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Bestätigung der Götzis-Leistung als Ziel

Veronika Watzek im Diskuswurf, Markus Fuchs im 100-m-Sprint, Dominik Hufnagl über 400 m Hürden sowie Stephanie Bendrat und Eva Wimberger über 100 m Hürden absolvieren am Mittwoch zum Auftakt der Leichtathletik-EM in Amsterdam für Österreich ihre Vorkämpfe. Seine ersten fünf Disziplinen zu absolvieren hat Zehnkämpfer Dominik Distelberger, der auch auf eine erneute persönliche Bestleistung schielt.

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Beim traditionellen Mehrkampf-Meeting in Götzis Ende Mai hat der 26-jährige Niederösterreicher diese auf 8.175 Punkte geschraubt und sich damit für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro qualifiziert. Damit hat Distelberger in Österreich nur noch Gernot Kellermayr vor sich. Der später ertappte Dopingsünder hält seit Götzis 1993 und damit mehr als 23 Jahren mit 8.320 Zählern den ÖLV-Rekord.

Vorschau auf Leichtathletik-EM

In Amsterdam startet am Mittwoch die Leichtathletik-Europameisterschaft. Im 16-köpfigen österreichischen Aufgebot sollen vor allem die Mehrkämpfer für Erfolge sorgen.

Nach schwieriger Zeit wieder topfit

„Schön, dass er nach längerer Zeit wieder hundertprozentig fit ist. Dass er die Möglichkeiten auf den Kellermayr-Rekord hat, wissen wir, weil die Einzelleistungen zusammen schon den Rekord ergeben. Aber er hat es noch nicht anrufen können, weil es immer wieder mal wo gezwickt hat“, erinnerte ÖLV-Sportdirektor Hannes Gruber.

Dominik Distelberger (AUT)

GEPA/Oliver Lerch

In Götzis übersprang Distelberger die Hürde nach Rio de Janeiro

„Ich hoffe, dass ich die Götzis-Leistung bestätigen kann, wenn nicht sogar persönliche Bestleistung aufstelle“, sagte Distelberger, der eine schwierige Zeit hinter sich hat. „Ich muss mit den Kräften haushalten, würde gern manchmal noch mehr trainieren. Aber ich war in den vergangenen zwei Jahren verletzungsanfällig“, erinnerte er an seine Probleme mit Schulter, Oberschenkel und Achillessehnen.

Vor Götzis heuer hatte Distelberger als letzten Zehnkampf die Zürich-EM 2014 (Zwölfter mit 7.942 Punkten) absolviert. Innerhalb von neun Stunden stehen für ihn am Mittwoch die 100 m, der Weitsprung, das Kugelstoßen, der Hochsprung und die 400 m auf dem Programm.

EM-Absage kein Thema

Das Auslassen der EM, wie es die für Rio qualifizierten deutschen Mehrkämpfer machen, stand nicht zur Debatte. „Ich verstehe die Position des DLV nicht. Ich glaube nicht, dass die Athleten darüber glücklich sind. So viele Zehnkämpfe sind es nicht im Jahr und wichtig ist hier auch, was passiert an den anderen Tagen“, so ÖLV-Vizepräsident Gregor Högler, der die Regenerationsphasen von sechs Wochen bis zum olympischen Zehnkampf ansprach.

Watzek gibt internationales Comeback

Ihr Comeback auf internationaler Bühne gibt Watzek. Die EM-13. von Göteborg 2006 und Bronzemedaillengewinnerin der U23-EM 2007 machte danach eine Babypause und versuchte sich zwischenzeitlich im Mehrkampf. „Sie ist eine hochbegabte Diskuswerferin. Für uns war unverständlich, dass sie auf den Mehrkampf gegangen ist. Sie hat zum Diskuswurf zurückgefunden“, sagte Gruber.

Dominik Hufnagl (AUT)

GEPA/Felix Roittner

Dominik Hufnagl ist das „Küken“ im österreichischen EM-Team

Die Qualifikation mit der mittlerweile 30-Jährigen, deren Sohn Fabian oft beim Training mit auf dem Platz ist, findet nicht im Olympiastadion, sondern auf dem Museumplein statt, einem von vielen Museen umgebenen Platz in der niederländischen Hauptstadt.

Debütanten sollen Erfahrung sammeln

Mit dem 19-jährigen 400-m-Hürdenläufer Hufnagl ist auch der U20-EM-Dritte von 2015 in Amsterdam dabei. „Unser Jüngster ist auch bereits für die U20-WM in Bydgoszcz qualifiziert. Damit hat er im Juli zwei Wettkampfhöhepunkte", sagte Gruber. Er hat sich sehr gut entwickelt und war schon im ersten Juniorenjahr Medaillengewinner. Er ist einer unserer jungen Athleten, die den Weg nach vorne machen können.“

Der 20-jährige Fuchs schaffte die Qualifikation für die 100 m bei einem Meeting in Wien mit persönlicher Bestzeit von 10,36 Sekunden, auch er soll Erfahrungen sammeln. Gruber bescheinigt ihm, heuer einen „sensationellen Schritt nach vorne“ gemacht zu haben. „Ganz toll, stabil, es ist nicht so, dass ihm einmal ein Lauf ausgekommen ist. Er hat eine unglaubliche Konstanz zwischen 10,36 und 10,45.“ Fuchs hat das Training ein wenig umgestellt, mehr im Kraftbereich gearbeitet. „Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich mich um zwei Zehntel gesteigert. Ich kann locker ins Rennen gehen.“

Der Damen-Hürdensprint geht nach der Absage von Beate Schrott wegen einer leichten Oberschenkelblessur mit zwei österreichischen Debütantinnen in Szene. Bendrat, die Hallen-WM-13. von Portland im März, ist heuer mit zu viel Rückenwind bereits 13,04 Sekunden gelaufen. Mit 13,11 im Mai in St. Pölten sicherte sie sich das EM-Ticket, die Olympianorm liegt bei 13,00. Wimberger drückte ihre Bestmarke auf 13,42. Sie trainiert mit Philipp Unfried in der Südstadt in einer Gruppe mit der weißrussischen Weltklasseathletin Alina Talaj, fallweise auch mit Bendrat und Siebenkämpferin Ivona Dadic.

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