16 österreichische EM-Starter in Amsterdam
Ohne Beate Schrott und Lukas Weißhaidinger - aber mit einem Großaufgebot von 16 Aktiven - ist der Österreichische Leichtathletikverband (ÖLV) von Mittwoch bis Sonntag bei den Europameisterschaften in Amsterdam vertreten. Top-Acht-Plätze werden angepeilt, als Minimalziel soll Platz elf als bestes Resultat der EM 2014 in Zürich getoppt werden.
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Hürdensprinterin Schrott sagte ihre Teilnahme am Montag ab. Noch gravierender ist aber der Ausfall von Diskuswerfer Weißhaidinger - hätte der 23-jährige Oberösterreicher doch zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter gezählt. Der Startverzicht des heuer auf Weltklasseniveau werfenden Weißhaidinger aufgrund einer Verstauchung im Fuß ist eine Vorsichtsmaßnahme, sein Antreten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ist nicht in Gefahr.
In der EM-Geschichte stehen acht ÖLV-Medaillen zu Buche, zwei in Gold, eine in Silber und fünf in Bronze. Für die bisher letzte sorgte Schrott 2012 in Helsinki, Bronze wurde ihr aber erst nach der nachträglichen Dopingsperre der ursprünglich siegreichen Türkin Nevin Yanit 2015 zugesprochen. Heuer konnte Schrott noch nicht richtig in Form kommen, ihre Topzeit erzielte sie Ende Mai mit 13,34 Sekunden. Auf Amsterdam verzichtet sie nun wegen einer leichten Verhärtung im rechten Oberschenkel. „Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ich möchte vor Rio kein unnötiges Risiko eingehen. So leid es mir tut: Olympia hat in diesem Fall Priorität.“
ÖLV-Hoffnungen Dadic, Distelberger und Wenth
Österreichs Hoffnungsträger im Amsterdamer Olympiastadion sind nun vor allem die Mehrkämpfer Ivona Dadic und Dominik Distelberger sowie 5.000-m-Läuferin Jennifer Wenth. Die 24-jährige Wienerin war vor zwei Jahren als Elfte beste Österreicherin in Zürich. Zehnkämpfer Distelberger knackte beim Meeting in Götzis Ende Mai mit 8.175 Punkten das Olympialimit und hat das Rio-Ticket bereits in der Tasche, Siebenkämpferin Dadic fehlten in Götzis trotz ÖLV-Rekordes von 6.196 Zählern vier Punkte auf die Norm. Die 22-jährige Oberösterreicherin hat nun eine weitere Chance.

GEPA/Mario Kneisl
Bei der EM 2014 war Wenth (Mi.) als Elfte über 5.000 m beste Österreicherin
„Top-Acht-Ränge sind laut Bundessportförderung die Auflage, das bedeutet Finalteilnahmen. Weißhaidinger habe ich da drinnen gesehen, er ist leider weg. Aber Ivona und Dominik muss man da auch reinpacken. Und dann haben wir noch ‚Jenni‘, da weiß man nie. Und in der Teamwertung im Halbmarathon stehen die Chancen auch nicht so schlecht“, sagte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber.
Halbmarathon erstmals im Programm
2012 in Helsinki war der neue Zweijahresrhythmus von Freiluft-Kontinentaltitelkämpfen eingeläutet worden. Erstmals fand eine EM in einem Olympiajahr statt, allerdings ohne Straßenbewerbe (Marathon, Gehen). Heuer nahm man nun den Halbmarathon ins Programm auf, zugleich geht es auch noch um Teammedaillen über die 21,1 km. Österreich will mit Lemawork Ketema, Edwin Kemboi und Valentin Pfeil mitmischen. Bei den Damen sind Marathon-Olympiastarterin Andrea Mayr und Anita Baierl dabei.
„Ein Halbmarathon in einem olympischen Jahr bei einer EM ist eine geniale Lösung. Dass die Entscheidung gut ist, sieht man auch von den Rückmeldungen anderer Länder. Alle nehmen diesen Halbmarathon auf dem Weg nach Rio wahr“, sagte Gruber. „Es ist ein optimaler Zeitraum, um nochmals ein schnelles Rennen zu laufen.“
ÖLV-EM-Aufgebot
| Damen: |
| Stephanie Bendrat |
100 m Hürden |
| Eva Wimberger |
100 m Hürden |
| Veronika Watzek |
Diskuswurf |
| Ivona Dadic |
Siebenkampf |
| Verena Preiner |
Siebenkampf |
| Andrea Mayr |
Halbmarathon |
| Anita Baierl |
Halbmarathon |
| Herren: |
| Markus Fuchs |
100 m |
| Andreas Vojta |
1.500 m |
| Brenton Rowe |
5.000 m |
| Dominik Hufnagl |
400 m Hürden |
| Dominik Distelberger |
Zehnkampf |
| Edwin Kemboi |
Halbmarathon |
| Lemawork Ketema |
Halbmarathon |
| Valentin Pfeil |
Halbmarathon |
EM-Medaillen für Österreich
| Gold: |
| 1969 Athen |
Liese Prokop (Fünfkampf) |
| 1971 Helsinki |
Ilona Gusenbauer (Hochsprung) |
| Silber: |
| 1950 Brüssel |
Herma Bauma (Speerwurf) |
| Bronze: |
| 1938 Paris |
Karl Kotraschek (Dreisprung) * |
| 1969 Athen |
Maria Sykora (400 m) |
| 1990 Split |
Hermann Fehringer (Stabhochsprung) |
| 1998 Budapest |
Stephanie Graf (800 m) |
| 2012 Helsinki |
Beate Schrott (100 m Hürden) |
| 2016 Amsterdam |
Ivona Dadic (Siebenkampf) |
| 2018 Berlin |
Lukas Weißhaidinger (Diskuswurf) |
| 2018 Berlin |
Lemawork Ketema, Peter Herzog, Christian Steinhammer (Marathon Team) |
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