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Garcia hält Meister die Treue

Bei Doublesieger Red Bull Salzburg hängt der Haussegen vor der Länderspielpause schief. Grund ist aber nicht das bittere Aus in der Champions-League-Qualifikation oder das torlose Remis bei Rapid am Sonntag, sondern der überraschende Transfer von Bernardo zum deutschen Bundesligisten RB Leipzig. Coach Oscar Garcia war deshalb offenbar sauer.

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Der Ärger des Spaniers ist nachvollziehbar, ihm kam kurz vor Ende des Transferfensters am Mittwoch um Mitternacht der nächste Stammspieler abhanden. „Es ist so, dass wir aktuell keinen Spieler haben, der ein klarer Ersatz für ihn wäre. Das ist natürlich für uns alle ein schwerer Schlag, drei Tage vor Transferschluss“, so der 43-Jährige.

Ruf aus Leipzig wird lauter

„Ich denke, dass die Ambitionen des Vereins ganz klar sind, wenn die besten Spieler von uns weggehen“, resümierte Oscar. Bereits zuvor war mit Naby Keita einer der Salzburger Topstars dem Ruf des deutschen Schwesternclubs gefolgt. Zudem wurde Benno Schmitz „konzernintern“ transferiert. „Jetzt haben wir vielleicht zwei Lieferings, Liefering A und Liefering B“, sagte Garcia im ORF-Interview.

Naby Keita (RB Leipzig)

GEPA/Roger Petzsche

Mit Keita kehrte der beste Spieler der Saison dem Meister den Rücken

Vor einigen Wochen hatte Garcia noch seinen Vertrag bei den „Bullen“ trotz Spekulationen bezüglich seiner eigenen Zukunft bis Sommer 2018 verlängert. „Ich habe in der Vergangenheit gesagt, dass ich gerne mit jungen Spielern arbeite, allerdings hat sich die Situation stark verändert, drei Wochen nachdem ich meinen Vertrag hier verlängert habe“, meinte Salzburgs Coach nun.

Garcia bekennt sich zu Salzburg

Nachdem er kurzzeitig gar ein vorzeitiges Ende seiner Amtszeit in den Raum gestellt hatte, bekannte er sich am Sonntag nach dem 0:0 im Schlager der sechsten Ligarunde doch zum Club. „Es sind einige Spieler hiergeblieben und nicht nach Leipzig gegangen wegen mir und weil sie die Entscheidung so getroffen haben. Ich werde für diese Spieler hierbleiben, sie nicht im Stich lassen und für sie da sein, als wären sie meine eigenen Kinder“, so Garcia.

Martin Hinteregger (Red Bull Salzburg)

GEPA/Felix Roittner

Hinteregger entschied sich gegen einen Wechsel und blieb Salzburg treu

Einer davon ist Abwehrchef Martin Hinteregger. Der ÖFB-Teamspieler hatte ebenfalls ein Leipzig-Angebot vorliegen, entschied sich aber dagegen. So machte er erst den Weg für Bernardos Wechsel frei. „Bernardo hat noch vor kurzer Zeit niemand gekannt, bei uns hat er sich sehr gut entwickelt. In der Kurzfristigkeit ist der Transfer aber sehr bitter“, sagte Sportdirektor Christoph Freund. Den Ärger seines Trainers kann er verstehen: „Natürlich ist es für einen Trainer nicht immer ganz einfach, wenn Spieler kurzfristig weggehen, er ist auch ein sehr ehrgeiziger Trainer.“

Kompensiert wird der Ausfall aber nicht. Es gelte wieder einen jungen Kicker aus dem eigenen Nachwuchs zu holen und zu entwickeln. Der Bernardo-Abgang unterstrich jedenfalls einmal mehr, dass die Salzburger mehr und mehr zum Ausbildungsverein für Leipzig werden. Transfers dorthin gab es schon vorher. Vor mehr als einem Jahr waren mit den ÖFB-Teamkickern Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker sowie Massimo Bruno drei Salzburg-Stützen zu Leipzig gewechselt.

Meistertitel „kein Muss“ mehr

„Es ist so, dass immer gute Transfersummen erzielt wurden, das ist auch der Weg für die Zukunft“, so Freund. Man sei absolut ein Ausbildungsverein. „Es ist auch so, dass wir nicht mehr jedes Jahr Meister werden müssen“, sagte Freund. Die Neuausrichtung folgte nach dem neunten vergebenen Anlauf auf die Champions League am Mittwoch gegen Dinamo Zagreb.

Der Schlag war hart, nun gab es mit dem nicht nachbesetzten Bernardo-Abgang den nächsten, und das vor einem schwierigen Herbst mit sechs interessanten Europa-League-Spielen gegen den Alessandro-Schöpf-Club Schalke 04, Nizza und Krasnodar. Wohl auch deshalb geht Garcia den Weg vorerst noch mit. „Wir versuchen unsere Arbeit zu machen, so gut es geht, Spieler zu entwickeln, um mit diesen wettbewerbsfähig zu sein und so weit wie möglich oben zu stehen in der Meisterschaft und den anderen Bewerben“, sagte der Spanier.

Leicht falle ihm der Umgang mit der neuen Situation aber nicht. „Es ist ganz klar eine schwierige Situation für uns.“ Rapid, Austria und Leader Sturm Graz wird es freuen, die Chancen auf den Titelgewinn sind dadurch sicher nicht gesunken.

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