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Triumph trotz holpriger Saison

Salzburgs Vormachtstellung im heimischen Fußball ist nach wie vor ungebrochen. Am Samstag fixierten die „Bullen“ mit einem 1:1 gegen Sturm Graz den dritten Bundesliga-Titel in Folge. Auch ohne Powerfußball, aber mit „neuer Sachlichkeit“ waren die Salzburger von der Konkurrenz nicht aufzuhalten. „Der Stellenwert dieses Titels ist sehr groß“, sagte Verteidiger Andreas Ulmer.

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Das Remis gegen Sturm besiegelte zwei Runden vor Ende der Bundesliga den siebenten Meistertitel in der elften Saison seit dem Einstieg Red Bulls bzw. den dritten in Folge. Zudem hat der Cupfinalist das dritte Double en suite im Visier. Ein Spaziergang war der insgesamt zehnte Titel für Salzburg, drei davon gelangen noch als Austria, freilich nicht. Wir hatten am Start Schwierigkeiten", so Ulmer.

Aderlass und holpriger Start

Bereits zu Saisonbeginn war offensichtlich, dass der Weg zum Titel ein harter werden würde. In fast schon bester Salzburger Tradition verließen im Sommer nicht nur Trainer Adi Hütter, sondern auch Schlüsselspieler wie Andre Ramalho (Bayer Leverkusen), Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker (beide RB Leipzig) den Club. Ein weiterer Aderlass nach den Abgängen von Kevin Kampl und Sadio Mane in den Monaten davor.

Bierdusche für Naby Deco Keita von Dimitri Joseph Oberlin und Jose Yordy Reyna Serna (Salzburg)

APA/Krugfoto

Nach holprigem Start war eine Salzburger Meisterdusche noch weit weg

Prompt erwischte Trainer Peter Zeidler - als Hütter-Nachfolger nur die interne „zweite Wahl“ - mit zwei Niederlagen in der Bundesliga, den Europacup-Schlappen gegen Angstgegner Malmö (CL-Qualifikation) und die biederen Weißrussen von Dynamo Minsk (EL-Quali) einen katastrophalen Start. Doch Zeidler brachte die Truppe um Jonatan Soriano und Naby Keita zwischenzeitlich wieder auf Schiene. Am 17. Oktober stand Salzburg erstmals in dieser Saison auf Platz eins.

Konkurrenz half mit

Doch eine Schwächephase gegen Herbstende, die zeitlich mit den Querelen um den abwanderungswilligen ÖFB-Teamverteidiger Martin Hinteregger zusammenfiel, kostete Zeidler noch vor Weihnachten den Job - zum ersten Mal in der Red-Bull-Ära trennte man sich während der Saison von einem Trainer. Der Weg für Oscar Garcia war damit frei. Der frühere Kicker des FC Barcelona, der im Sommer zwar mit den Salzburgern verhandelt hatte, schließlich aber nicht zum Zug gekommen war, übernahm Ende Dezember von Interimscoach Thomas Letsch.

Von da an gaben sich die „Bullen“ mit Ausnahme des zweiten Spiels der Ära Oscar, wo es eine 0:1-Niederlage gegen Ried gab, keine Blöße mehr. In zwölf Partien holte man bei drei (Auswärts-)Unentschieden neun Siege. Der Triumph ist aber wohl auch der Schwäche der Konkurrenz zuzuschreiben. So ließ Rapid im März bzw. Anfang April zu viele Punkte liegen. „Alles in allem hat diese junge Mannschaft große Moral bewiesen und sich den Meistertitel verdient“, so Ulmer.

Garcia erst auf halber Strecke

Vom Fußball der Marke Roger Schmidt, der ein Jünger des Pressing-Evangeliums von Ralf Rangnick ist, blieb eine vergleichsweise profane Variante übrig. Die bedingungslose Anwendung des Gegenpressings, die Idee von der schnellen Balleroberung und dem ebenso schnellen Abschluss, sind einer „neuen Sachlichkeit“ und einer stärkeren Betonung des Ballbesitzes sowie der Defensive gewichen. Offensichtlich wurde aber auch, dass die Mannschaft ohne Schlüsselspieler wie Torjäger Jonatan Soriano oder Mittelfeldmotor Naby Keita durchaus in Probleme kommt.

Salzburg-Trainer Oscar Garcia

GEPA/Felix Roittner

Garcia brachte das Meisterschiff schließlich sicher in den Hafen

In Sachen Effizienz ist diese Facon des Salzburger Kicks jedenfalls vielversprechend. Mit einem Punkteschnitt von 2,21 in Ligaspielen darf sich Oscar zwei Partien vor Saisonende gute Hoffnungen machen, Roger Schmidt (2,18) als erfolgreichsten Trainer der Red-Bull-Ära abzulösen. Der Deutsche erbrachte diesen Schnitt aber in einem wesentlich längeren Vergleichszeitraum von 72 Partien und markierte mit der herausragenden Saison 2013/14, als man 80 Punkte einfuhr und ein beeindruckendes Torverhältnis von 110:35 aufwies, zudem einen Meilenstein.

Rundum zufrieden ist Oscar jedenfalls noch nicht. „Es ist klar, dass wir erst auf der Hälfte des Weges sind“, meinte er im Saisonfinish. Für Zufriedenheit bei den Fans würde der 43-jährige jedenfalls mit dem erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der Champions League unter der Ägide Red Bulls sorgen. Welcher Kader Oscar dabei zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten. Ein grober Umbau der Mannschaft ist nicht zu erwarten, nur eine Frage beschäftigt die Fans - jene, ob Keitas Zukunft in Salzburg liegt.

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