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Erleichterung nach glücklichem Kraftakt

Wenige Stunden nach dem 0:0 gegen Portugal ist die österreichische Mannschaft in der Nacht auf Sonntag von Paris nach Avignon zurückgeflogen. Danach ging es mit dem Bus weiter ins EM-Teamcamp nach Mallemort. Dort haben Marcel Koller und seine Spieler in den Mogenstunden mit Sicherheit nicht lange gebraucht, um einzuschlafen. Denn gelaufen sind die Österreicher im Prinzenpark genug - meistens allerdings den Portugiesen und damit auch dem Ball hinterher.

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Trotz der spielerisch dürftigen Leistung gegen den ebenfalls noch sieglosen Gruppenfavoriten blieben zwei Tatsachen, die Mut machen: Die Chance auf den zweiten oder dritten Platz in Gruppe F und damit auf den Einzug ins Achtelfinale lebt. Und der kommende Gegner Island (Mittwoch 18.00 Uhr, live in ORF eins) ist mit Sicherheit kein übermächtiger. Im Gegenteil: Wie die ÖFB-Auswahl gegen Portugal kämpften auch die Isländer gegen Ungarn (1:1) bis zum Umfallen. Spielerisch hatten sie aber ebenfalls wenig zu bieten.

Österreich darf weiter hoffen

Österreich darf weiter vom Achtelfinale bei der EM träumen. Der Punkt, den das Team am Samstag gegen Portugal holte, macht das Match gegen Island zum Entscheidungsspiel.

„Das Glück des Tüchtigen“

Das Problem wird sein, den robusten Insulanern ein Tor zu schießen. Das hat Österreich bei dieser EM noch nicht geschafft, und das hat Portugal gegen das ÖFB-Team am Samstag auch nicht geschafft. „Es war das Glück des Tüchtigen. Wir haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gebracht und sehr gut verteidigt. Die zwei Abwehrreihen sind sehr kompakt gestanden“, meinte Kapitän Christian Fuchs nach einer intensiven und dramatischen Abwehrschlacht gegen Cristiano Ronaldo, Nani und Co.

Szene aus dem Match Österreich gegen Portugal

APA/AP/Martin Meissner

Harnik und Co. kämpften wie die Löwen - gegen Island müssen sie treffen

„Natürlich kommt auch Glück dazu. Aber wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die Weltklasse hat. Da braucht man sich nicht wundern, dass die zu der einen oder anderen Chance kommt“, betonte der englische Meister mit Leicester City. 60:40 Prozent Ballbesitz, 10:0 in Eckbällen, Schüsse auf das Tor 6:1 - die Statistik log in diesem Fall nicht. Portugal war einfach in allen Belangen besser. „Der vergebene Elfmeter war dann natürlich das größte Glück, das wir hatten“, brachte es Fuchs auf den Punkt. Dass ausgerechnet Ronaldo im Finish den Strafstoß an die Stange knallte, war auch wirklich ein Geschenk des Himmels.

„Finale“ gegen Island

„Mit etwas mehr Präzision nach vorne hätten wir sogar als Sieger vom Platz gehen können“, meinte Fuchs. „Wir sind dem Torerfolg schon wieder sehr nahe gekommen. Ich denke, wir haben gute Chancen vorgefunden, die Portugiesen waren aber natürlich im Konter gefährlich.“ In dieser Hinsicht hatten viele Zuschauer nach dem langen Zittern wohl eine ganz andere Meinung, denn nach vorne war von den nach hinten beherzt kämpfenden Österreichern nicht viel zu sehen. „Wir haben einen Punkt gegen Portugal geholt, gegen den klaren Gruppenfavoriten. Das ist super, wir haben jetzt alles selbst in der Hand“, so Fuchs weiter. „Wir haben jetzt das Finale gegen Island, darauf freuen wir uns.“

Für dieses angesprochene letzte Gruppenspiel im Stade de France - das „Finale“ um den Aufstieg wird allerdings eine offensive Steigerung nötig sein. Island (Zwei Punkte) reicht ein Unentschieden, um vor Österreich (ein Punkt) zu bleiben. Das ÖFB-Team muss gewinnen, unabhängig von jeglicher Konstellation mit dem zweiten verbleibenden Match zwischen Portugal (zwei Punkte) und Ungarn (vier Punkte). „Wir haben es weiter selbst in der Hand“, sagte ÖFB-Torhüter Robert Almer, der Held des Abends, treffend. Was der Austria-Goalie gegen Portugal hielt, war jedenfalls großartig. Drei bis vier Großchancen vereitelte er bravourös.

„Worst Case“ gerade noch abgewendet

„Robert Almer hat sich schon in der Qualifikation ausgezeichnet“, lobte ihn auch Fuchs. Und Martin Harnik fügte hinzu: „Er war eindeutig der Mann des Spiels.“ Harnik selbst hatte diesmal die Rolle der Solospitze von Marc Janko übernommen, um den Gegner im Spielaufbau mit seiner Schnelligkeit „anzubohren“. Das gelang nur partiell, aber an Harnik lag es diesmal nicht. „Es war eine kämpferische Leistung. Wir haben sehr diszipliniert gespielt, hatten aber natürlich Schwierigkeiten, die Portugiesen über die gesamte Zeit auszuschalten“, sagte er über das hart erkämpfte Remis.

„Wir haben uns diesen Punkt wirklich erkämpft und können damit zufrieden sein, dass wir es gegen Island in der eigenen Hand halten“, war auch Harnik erleichert, dass der sportliche „SuperGAU“ eines Ausscheidens nach zwei Partien abgewendet wurde. „Die Idee mit mir als Stürmer ist schon zwei Tage nach dem Ungarn-Spiel entstanden. Es hat ja auch Sinn gemacht, dass wir gegen Portugal mehr mit Schnelligkeit als körperlicher Robustheit punkten können. Ich hatte zweimal Pech, das Konzept ist aber aufgegangen.“

Harald Hofstetter, ORF.at, aus Paris

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