte Reiter seine Sicht. Die deutsche Zweite Liga habe es mit Startzeit 13.30 Uhr vorgemacht. „Ich denke, dass das eine Möglichkeit wäre, um dem Zuschauerrückgang entgegenzuwirken“, so Reiter. Derzeit gehen die meisten Spiele am Samstag um 18.30 Uhr über die Bühne.

Stadionerlebnis muss attraktiver werden

Laut Reiter habe auch die bei Fans beliebte deutsche Bundesliga negativen Einfluss auf die Zuschauerzahlen. „Die wird schon sehr viel geschaut, und es wird immer mehr und trifft uns ein bisschen“, analysierte Rieds Langzeitmanager. In den ersten 18 Runden sank der Liga-Zuschauerschnitt im Vergleich zum Herbst davor um 1,8 Prozent. In Ried kamen durchschnittlich 3.882 Anhänger.

Gefordert sind natürlich auch die Clubs, vor allem in puncto Infrastruktur. „Unser Stadion ist ja sehr attraktiv für einen kleinen Verein, wir haben in den letzten zwölf Jahren immer wieder nachinvestiert. Wir müssen aber alle miteinander Anstrengungen unternehmen, um die Qualität der Stadien laufend zu erhöhen“, weiß das Bundesliga-Aufsichtsratsmitglied. Da wartet teilweise noch viel Arbeit.

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