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„Von allem ein bisschen besser“

In neun Tagen beginnt die EM, in 13 Tagen bestreitet Österreich sein Auftaktmatch gegen Ungarn in Bordeaux. Nimmt man die Zuversicht der ÖFB-Spieler und deren Fokusssierung auf Tag X als Maßstab, kann nicht viel schiefgehen. Von dem nicht gerade berauschenden Test gegen Malta (2:1) am Dienstag in Klagenfurt ließ sich das Team von Marcel Koller jedenfalls nicht beunruhigen.

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Das regenerative Trainingslager in der Schweiz, das vor allem eine Teambuildingfunktion hatte und Spaß machen sollte, steckte Marc Janko und Co. bei der Quälerei gegen die Malteser noch in den Knochen, insofern, als Passspiel, Rhythmus, Umschaltspiel und Präzision bei Weitem nicht auf EM-Niveau lagen. „Das war nicht so überzeugend“, brachte es der nach Adduktorenverletzung wiedergenesene Stürmer Janko auf den Punkt. „Aber ich würde das nicht überbewerten. Wir waren eine Woche klettern und Golf spielen. Wir haben noch Zeit für die nötigen Automatismen.“

Glanzloser Testsieg des ÖFB-Teams

Zwei Wochen vor dem ersten Auftritt bei der Europameisterschaft in Frankreich hat die österreichische Nationalmannschaft den Test gegen Malta knapp gewonnen.

Niederlande bringen mehr Erkentnisse

Er hätte ein 6:0 gegen Malta auch nicht überbewertet, fügte Janko hinzu. Wie seine Teamkollegen verwies er darauf, dass der nächste und letzte EM-Probegalopp am Samstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) im Wiener Ernst-Happel-Stadion echte Erkenntnisse bringen wird. „Ich denke schon, dass wir jetzt wieder schnell unseren Rhythmus finden werden“, sagte David Alaba. „Gegen die Niederlande wird es ein ganz anderes Spiel.“ Damit sprach er die im Vergleich zu Malta natürlich völlig konträre, offensive „Oranje“-Spielphilosophie an.

Marc Janko

GEPA/Daniel Goetzhaber

Gefährliche Offensivaktionen von Janko und Co. waren gegen Malta selten

Sein unglückliches Eigentor, „das erste und letzte“, wie Alaba augenzwinkernd versprach, nahm der Bayern-Star „zu hundert Prozent“ auf seine Kappe. Er habe bei seinem Rückpass auf das Tor „nicht geschaut“ und daher auch nicht gesehen, dass Keeper Ramazan Özcan neben diesem stand. Auf das Thema, warum der in der Nationalmannschaft weiter vom Pech verfolgte Ingolstadt-Goalie nicht ins Tor zurückgeeilt war - und vor allem, warum Özcan davor Alaba, der am eigenen Sechzehner von drei Maltesern umringt war, überhaupt angespielt hatte -, ging der erst im Finish eingewechselte Fußballer des Jahres ehrenhafterweise nicht ein.

Viel Lob für Schöpf

Viel lieber lobte Alaba seinen früheren Bayern-Internatskameraden Alessandro Schöpf - für dessen Tor zum 2:0 und die vielversprechende Leistung des Schalke-Legionärs. „Er war damals schon gut und hat sich sehr gut entwickelt“, so Alaba über seinen „Back-up“ auf der offensiveren Sechserposition. „Wir werden sicher noch viel Freude an ihm haben.“ Schöpf selbst sprach nach seinem dritten A-Team-Einsatz von einem „ordentlichen Spiel“ seinerseits. „Allgemein war es nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten.“

Vom wenig berauschenden Gesamtauftritt der Mannschaft ließ sich der junge Deutschland-Legionär die Freude über sein sehenswertes Premierentor für Österreich aber nicht nehmen. „Ein schönes Gefühl, ich habe mich natürlich sehr gefreut.“ Verrückt machen will er sich davon nicht lassen. „Es macht Spaß. Ich werde weiter Gas geben, volle Konzentration auf das Training legen. In den Spielminuten, die ich bekomme, werde ich hundert Prozent geben“, so Schöpf. Seinen Platz im EM-Kader hat er jedenfalls zu Recht.

Am 14. Juni zählt’s

Was Zlatko Junuzovic betrifft, stellt sich diese Frage schon gar nicht. Der Leistungsträger war auch in Klagenfurt einer der besten, wenn nicht der beste Österreicher. Den Treffer von Schöpf bereitete der Bremen-Legionär mustergültig vor. „Es nicht das überragende Ergebnis. Der Rhythmus hat uns noch gefehlt, auch das Tempo“, analysierte Junuzovic den mühenvollen Auftritt. „Deshalb haben wir uns schwergetan, durch die Sechserkette von Malta zu kommen. Vorne hat uns vielleicht auch die letzte Entschlossenheit gefehlt.“

Was bis zum EM-Start und vielleicht schon gegen die Niederlande besser gelingen soll, wusste Außenverteidiger Florian Klein: „Von allem ein bisschen.“ Und Abwehrchef Aleksandar Dragovic hatte einen Ansatz parat, dem man sich auch nicht ganz verschließen konnte: „Solange wir die Fehler nicht am 14. Juni machen und wenn wir gegen Ungarn auch 2:1 gewinnen, ist es okay, denk ich.“

Harald Hofstetter, ORF.at, aus Klagenfurt

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