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Olympiasiegerin stellt Autobiografie vor

Sie ist eine herausragende Eiskunstlauf-Pflichtläuferin gewesen - wahrscheinlich die beste. Dennoch nennt sich der auf 208 Seiten gedruckte Rückblick von Trixi Schuba auf ihren bisherigen Lebensabschnitt „Die Kür meines Lebens“. Denn die Olympiasiegerin nimmt sich darin die Freiheit, auf ihre persönliche Art Zwischenbilanz zu ziehen. Das Korsett der bis in die 70er Jahre im Eiskunstlauf üblichen Pflicht legt sie darin ab.

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Der Kür ihres Lebens hatte Schuba letztlich auch ihren Triumph bei den Winterspielen 1972 in Sapporo zu verdanken. „Ich hatte nach der Pflicht einen so großen Vorsprung, dass ich mir ausgerechnet habe, dass ich auch mit zwei, drei Stürzen in der Kür noch gewinnen würde“, erinnerte sich die Wienerin am Montag bei der Präsentation ihres Werkes im Wiener Rathaus. Letztlich sparte Schuba nur den Doppelaxel aus, und der Rittberger wurde bloß ein einfacher.

Ehemalige Eiskunstläuferin Beatrix (Trixi) Schuba (1969)

picturedesk.com/Imagno/Leo-Heinz Hajek

Trixi Schuba 1969 - drei Jahre vor ihrem Olympiagold in Sapporo

Das reichte locker zur einzigen Goldmedaille Österreichs in Japan. „Trixi, bring du das Gold“ stand auf einem Transparent in der Makomanai-Arena, nachdem Skiheld Karl Schranz vom damaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage von den Spielen ausgeschlossen und von 200.000 Landsleuten am Tag nach Schubas Gold-Coup daheim demonstrativ gefeiert worden war. Der Titelgewinn Schubas ging an diesem 7. Februar im Schatten der Ereignisse ein wenig unter.

Auch sentimentaler Blick zurück

„Ich habe 2015 in den USA eine größere Wertschätzung erhalten als 1972 in Österreich“, merkte Schuba bei der Buchpräsentation in Anwesenheit prominenter Gäste wie etwa Schranz, Lotte Tobisch und vielen ehemaligen Eiskunstlauf-Kolleginnen an. Erhalten habe sie diese Anerkennung im Vorjahr in Lake Placid, als sie Jurorin bei der ersten Pflicht-WM war. Ein „Revival“, bei dem sie viele ehemalige Konkurrentinnen wiedergetroffen hat und sie vom Publikum frenetisch bejubelt wurde.

„Es ist ein Zwischenbericht meines Lebens auf und neben dem Eis“, fasste Schuba ihr Buch in wenigen Worten zusammen. Es beginnt mit einem Blick zurück in einem Brief der Autorin an ihren 1962 viel zu früh verstorbenen Vater, als sein „Augapfel“ gerade erst dem Volksschulalter entwachsen war. „Die Kür meines Lebens“ erhält zudem viele Tagebucheinträge und Briefe, geschrieben u. a. auf den vielen Eiskunstlauf-Reisen an die daheim gebliebene Mutter.

Streben nach Perfektion

Dass Schuba alles archiviert hat, verdankt sie ihrer Lebenseinstellung. „Ich wollte immer perfekt sein, noch perfekter sein.“ Die Liebe zur Präzision führt die je zweifache Ex-Welt- und Europameisterin auch auf Hellmut Seibt zurück. Als ihr erster Trainer bereitete er sie ab dem Alter von viereinhalb Jahren auf die Karriere vor. Diese lag in einer Eiskunstlauf-TV-Übertragung begründet. Klein-Trixi sah die Bilder, wollte diesen Sport unbedingt auch ausüben. Schon am nächsten Tag waren Schlittschuhe gekauft.

Ein wesentliches Merkmal von „Die Kür meines Lebens“ sind an die 400 Fotos aus Schubas Leben. Sie illustrieren die Kernpunkte im Lebenslauf der einzigen österreichischen Eiskunstlauf-Olympiasiegerin nach Herma Szabo 1924. Heute lebt Schuba nach wie vor mit ihrer Hündin Cosima am Wiener Stadtrand. Erst am 1. Mai 2015 stieg sie aus ihrem Berufsleben bei einer Versicherung aus. In gut fünf Wochen feiert sie am 15. April ihren 65. Geburtstag.

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