Das bessere Gesicht der Violetten
In der Qualifikation den norwegischen Meister Rosenborg Trondheim bezwungen, zum Auftakt der Europa-League-Gruppenphase den rumänischen Meister Astra Giurgiu auswärts geschlagen und nun am Donnerstag zu Hause gegen den tschechischen Meister Viktoria Pilsen als bessere Mannschaft 0:0 gespielt: Die Austria zeigt in dieser Saison auf europäischer Bühne ein Gesicht, das in der österreichischen Meisterschaft noch nicht zu sehen war. Zufrieden konnten die Wiener dennoch nicht sein.
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Im Duell mit den vor allem defensiv sehr kompakt aufgestellten Gästen aus Pilsen hätte die Austria den Sieg erringen können, wenn nicht sogar müssen. Das brachten nach der Partie auch Spielmacher Alexander Grünwald und Kapitän Robert Almer zum Ausdruck. „Wir haben die besseren Chancen gehabt und ein reguläres Tor erzielt, das nicht gegeben wurde. Insofern ist das Unentschieden für uns ärgerlich“, brachte es Grünwald auf den Punkt. „Ich denke schon, dass wir uns den Sieg verdient hätten“, fügte Goalie Almer hinzu.
Nullnummer für Austria gegen Viktoria Pilsen
Nach dem Auftaktsieg gegen Astra Giurgiu in Bukarest verpasste die Austria den ersten Heimsieg in der Europa-League-Gruppenphase. Im Wiener Ernst-Happel-Stadion endete die Partie gegen Viktoria Pilsen torlos.
Ein Tag mehr Vorbereitung macht den Unterschied
Es war eine Mischung aus mangelnder Effizienz und Pech in Form einer Fehlentscheidung des Schiedsrichterteams, das die „Veilchen“ den zweiten Sieg in Gruppe E kostete. Larry Kayode wäre in der zweiten Hälfte zum Matchwinner geworden, hätte der schottische Referee John Beaton nicht beim mutmaßlichen Siegestor des Austria-Stürmers fälschlicherweise auf Abseits entschieden. „Man muss allerdings auch einmal sagen, dass es für den Linienrichter schwer zu sehen war“, sagte Trainer Thorsten Fink zur entscheidenden Szene, die von den TV-Bildern als gleiche Höhe enttarnt worden war. „Aber natürlich ärgern wir uns darüber.“

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Larry Kayode erzielte den vermeintlichen Siegestreffer der Austria
Was den Deutschen freute, war die eklatante Leistungssteigerung seiner Mannschaft im Vergleich zum jüngsten Heimfiasko gegen die Admira in der Liga - und auch zu so manchem anderen Match in dieser noch jungen nationalen Saison. „Es ist eben so, dass wir zwischen der Meisterschaftsrunde und der Europa League mehr Zeit zur Vorbereitung auf den Gegner haben als danach bis zum nächsten Wochenende“, erklärte Fink. Und dieser eine Tag mehr von Sonntag bis Donnerstag ist laut Austria-Coach dafür verantwortlich, „dass wir im Moment im Europapokal besser spielen als in der Liga“.
„Haben auch gegen Roma eine Chance“
Dieses zweite, das bessere Gesicht seines Teams gefiel Fink wieder ausgesprochen gut. „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, lobte er seine Elf. „Wir waren die bessere Mannschaft, offensiv wie defensiv. Wir haben geduldig auf unsere Chancen gewartet, und sie sind auch gekommen. Deshalb ist das aberkannte Tor ja auch so ärgerlich“, analysierte Fink einen insgesamt reifen Europa-League-Auftritt seiner Mannschaft, die nun am 20. Oktober in der italienischen Hauptstadt und am 3. November in Wien das „Doppel“ gegen die AS Roma bestreitet.

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Auch AS Roma jagt Austria-Trainer Thorsten Fink keine Angst ein
„Ich habe größten Respekt, aber keine Angst vor Roma“, stellte Fink vor den Duellen um die Tabellenspitze und vielleicht auch schon um den Einzug in die K.-o.-Phase klar. Dass die Austria gegen Pilsen endlich wieder einmal zu null gespielt hat, tut den Spielern jedenfalls gut, wie auch Grünwald und Almer bestätigen konnten. „Wir haben auch gegen Roma eine Chance“, betonte Fink. Zunächst gelte es aber, das Positive aus dem Pilsen-Match mit in die Meisterschaft zu nehmen, wo am Sonntag (19.00 Uhr) wieder im Happel-Stadion das Heimspiel gegen Aufsteiger St. Pölten ansteht.
Sonderlob für Stronati
Ob Innenverteidiger Patrizio Stronati, den Fink gegen Pilsen als die positive Überraschung des Spiels sah, wieder einlaufen wird, ist fraglich. „Er muss in der Spieleröffnung besser werden“, meinte der Coach. Diesmal habe Stronati, der statt des gesperrten Lukas Rotpuller spielte, sein Vertrauen jedenfalls mehr als gerechtfertigt. „Ich freue mich wirklich sehr für ihn“, so Fink, der zugab, Bedenken ob Stronatis Aufstellung gehabt zu haben. Bedenken, dass die Austria in der Liga wieder ihr schlechteres Gesicht zeigen könnte, gibt es. Man darf auf das Match gegen St. Pölten gespannt sein.
Harald Hofstetter, ORF.at
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