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Personalsorgen beim Rekordmeister

Vor dem Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Torpedo Schodsina hat Rapid mit dem 0:1 am Sonntag in Altach einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Wiener sind zudem bereits seit 214 Pflichtspielminuten ohne Treffer. „Die letzte Überzeugung vor dem Tor hat gefehlt“, kritisierte auch Trainer Mike Büskens.

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Die Niederlage in Vorarlberg war der erste echte Rückschlag in der Amtszeit des Deutschen. Schon beim 0:0 im Qualihinspiel in Schodsina in Weißrussland hatte Rapid trotz Feldüberlegenheit in der Offensive eine gewisse Harmlosigkeit offenbart. Auch in Altach hatten die Grün-Weißen 62 Prozent Ballbesitz - um am Ende dennoch, und zwar nicht unverdient, als Verlierer vom Platz zu gehen.

Müller moniert Abschlussschwäche

Sportdirektor Andreas Müller ortete mehrere Gründe für die Pleite. „Ich fand, wir hatten ein sehr schlampiges Passspiel - das war das eine“, sagte der Deutsche. „Das andere war: überhaupt keine Überzeugung im Abschluss. Und das Dritte ist: Wenn man so ein Spiel spielt, dann muss man merken, wenn es vorne nicht klappt und auf das 0:0 spielen - das war ein taktischer Fehler.“

Müller sieht die Spieler in der Pflicht. „Das war ein Warnschuss“, betonte der Rapid-Sportchef. „Einige Spieler hatten überhaupt nicht die Form, die wir von ihnen erwarten. Da muss sich der eine oder andere an die Nase packen.“ Zumal es in der kommenden Woche nicht nur um den Verbleib im Europacup geht: Am Sonntag folgt das erste Wiener Derby der Saison beim Tabellenführer und Stadtrivalen Austria.

„Wir waren zu passiv“

Große Hoffnungen setzen die Grün-Weißen in ihren neuen Mittelfeldstar Ivan Mocinic. Der Kroate hatte die Reise nach Vorarlberg wegen Leistenproblemen nicht angetreten, könnte laut Büskens aber schon am Donnerstag (21.05 Uhr, live in ORFeins und im Livestream) gegen Schodsina wieder zur Verfügung stehen. Im heimischen Allianz Stadion, in dem zum Ligastart bereits Ried mit 5:0 abgefertigt worden war, soll es auch mit dem Toreschießen wieder klappen.

Boris Prokopic, Andreas Lukse (Altach) und Arnor Ingvi Traustason (Rapid)

GEPA/Oliver Lerch

„Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, lautete Rapids Fazit gegen Altach

„Jetzt haben wir zweimal nicht getroffen, aber davor haben wir einige Male getroffen“, erinnerte Büskens. „Wir müssen ruhig und abgeklärt vor dem Tor bleiben.“ Seine Stürmer sind allerdings nicht die erfahrensten: Die Neuzugänge Joelinton und Maximilian Entrup sind beide erst 19 Jahre alt. Zudem fällt Matej Jelic mit einem Muskelbündelriss im Oberschenkel noch monatelang aus. Für Rapid besteht wohl noch Bedarf nach einer Verstärkung in der Offensive.

Flügelspieler Arnor Ingvi Traustason stand in Altach erstmals in der Startformation. Der Isländer traf kurz nach der Pause beim Stand von 0:0 die Stange. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Wir haben unsauber gespielt“, sagte Büskens. In der Phase vor dem Gegentor sei man nachlässig geworden. „Wir waren zu passiv“, meinte der Chefcoach. „Das war hausgemacht, dass Altach danach mehr vom Spiel hatte.“

Freude bei Altach über Motivationsschub

Tatsächlich waren die Altacher trotz der geringeren Spielanteile die gefährlichere Mannschaft. „Der Spielplan ist gut aufgegangen“, erklärte Trainer Damir Canadi. „Ich bin sehr zufrieden. Das gibt Kraft für die nächsten Spiele.“ Seinen Verweis auf die Tribüne, weil er nach dem Goldtor von Patrick Salomon (75.) beim Jubel die Coachingzone verlassen hatte, wollte er nicht überbewerten. „Fußball ist Emotion. Wenn die Regeln so sind, dann akzeptiere ich das.“

Fernsehbilder zeigten den Altach-Trainer in der Schlussphase telefonierend auf der Tribüne. Nach einem Ausschluss ist dem Trainer die Einflussnahme auf das Spielgeschehen eigentlich verboten. Ob der Vorfall Konsequenzen nach sich zieht, wird die Bundesliga am Montag entscheiden. „Wenn das ein Thema ist, dann soll es eines sein“, sagte Canadi dazu.

Kameruner Ngamaleu wechselt ins „Ländle“

Dem Coach des aktuellen Tabellenzweiten könnte demnächst ein weiterer neuer Spieler zur Verfügung stehen. Die Altacher sind sich mit Offensivakteur Ngoumo Ngamaleu einig, wie Sportdirektor Georg Zellhofer bestätigte. Der 22-Jährige aus Kamerun kam in seiner Heimat bei Cotonsport hauptsächlich auf dem rechten Flügel zum Einsatz. „Er hat bei uns unterschrieben“, sagte Zellhofer. Anmeldeformalitäten und Freigabe seien aber noch ausständig.

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