Ein Fußball-Tempel wird renoviert
Real Madrid kann sein ehrgeiziges Vorhaben zu einem Ausbau des Bernabeu-Stadions endlich in Angriff nehmen. Vier Jahre nach der Projektvorstellung präsentierte Real-Präsident Florentino Perez am Dienstag gemeinsam mit Madrids linker Bürgermeisterin Manuela Carmena sowie Jos Manuel Calvo vom Architekturbüro L35 den finalen Entwurf für das 400 Millionen teure Prestigeprojekt.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Um die Genehmigung zu erhalten, musste Real einige Abstriche beim im Oktober 2012 präsentierten Modell machen. So hatte der Club auf einem Parkplatz vor dem Stadion ein Hotel und ein Einkaufszentrum bauen und in die Arena integrieren wollen. Nachdem die damalige konservativen Stadtregierung schon grünes Licht gegeben hatte, zogen der zuständige Gerichtshof und die neue Bürgermeisterin Carmena die Notbremse und pochten auf Nachhaltigkeit und vor allem auf einen angemessenen Licht- und Lärmschutz.

Reuters/Juan Medina
Nach vier Jahren haben sich Perez und Bürgermeisterin Carmena geeinigt
„Architektonische und avantgardistische Ikone“
Trotz dieser Änderung - das Hotel könnte wie das Einkaufzentrum nun direkt in das Stadion integriert werden - kann sich der nun präsentierte Entwurf für den Umbau des in den 1940er Jahren erbauten Stadions sehen lassen. „Wir werden das Stadion in eine architektonische und avantgardistische Ikone verwandeln“, schwärmte Perez. Unter anderem seien ein 360-Grad-Videoblock, überdachte Sitze und Tausende LED-Leuchten geplant, die eine Seite des Außenbereiches an Spieltagen in eine Megaleinwand verwandeln.

L35
Das modernisierte Bernabeu-Stadion soll künftig neue Maßstäbe setzen
Außerdem erhält das Stadion künftig ein Schiebedach, um für eine bessere Klimatisierung und Luftzirkulation zu sorgen. Rund um die Arena soll es nun auch deutlich grüner werden. Anstelle des Einkaufzentrums „Esquina del Bernabeu“, das künftig im Stadion Platz finden soll, sollen Grünflächen entstehen. Auch der große Parkplatz am Prachtboulevard Paseo de la Castellan soll grüner und benutzerfreundlicher werden.
Die gesamte Stadionfläche bleibt allerdings unverändert und wird die umliegenden Straßen und Plätze nicht einschränken. Das derzeitige Fassungsvermögen von 81.044 Zuschauern soll beibehalten werden. Begonnen werden soll mit den Bauarbeiten im nächsten Jahr, unter Druck setzen lässt sich Präsident Perez nach der langen Wartezeit aber nicht. Zunächst einmal wolle man die neuen Bürogebäude in Valdebebas fertigstellen und erst danach mit dem Monsterprojekt beginnen. Die Neueröffnung ist für 2019 geplant.
Investmentfonds als Finanzier
Ein wesentlicher Finanzier des Vorhabens ist die International Petroleum Investment Company (IPIC) aus Abu Dhabi. Der Investmentfonds, mit dem Real vor knapp zwei Jahren eine strategische Partnerschaft eingegangen ist, hält 24,9 Prozent an der OMV. Für die Baugenehmigung hatte Real der Stadt unter anderem auch Grundstücke im Viertel Carabanchel im Süden Madrids angeboten, genau diese Regelung erklärte der zuständige Gerichtshof jedoch für illegal.
Links: