RB Leipzig ist bei Red Bull hoch verschuldet
Der deutsche Bundesligist RB Leipzig, Arbeitgeber von Trainer Ralph Hasenhüttl und der beiden ÖFB-Legionäre Marcel Sabitzer und Stefan Ilsanker, hat offiziell hohe Schulden beim Konzern Red Bull. Das geht aus dem einsehbaren Jahresabschluss für 2015 hervor, über den die „Mitteldeutsche Zeitung“ („MZ“) am Dienstag berichtete.
Der Finanzbericht enthält Auskünfte über Umsatz, Spielerwerte, Gehälter und vor allem die Zuwendungen von Red Bull. Laut MZ hatte RB Leipzig 2015, als der Verein noch in der zweiten deutschen Liga agierte, gesamt 32,7 Millionen Euro an Gehaltskosten.

APA/dpa/Hendrik Schmidt
RB Leipzig hat hohe Ausgaben für Gehälter
Interessant sind auch die Verbindlichkeiten gegenüber dem Konzern Red Bull. Demnach hatte der Club am 31. Dezember 2015 Schulden in Höhe von 52,4 Millionen Euro beim alleinigen Investor.
Wirtschaftliches Kalkül
Um in der deutschen Bundesliga bestehen zu können, gewährte Red Bull allein im Jahr 2015 32 Millionen Euro. Das meiste davon ist, und das ist ein wesentlicher Umstand, in zwei bis fünf Jahren zurückzuzahlen. Hinter einem Darlehen steckt wirtschaftliches Kalkül.
Ein Darlehen zählt nicht zu den Einnahmen. Sie beruhen nicht auf einer betrieblichen Leistung, und es besteht vor allem die Rückzahlungsverpflichtung. Selbstverständlich steht jedoch die Option im Raum, dass Red Bull auf die Rückzahlung dieses Darlehens verzichten kann.
Zu hoch darf ein Club laut UEFA aber auch nicht verschuldet sein. Laut den Financial-Fair-Play-Regeln dürfen die Ausgaben eines Vereins, in einem Zeitraum von drei Jahren, die Einnahmen eines Vereins pro Jahr nur um fünf Millionen Euro überschreiten.
Einnahmen müssen steigen
Hier könnte sich ein Problem für die Leipziger ergeben. In der laufenden Saison wurden 60 Millionen Euro für Spieler ausgegeben. Zwar könne das Defizit von einem Investor abgedeckt werden, jedoch sei das nur in einem bestimmten Rahmen zwischen 30 und 45 Millionen Euro erlaubt.
In der „MZ“ meint der deutsche Wirtschaftswissenschafter Henning Zülch daher, dass RB Leipzig in Zukunft gefordert ist, wieder ein Gleichgewicht in die Bilanzen zu bringen. "Die Erlöse durch externe Werbung, TV-Vermarktung, Handel und Ticketing müssen massiv steigen, wenn Leipzig keine Probleme mit Financial Fair Play (FFP) bekommen will.“