Themenüberblick

Neue Aufgaben stehen bevor

Dominic Thiem ist durch seinen Halbfinal-Einzug bei den French Open in Paris im ATP-Ranking erstmals in die Top Ten gekommen. Der 22-Jährige nimmt in der am Montag erschienenen Weltrangliste mit 3.105 Punkten den siebenten Platz ein. Unangefochten an der Spitze liegt weiterhin der serbische French-Open-Sieger Novak Djokovic (16.950 Punkte).

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Im WTA-Ranking führt die US-Amerikanerin Serena Williams (8.330) nunmehr vor ihrer Paris-Finalbezwingerin Garbine Muguruza (ESP/6.766), die sich um zwei Plätze verbesserte. Die Polin Agnieszka Radwanska (6.080) fiel auf Platz drei zurück. Als beste Österreicherin liegt Tamira Paszek mit 490 Zählern auf dem 123. Rang.

Thiem dagegen avancierte mit seinen 720 Punkten für sein erstes Grand-Slam-Halbfinale zum zweitbesten Österreicher im ATP-Ranking aller Zeiten - hinter Thomas Muster (Nummer eins für sechs Wochen ab 12.Februar 1996), aber vor Jürgen Melzer (Rang acht im April 2011).

Noch besser als die Weltrangliste bringt das „Race“ die Leistungen Thiems in dieser Saison zum Ausdruck. Da rückte er von Position sechs auf fünf vor, nur 80 Punkte fehlen auf den direkt vor ihm rangierenden Japaner Kei Nishikori. Sonst liegen nur Djokovic, Paris-Finalist Andy Murray (GBR) und Rafael Nadal (ESP) vor Thiem. Die mögliche Qualifikation für das World-Tour-Finale der Top Acht im November in London ist also mehr Thema als je.

Voll auf Rasensaison fokussiert

Die Enttäuschung über die glatte Dreisatzniederlage im Paris-Halbfinale gegen Djokovic war bei Thiem auch aus einem anderen Grund bald vergessen. Denn die neue Nummer sieben der Welt ist schon auf die nächste Aufgabe fokussiert: Diese Woche beginnt bereits die vierwöchige Rasensaison.

Thiem hält 2016 schon bei 41 Saison-Einzel-Erfolgen und wird damit nur von Djokovic übertrumpft. Auch die heuer schon gewonnenen drei ATP-Titel können sich sehen lassen. Doch der Niederösterreicher will sich trotz seines Aufstiegs in die absolute Weltklasse „nicht deppert“ machen lassen.

Freilos in der ersten Stuttgart-Runde

Vor dem nächsten Saisonhöhepunkt in Wimbledon stehen für ihn die Turniere in Stuttgart und Halle sowie eine Exhibition beim WTA-Rasenturnier auf Mallorca auf dem Programm.

Dominic Thiem

GEPA/Alan Grieves

ÖTV-Ass Thiem muss sich nun für die vierwöchige Rasensaison einschlagen

In Stuttgart ist Thiem als Nummer drei gesetzt und hat zum Auftakt ein Freilos. In der zweiten Runde bekommt er es mit dem 1,94 m großen australischen „Kanonenaufschläger“ Sam Groth zu tun. „Ich möchte mein Spiel auf Rasen verbessern, um auch dort an meine Erfolge auf anderen Belägen anknüpfen zu können. Ich habe bereits im Vorjahr beim Mercedes Cup gespielt und mich in Stuttgart sehr wohlgefühlt. Daher freue ich mich schon wieder sehr auf meine Auftritte auf dem Weissenhof“, erklärte Thiem.

Platz in den Top Ten absichern

Aber der 22-Jährige hat auch noch andere Ziele. „Na ja, ich habe in Wimbledon keine Punkte zu verteidigen, und dann will ich den Platz in den Top Ten festigen. Das Letzte, was ich will, ist, dass ich wieder rausfalle“, machte Thiem eine klare Ansage.

Allerdings werden ihm im Sommer wegen der zwei im Vorjahr in Umag und Gstaad gewonnenen Titel einige Punkte aus der Wertung fallen. „Ich will versuchen, mir ein Polster zu schaffen, dass ich in den Top Ten bleibe.“ Und auch für die Zeit nach der Rasensaison hat er klare Erwartungen. „Die nächsten großen Ziele sind dann die Amerikatournee, Toronto, Cincinnati. Da möchte ich die gute Ausgangsposition, die ich mir geschaffen habe, wirklich ausnützen und mich oben festigen.“

Saisonfinale in London im Hinterkopf

Als Nummer sieben im ATP-Ranking und vor allem als Nummer fünf im Race zum Masters der besten acht Spieler des Jahres in London darf er freilich auch mit einem Platz bei den ATP World Tour Finals spekulieren. „Ich kann auch nicht sagen, dass das gar nicht in meinem Kopf ist. Wenn ich wirklich so weiter spiele wie jetzt, wenn ich den Punkteschnitt halte, würde es wahrscheinlich reichen.“

Allerdings werde das sehr schwer werden, zumal jetzt die Sandplatzsaison großteils abgeschlossen sei. „Später sind die Plätze schneller, das sind nicht meine Lieblingsbedingungen. Aber es wäre ein Bonus für ein hoffentlich noch gutes Jahr.“

Link: