Sechs Punkte Vorsprung auf Rapid
Nach dem Rapid-Remis beim WAC am Vortag hat Red Bull Salzburg den Meisterzug am Sonntag zumindest in Bewegung gesetzt. Denn mit einem aufgrund der deutlich höheren Spielanteile und wesentlich mehr Torchancen hochverdienten 1:0 gegen die Admira vergrößerte der Tabellenführer den Vorsprung auf den Verfolger aus Hütteldorf auf sechs Punkte. Die Niederösterreicher kassierten die erste Niederlage nach drei Ligasiegen en suite.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Einmal mehr war es Jonatan Soriano, der mit seinem Tor in der 61. Minute zum Salzburger Matchwinner avancierte. Der amtierende und womöglich auch künftige Meister ist nun schon acht Bundesliga-Runden ungeschlagen. Salzburg sorgte außerdem dafür, dass die Südstädter ihr Lieblingsgegner bleiben. In den jüngsten zehn Duellen mit der Admira gab es keine Niederlage, zu Hause gingen die Salzburger zum zehnten Mal in Folge als Sieger vom Platz.
Salzburg - Admira: 1:0 (61.) Soriano
Das 20. Saisontor von Jonatan Soriano entschied am Sonntag zum Abschluss der 30. Runde das Duell zwischen Salzburg und Admira.
In der 31. Runde stehen die „Bullen“ am Samstag gegen Nachzügler Ried vor dem nächsten Pflichtsieg. Rapid wiederum trifft am Sonntag (16.30 Uhr, live in ORF eins) im großen Wiener Derby auf den schwächelnden Erzrivalen Austria. Der Vierpunkterückstand der Admira auf den Dritten Austria blieb durch die Niederlage in Salzburg jedenfalls bestehen - der Fünfte Sturm Graz rückte den Niederösterreichern bis auf einen Punkt nahe.
Salzburger Powerplay ohne Abschlüsse
Im Gegensatz zum Auswärtsmatch gegen Rapid am vergangenen Wochenende starteten die Salzburger diesmal äußerst druckvoll. Die Gastgeber waren praktisch ununterbrochen in Ballbesitz. In der vierten Minute setzte Valentino Lazaro an der Strafraumgrenze zu einem schönen Haken an, brachte aber nicht genug Druck hinter den Abschluss. Admira-Torhüter Jörg Siebenhandl hatte kein Problem. Drei Minuten später musste er gar nicht eingreifen, als Verteidiger Markus Vostry vor Jonatan Soriano rettete, nachdem Andreas Ulmer eine Flanke in Richtung des Spaniers geschlagen hatte.
Salzburg - Admira
In der Bundesliga ist Salzburg der Titelverteidigung wieder einen Schritt näher gekommen. Nach dem 1:0 gegen die Admira beträgt der Vorsprung auf Rapid sechs Runden vor Schluss sechs Punkte.
Das „Bullen“-Powerplay ging weiter. Aggressiv, lauffreudig, und da auch noch inspiriert, schnürte man die Niederösterreicher in der eigenen Hälfte ein. Erst nach zehn Minuten kamen die ersten zaghaften Angriffsversuche des Bundesliga-Teams der Stunde. Wenn dabei auch noch nichts Gefährliches herauskam, brachte die Admira damit doch das Offensivspiel des Meisters ins Stocken. Mit konsequentem Zweikampfverhalten und taktischer Disziplin hielt der Underdog den Tabellenführer vom Strafraum fern. Das Südstädter Trainerduo Oliver Lederer und Ernst Baumeister war zufrieden.
Admira hält 0:0 bis zur Pause
Dann passierte Siebenhandl die 350-Minuten-Marke ohne Gegentor in der Bundesliga (34.), ansonsten war die Partie ein wenig eingeschlafen. Naby Keita (39.) schoss nach Vorlage von Soriano aus spitzem Winkel daneben. Abgesehen von dieser Aktion der „Bullen“ hatte die Admira keine großen Schwierigkeiten, das 0:0 im Stil einer abgebrühten Mannschaft in die Halbzeit zu schaukeln. Insgesamt war über die erste Hälfte zu sagen, dass Salzburg zwar spielbestimmend, aber über weite Strecken auch ideenlos war.
Hausherren immer konkreter, bis Soriano trifft
Nach dem Seitenwechsel hätte der Titelverteidiger dann aber beinahe einen perfekten Beginn der zweiten Hälfte erwischt. Einmal mehr kombinierten sich Keita und Soriano vor das Admira-Tor, der spanische Goalgetter schoss volley denkbar knapp über die Latte (47.). Wenige Minuten später (51.) fand Soriano gleich die nächste Großchance vor, in Keeper Siebenhandl aus kurzer Distanz allerdings auch seinen Meister. Salzburg wurde jetzt zwingender, die Führung lag buchstäblich in der Luft. Die Admira war ins Schwimmen geraten.
In der 61. Minute krönte Salzburg die Drangperiode dann endlich mit dem Führungstor. Wenig überraschend war es Soriano, der die Mannschaft von Trainer Oscar Garcia mit seinem 111. Bundesliga-Tor und 20. Saisontreffer auf die Siegerstraße brachte. Ulmer und der eingewechselte Hee-Chan Hwang hatten den iberischen Torjäger über links ideal am Fünfer in Abschlussposition gebracht. Soriano vollendete aus kurzer Distanz eiskalt, der Kurs in Richtung Meistertitel stimmte wieder. Dabei sollte es auch bleiben.
Leader bringt „Dreier“ über die Zeit
Denn was die Admira der drohenden Niederlage entgegenzusetzen hatte, war an diesem Nachmittag zu wenig. Soriano hätte zehn Minuten vor Schluss vielmehr auf 2:0 erhöhen können, hatte sein Visier bei einem Schuss von links aber um eine Spur zu ungenau eingestellt. Anders als Rapid in Wolfsberg (2:2 nach 2:0-Führung) leistete sich der Leader im Finish keine Nachlässigkeiten mehr. Garcias Schützlinge brachten den wichtigen „Dreier“ über die Zeit. Der eingewechselte Takumi Minamino vergab in der Nachspielzeit (92.) per Kopf noch die Riesenchance auf das zweite Tor.
Harald Hofstetter, ORF.at
Tipico-Bundesliga, 30. Runde
Sonntag:
Salzburg - Admira 1:0 (0:0)
Red-Bull-Arena, 8.109 Zuschauer, SR Ouschan
Tor: Soriano (61.)
Salzburg: Walke - Schwegler, Miranda, Caleta-Car, Ulmer - Berisha, Bernardo, Keita - Lazaro (75./Minamino), Soriano, Reyna (57./Hwang)
Admira: Siebenhandl - Zwierschitz, Lackner, Wostry, Pavic - Ebner, D. Toth - Bajrami (85./Monschein), Knasmüllner (61./Starkl), Spiridonovic (67./Ayyildiz) - Grozurek
Gelbe Karten: Keine
Links: