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Schnaderbeck hofft auf kleinen Boom

Mit den ÖFB-Frauen hat Teamkapitänin Viktoria Schnaderbeck die historische EM-Qualifikation geschafft. Für die Legionärin in Diensten des FC Bayern ist es der vorläufige Höhepunkt einer „kontinuierlichen Entwicklung“, die aber noch nicht das Ende sein soll. „Wir wollen bei der EM eine Rolle spielen“, sagte die 25-jährige Steirerin, die seit 2007 das Trikot des Nationalteams trägt.

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Fast zehn Jahre musste Schnaderbeck warten, um mit ihren Teamkolleginnen an einer Hotelbar auf eine geschaffte Qualifikation anzustoßen. Ende September war es nach dem 0:0 in Wales so weit, „der Schlaf ist ein bisschen zu kurz gekommen“, berichtete die Verteidigerin, die sich am Mittwoch gemeinsam mit ihren Bayern-Clubkolleginnen Carina Wenninger und Manuela Zinsberger bereits auf dem Weg zurück nach München befand.

Steiler Aufschwung im letzten Jahrzehnt

Der Aufwärtstrend des Teams ist nicht zu übersehen. Als Schnaderbeck 2007 debütierte, befand sich die ÖFB-Auswahl in der FIFA-Weltrangliste auf Rang 42, inzwischen ist sie bis auf Platz 25 vorgestoßen. In den jüngsten 22 Spielen gab es nur eine Niederlage (gegen Vizeeuropameister Norwegen) bei 16 Siegen.

Coach Dominik Thalhammer mit den Spielerinnen

GEPA/AMA sports/Catherine Ivill

Teamchef Thalhammer und die Spielerinnen hatten zuletzt oft Grund zum Jubel

Fanden sich 2007 noch sechs Legionärinnen im Kader, so sind es derzeit zwölf. Und elf von diesen standen am Dienstag in der Startformation. „Allein wenn man den Kader betrachtet, hat sich extrem viel verändert“, sagte Schnaderbeck, die auch diese „Legionärsflut“ als wichtigen Erfolgsfaktor erachtet. Vor allem die Physis profitiere davon: „In Deutschland bist du täglich gefordert, musst ständig 100 Prozent Leistung abrufen.“

Teamchef Thalhammer als Erfolgsgarant

Teamchef Dominik Thalhammer, der 2011 nach dem Tod von Ernst Weber ursprünglich nur interimistisch übernahm, sei ebenfalls ein wichtiger Faktor. „Er ist sehr ehrgeizig, will keinen Stillstand und bringt immer neue Details hinein“, meinte Schnaderbeck. Die Folge: „Wir sind viel flexibler und variabler. Wir sind auf unterschiedliche Gegner und Spielsituationen eingestellt und bei den neuesten Trends dabei.“

Wichtig seien aber auch Niederlagen gewesen, das knappe Scheitern in den vergangenen Qualifikationen für EM oder WM etwa. „Diese Erfahrungen prägen und haben uns reifer gemacht“, betonte die Cousine von ÖFB-Teamverteidiger Sebastian Prödl.

Was bei der Endrunde von 16. Juli bis 6. August 2017 in den Niederlanden möglich ist, „hängt auch von den Gegnern ab“, sagte Schnaderbeck im Hinblick auf die Auslosung am 8. November in Rotterdam, bei der Österreich wohl aus dem vierten Topf gezogen werden wird. „Vom Titel brauchen wir nicht zu reden. Aber wir wollen eine Rolle und nicht um die goldene Ananas spielen.“ Der Erfolg müsse nun „genutzt und vermarktet“ werden. Denn in der Breite habe man ein Problem: „Die Verbände, die Vereine sind gefordert, wir müssen mehr Mädchen zum Fußball bringen.“

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