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Der Fokus gilt RTL und Slalom

Nach sieben Siegen in sieben Einsätzen und zweimal Gold bei den Weltmeisterschaften in Schladming 2013 und Beaver/Creek Vail 2015 ist Marcel Hirscher am Dienstag beim Teambewerb in St. Moritz nicht der erhoffte Siegesgarant gewesen. Der ÖSV-Star konnte diesmal keinen Punktegewinn beitragen und musste sich gemeinsam mit Manuel Feller, Katharina Truppe und Stephanie Brunner mit Rang fünf begnügen.

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Hirscher kassierte dabei vor allem eine überraschende Niederlage gegen den Belgier Dries van den Broecke und musste sich auch im Viertelfinale dem Schweden Andre Myhrer beugen. Laut Hirscher hat das aber keinen Einfluss auf sein Selbstvertrauen. „Nein, das darf keine Rolle spielen. Wenn morgen wieder ein Parallel-Event wäre, dann vielleicht ja. Aber die nächsten Rennen sind ein Riesentorlauf und ein Slalom“, stellte der Salzburger klar.

Marcel Hirscher (AUT), Katharina Truppe (AUT), Stephanie Brunner (AUT)

APA/Helmut Fohringer

Trotz Leitwolfs Marcel Hirscher hatte das ÖSV-Team keinen Grund zur Freude

Enttäuschung trotz guter Laufzeiten

Grund, Trübsal zu blasen, hatte Hirscher nicht, denn seine Laufzeiten waren aller Ehren wert. „Bei genauer Recherche sieht man, dass Belgien einen sehr, sehr guten Slalom-Fahrer hat“, sagte der Österreicher und sollte damit recht haben. Bei den Herren gab es sieben Zeiten unter 21 Sekunden, zwei davon lieferte Hirscher (20,96; 20,84) ab. Auch Myhrer (20,89; 20,76), Matthias Hargin (20,69), Van den Broecke (20,82) und Manuel Feller (20,99) blieben darunter. Team-Weltmeister Alexis Pinturault konnte dagegen diese Marke ebenso wenig unterbieten wie Kombi-Weltmeister Luca Ärni.

Dass er sich mehr erwartet hat, daraus machte der ÖSV-Star aber keinen Hehl. „Natürlich nimmt man sich mehr vor, keine Frage, sonst braucht man nicht auf den Berg rauffahren. Aber der Teambewerb ist ein bisserl so eine Überraschungsbox. In Schladming hat es für uns überraschend sehr souverän funktioniert. Vor zwei Jahren in Vail haben wir nicht damit gerechnet, dass es klappt. Und jetzt ist das erste Mal, dass es eben nicht funktioniert hat“, sagte der 27-Jährige.

Feller mit Selbstkritik und Lob für „die Mädels“

Während Hirscher im Teambewerb schon mehrmals erfolgreich gewesen ist, hätte sich Kollege Feller bei seinem ersten WM-Antreten in dieser Disziplin eine Medaille erhofft. Nach Rang fünf war der Tiroler, der den Belgier Tom Verbeke besiegte, sich dann aber Hargin geschlagen geben musste, schwer enttäuscht. „Wir waren einfach zu langsam, muss man ehrlich sagen. Als Österreicher will man eine Medaille mit nach Hause nehmen, wenn nicht sogar um den Sieg mitfahren“, sagte der Tiroler.

Der 24-Jährige sah seine Leistung und die von Hirscher kritisch. „Der Marcel und ich haben es nicht wirklich auf den Punkt gebracht“, ärgerte sich Feller. „Aber ich habe schon vor dem Bewerb gesagt, man darf keine Nation und keinen Athleten unterschätzen, weil das kein Slalom oder Riesentorlauf ist, das ist ein eigener Bewerb“, sagte Feller und lobte gleichzeitig Truppe und Brunner. „Man muss ganz ehrlich sagen, die Mädels haben einen wirklich guten Job gemacht mit sauguten Leistungen. Das muss man echt einmal erwähnen.“

Brunner tankt Selbstvertrauen für RTL

Auch bei Brunner, die zwei Punkte beisteuerte, war der Frust über die verpasste Medaille vorhanden. „Natürlich sind wir enttäuscht, wenn man so knapp nicht weiterkommt. Wir können das hoffentlich gut verarbeiten für die nächsten Rennen.“ Für sie sei der Start vor dem Riesentorlauf am Donnerstag sehr wichtig gewesen. „Dass ich dann wirklich ready bin.“ Das frühe Ausscheiden sei schade gewesen. „Schweden ist eine harte Nuss, aber wir alle haben unser Bestes gegeben und uns nichts vorzuwerfen.“

Stephanie Brunner

APA/AP/Alessandro Trovati

Stephanie Brunner lieferte im Teambewerb eine Kostprobe ihres Könnens

Katharina Truppe bilanzierte mit Sieg und Niederlage, Frida Hansdotter musste sie sich nur um 0,01 Sekunden geschlagen geben. „Das Hundertstel war heute nicht auf unserer Seite. Vielleicht kommt es ja noch zurück, man weiß ja nie.“ Die Stimmung sei sensationell gewesen. „Mit dem Team zu kämpfen war richtig lässig.“

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