Nur von Olympiasiegerin geschlagen
Ivona Dadic hat bei der Hallen-EM in Belgrad am Freitag Silber im Fünfkampf erobert. Die Oberösterreicherin musste sich nur der belgischen Siebenkampf-Olympiasiegerin Nafissatou Thiam geschlagen geben. Dadic fixierte mit 4.767 Punkten einen neuen österreichischen Rekord und sorgte für die erste Hallen-EM-Medaille des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) seit 2005.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die 23-jährige Siebenkampf-EM-Dritte des Vorjahres pulverisierte ihren eigenen, erst am 5. Februar aufgestellten ÖLV-Rekord, der bei 4.520 Punkten stand. Verena Preiner, die den abschließenden 800-m-Lauf gewann, belegte mit 4.478 Zählern den guten sechsten Platz.

GEPA/Mario Kneisl
Für Ivona Dadic war es nach Siebenkampf-Bronze 2016 die zweite EM-Medaille
Thiam war lange auf Kurs, den Weltrekord der Ukrainerin Natalja Dobrynska (5.013) zu knacken, und stellte trotz einer schwachen 800-m-Zeit (2:24,44) mit 4.870 Punkten eine Jahresweltbestleistung auf. Bronze ging an die Ungarin Györgyi Zsivoczky (4.723).
„Ein Wahnsinnswettkampf“
Dadic startete mit einer persönlichen Bestzeit von 8,45 Sekunden über 60 m Hürden und steigerte danach ihre Hochsprung-Bestmarke gleich um acht Zentimeter auf hervorragende 1,87 Meter. Im Kugelstoßen kam die Olympia-21. von Rio de Janeiro 2016 auf 13,93 Meter und im Weitsprung auf 6,41 Meter. Im 800-m-Lauf war die für Union St. Pölten startende Welserin mit 2:14,13 Minuten Schnellste des Toplaufes.
„Das wollte ich mir nicht mehr nehmen lassen. Ich hatte beim ganzen Lauf keine Schmerzen, das war einfach unglaublich“, jubelte Dadic nach dem taktisch angelegten Abschlussbewerb. Auch der Rückblick auf den gesamten Fünfkampf fiel naturgemäß sehr positiv aus. „Nach dem Hochsprung wollte ich nicht mehr nur dabei sein, sondern auch vorne. Es war ein Wahnsinnswettkampf. Meine ganze Familie war hier und hat mich unterstützt, das bedeutet mir sehr viel. Auch die tolle Stimmung im Stadion war sehr motivierend.“

APA/AP/Marko Drobnjakovic
Dadic blieb unglaubliche 247 Punkte über ihrer bisherigen Bestleistung
Einen speziellen Dank richtete Dadic an ihren Trainer Philipp Unfried, mit dem sie erst seit vergangenem Herbst zusammenarbeitet. „Er hat mir den Glauben gegeben, wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Ein Teil von diesem Erfolg gehört ihm.“
Zwölfjährige ÖLV-Durststrecke zu Ende
Dadic hat nun eine zwölfjährige Durststrecke beendet: Vor ihr hatten zuletzt Susanne Pumper, Roland Schwarzl und Karin Mayr-Krifka 2005 in Madrid bei einer Hallen-EM Medaillen für den ÖLV geholt. Nach Silber über 200 m durch Mayr-Krifka und Bronze im Siebenkampf durch Schwarzl wurde Pumper über 3.000 m Dritte - binnen einer Stunde gab es damals dreimal Edelmetall.
Als Sechste zeigte auch Preiner eine starke Leistung. Die Oberösterreicherin war über die 800 m mit einer persönlichen Bestzeit von 2:10,26 Minuten die Schnellste. „Ich bin sehr froh über den sechsten Platz. Die 800 m waren das Beste“, sagte die seit kurzem 22-Jährige. „Ich wollte unter die ersten zehn kommen, das ist mir gelungen.“
Vojta erreicht 3.000-m-Finale
Andreas Vojta schaffte über 3.000 m die Qualifikation für das Finale am Sonntag. Der 27-Jährige war zwar nur Sechster seines Vorlaufs, lief aber auch insgesamt die sechstbeste Zeit. „Eigentlich ist es gut gegangen, viel besser als zuletzt“, kommentierte Vojta seinen Lauf in 7:56,52 Minuten. „Ich habe aber zu viele Löcher gelassen und den Kontakt abreißen lassen. Das war schade, das werde ich im nächsten Rennen besser machen müssen.“
Dreispringer Julian Kellerer verpasste trotz persönlicher Bestweite von 16,33 Metern als 14. ebenso die Qualifikation für das Finale wie Hochspringerin Ekaterina Krasovskiy, die sich mit 1,81 Metern und Rang 20 begnügen musste. Stephanie Bendrat erlebte eine Enttäuschung und wurde nach einem Fehlstart im Hürdensprint-Vorlauf disqualifiziert.
Links: