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216.000 Motorradfans sorgen für Volksfest

Das Comeback der Motorrad-WM am 14. August 2016 in Spielberg nach 19-jähriger Absenz in Österreich hätte fulminanter nicht verlaufen können. 216.000 Fans stürmten am Rennwochenende den Red Bull Ring und stellten damit den Zuschauerandrang beim Formel-1-Grand-Prix von Österreich (95.000) klar in den Schatten.

Nicht zuletzt aufgrund der Volksfeststimmung in der Steiermark wurde der GP vom Motorradverband (FIM) und der Vereinigung der Teams zum besten Rennen der Motorrad-WM 2016 gewählt. Kein Wunder, dass Spielberg auch 2017 wieder im Kalender steht und mit Spannung erwartet wird, gibt es doch einen zusätzlichen Anreiz.

Prominenz von Rennen begeistert

Von der Atmosphäre zeigte sich die versammelte Prominenz begeistert. „Die Geschwindigkeit, der Sound, das ist einfach ein Megaerlebnis“, sagte etwa Skistar Marcel Hirscher, der erstmals live einem Motorradrennen beiwohnte. Ex-Skirennläufer Hans Knauß ist schon seit seinem 13. Lebensjahr „verseucht was Zweiräder betrifft“: Er habe selten so viel Adrenalin gespürt - nur beim Zuschauen. Bei der Formel 1 sei der Lärm geringer. „Die MotoGP ist so unfassbar laut und schnell. Die wackeln aus der Kurve heraus und man sieht die Probleme mit dem Grip. Es lebt einfach noch mehr als auf vier Rädern.“

Gefüllte Zuschauerränge auf der Rennstrecke von Spielberg

GEPA/Günter Flöck

Volle Tribünen auf dem Red Bull Ring in Spielberg

Spielberg hatte sich für das Comeback herausgeputzt und auch die Strecke neu asphaltiert, womit alle Unebenheiten und Bodenwellen beseitigt wurden. Zudem wurde der Asphalt aufgeraut. „Die Strecke ist schneller als gedacht. Das Layout ist super. Ich mag das“, sagte Altstar Valentino Rossi, der die meisten Fans auf seiner Seite hatte. Neben der Strecke war auch die Versorgung in Ordnung. Rund zwei Tonnen Leberkäse, 60.000 Paar Frankfurter und 30.000 Bratwürstel standen unter anderem für das leibliche Wohl bereit.

Historischer Sieg von Ducati

Das Rennen fand bei Postkartenwetter statt, 95.000 Fans waren gekommen. Und sie sahen gleich einen historischen Erfolg. Ducati feierte den ersten Sieg seit sechs Jahren, es war gleich ein doppelter durch Andrea Iannone und seinen italienischen Landsmann Andrea Dovizioso. Rossi wurde hinter Jorge Lorenzo Vierter.

Nur Platz fünf blieb dem Spanier Marc Marquez, der sich im Oktober in Japan dann aber vorzeitig zum Weltmeister krönte. In der Moto2-Klasse gewann der spätere Weltmeister Johann Zarco (FRA), Moto3-Titelträger Brad Binder (RSA) wurde in Österreich Zweiter hinter Joan Mir (ESP).

Auch 2017 ein Highlight

Aufgrund des großen Erfolgs ist es kein Wunder, dass Spielberg auch 2017 als Highlight im Rennkalender gilt. Der Grand Prix ist für 13. August angesetzt, die Steiermark rüstet sich für den nächsten Ansturm. „Das aktuelle Produkt ist sehr gut“, befindet Philipp Berkessy vom Projekt Spielberg. „Außerdem geht mit KTM 2017 ein österreichisches Team an den Start der MotoGP, und auch Rossi wird weiterfahren“, nannte er gleich zwei weitere Zuckerln.

Der oberösterreichische Hersteller KTM gab 2016 beim WM-Finale in Valencia sein MotoGP-Debüt. Fahrer Mika Kallio kam jedoch nicht ins Ziel, er musste mit der KTM RC16 wegen Elektronikproblemen vorzeitig aufgeben. Die heimischen Motorradfirma sah 2016 aber ohnedies nur als Probelauf für 2017.

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