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Zwei ÖFB-Tore und keine Verletzten

In lebhafter Erinnerung wird das EM-Testspiel der österreichischen Nationalmannschaft gegen Malta nicht vielen bleiben. Das 2:1 der ÖFB-Auswahl gegen harmlose Gäste war am Dienstag in Klagenfurt beileibe nichts für Fußballfeinschmecker. Dass sich die insgesamt zu unpräzise und ineffizient agierenden Österreicher dennoch durchsetzten und sich dabei niemand verletzte, waren die erfreulichsten Tatsachen des eher langweiligen Abends.

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Marko Arnautovic (4.) und Alessandro Schöpf (18.) trafen vor 20.200 Zuschauern im Wörthersee-Stadion zum zweiten Testsieg des Jahres. Ein kurioses Eigentor von David Alaba im Finish (87.) verblüffte sogar die Malteser. Im März hatten die Schützlinge von ÖFB-Teamchef Marcel Koller gegen Albanien gewonnen (2:1) und gegen die Türkei verloren (1:2). Für Österreich war es der vorletzte Test vor der EM in Frankreich. Die Generalprobe steigt am Samstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) in Wien gegen die Niederlande. Am 14. Juni bestreitet das ÖFB-Team den EM-Auftakt gegen Ungarn.

Tor des ÖFB-Spielers Marko Arnautovic gegen Malta

GEPA/Daniel Götzhaber

Arnautovic sorgte für die frühe Führung

Drei EM-Fixstarter auf Ersatzbank

Auf drei Positionen hatte der Teamchef im halbvollen Wörthersee-Stadion in der ÖFB-Startelf überrascht. Im Tor begann Frankfurt-Ersatzgoalie Heinz Lindner und nicht der „Einser“ Robert Almer. Kapitän Christian Fuchs nahm ebenfalls auf der Ersatzbank Platz, weil sich Koller auf der linken Außenbahn noch einmal Ingolstadt-Legionär Markus Suttner ansehen wollte. Dasselbe galt für Alessandro Schöpf (Schalke). Bayern-Star David Alaba absolvierte die Anfangsphase des Tests daher auch in beobachtender Rolle.

Abwehrchef Aleksandar Dragovic und Stürmer Marc Janko, die jeweils seit 10. April verletzungsbedingt kein Pflichtspiel mehr bestritten hatten, standen dagegen beide in der Startformation. Janko fungierte anstelle von Fuchs auch als Kapitän. Als zweiter Innenverteidiger neben Dragovic begann Martin Hinteregger.

Blitzstart dank Arnautovic - auch Schöpf trifft

Mit dem perfekten Start der Gastgeber gegen den „Fußballzwerg“ hatten diese Aufstellung nichts zu tun, denn das erste Tor schossen sich die Gäste praktisch selbst. Konkret war es Defensivmann Andrei Agius, der an der Strafraumgrenze vor seinem nichtsahnenden Goalie Henry Bonello völlig unmotiviert zu einem Haken gegen Arnautovic ansetzte. Der Stoke-Legionär nahm die ungeschickte Einladung dankend an, dem Gegenspieler den Ball ab und traf ins leere Tor zum 1:0 (4.). Der vor dem Match oft angesprochene „Abwehrriegel“ der Malteser war geknackt.

Traumstart für Österreich

Malta-Verteidiger Andrei Agius wurde ein Haken im eigenen Strafraum zum Verhängnis. Marco Arnautovic eroberte den Ball und brachte Österreich nach nur vier Minuten mit 1:0 in Führung.

Damit war auch früh klar, dass die Partie für den EM-Starter wohl weniger „kompliziert“ werden würde als vielleicht angenommen. Vor allem Zlatko Junuzovic machte zu Beginn viel Dampf, kam bei zwei schön vorgetragenen Angriffen zum Abschluss im Strafraum knapp zu spät. Das zweite Tor ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Nach Vorarbeit des gewohnt spielfreudigen Junuzovic versetzte Schöpf nach idealem Laufweg am Sechzehner gekonnt seinen Gegenspieler und schoss mit links eiskalt zum 2:0 (18.) ein.

Schöpf legt einen drauf

Zlatko Junuzovic bediente Schöpf ideal. Der Schalke-Legionär ließ zunächst einen Verteidiger stehen und schob Malta-Torhüter Henry Bonello dann den Ball gekonnt durch die Beine (18.).

Gemächlicher Schongang ohne Inspiration

In der Folge ließen es die Österreicher gemächlich weiterlaufen. Etwas schlampig im Spielaufbau und auf dem Weg in den Strafraum zu unpräzise agierten Kollers Schützlinge. Der Schweizer hatte dennoch keinen Grund zur Sorge, zumal von Malta in keiner Phase Gefahr drohte. Ein paar Torchancen mehr hätten sich der Teamchef und die Zuschauer aber schon gewünscht. Bis zum Pausenpfiff des finnischen Schiedsrichters Mattias Gestranius hatte sich im EM-Stadion von 2008 doch etwas Langeweile eingestellt.

Über den Wert des Tests ließ sich wenig sagen. Was feststand war, dass von Suttner links zu wenig kam. Lindner hatte im Tor nichts zu tun. Und Schöpf war als Torschütze schon einmal positiv in Erscheinung getreten. Nach dem Seitenwechsel blieb zu hoffen, dass Österreich öfter und druckvoller über die Flügel kommen würde. In der ersten Hälfte hatte nur ein Eckball Janko erreicht.

Viele Wechsel, kaum Torszenen

Lindner, Baumgartlinger und Arnautovic waren zur Pause in der Kabine geblieben. Ramazan Özcan im Tor, Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer kamen in die Partie, die zum Leidwesen aller Anwesenden weiter dahinplätscherte. Technische Fehler und Konzentrationsmängel trugen auch nicht gerade dazu bei, dass sich in der Offensive Konkretes ergeben hätte können. In der 57. Minute schoss Schöpf zumindest einmal in Richtung Tor.

Kurioser Schlusspunkt durch Alaba-Eigentor

Für die letzten 25 Minuten brachte Koller noch Alaba statt Schöpf, der vom Publikum mit viel Applaus verabschiedet wurde. Der kaum aktiv aufgefallene Harnik hatte es ebenfalls hinter sich, für ihn kam Lukas Hinterseer. An der Qualität der Partie änderte das nichts. Wenige Augenblicke vor seiner Auswechslung (71.) fand Janko die erste richtige Abschlussgelegenheit vor, traf den Ball aber nicht richtig. Dann wurde der Basel-Stürmer durch Rubin Okotie ersetzt.

Kurioses Eigentor von Alaba

Ein ungewohnter Fehler von David Alaba führte zum Anschlusstreffer für Malta. Der Bayern-Star wollte einen Rückpass zu Goalie Ramazan Özcan spielen, doch der stand nicht mehr im Tor.

Ein wenig Schwung brachte Alaba schon noch. In einem unspektakulären Finish blieben Torszenen dennoch Mangelware. Der Schlusspunkt in der 87. Minute passte dann irgendwie zum Spiel. Özcan spielte den Ball vom Fünfer zu Alaba. Der wollte ihn aus der Drehung zurück zum ÖFB-Torhüter spielen - sah dabei aber nicht, dass Özcan noch neben dem Gehäuse stand. So rollte die Kugel über die Linie. Ein Eigentor von Alaba, wahrlich ein kurioser Abschluss eines aus ÖFB-Sicht durchwachsenen Fußballabends.

Harald Hofstetter, ORF.at aus Klagenfurt

EM-Testspiel in Klagenfurt

Dienstag:

Österreich - Malta 2:1 (2:0)

Wörthersee-Stadion, 20.200 Zuschauer, SR Gestranius (FIN)

Torfolge:
1:0 Arnautovic (4.)
2:0 Schöpf (18.)
2:1 Alaba (87./Eigentor)

Österreich: Lindner (46./Özcan) - Klein, Dragovic, Hinteregger, Suttner - Baumgartlinger (46./Ilsanker), Schöpf (63./Alaba) - Harnik (64./Hinterseer), Junuzovic, Arnautovic (46./Sabitzer) - Janko (72./Okotie)

Malta: Bonello (90./Haber) - Gatt Baldacchino, Agius, Camilleri (79./Pisani), Z. Muscat, Failla - Kristensen (77./R. Muscat), Briffa, Sciberras (83./Cremona), Gambin - Farrugia (67./Mifsud)

Gelbe Karten: keine bzw. Gatt Baldacchino

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