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Mit Selbstvertrauen zum Erfolg

Moldawien liegt in Österreichs WM-Quali-Gruppe D mit nur einem Punkt aus vier Spielen auf dem letzten Tabellenplatz. Angenehmer Gegner ist die Nummer 162 der Welt am Freitag (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) in Wien dennoch keiner. Drei Spiele sind die Moldawier zuletzt ungeschlagen geblieben.

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Unter Teamchef Igor Dobrowolskij haben sie nicht mehr nur das Verteidigen im Sinn. Er hatte die Kicker aus dem ärmsten Land Europas (gemessen am BIP pro Kopf) zu Beginn des Vorjahres übernommen. Es ist seine zweite Amtszeit. Der frühere sowjetische und russische Nationalspieler, 1990 Fußballer des Jahres in der Sowjetunion, setzt nicht nur auf eine kompakte Defensive, sondern versucht nach vorne Nadelstiche zu setzen - auch durch Pressing-Situationen.

Igor Dobrowolski

Reuters/John Sibley

Für Teamchef Dobrowolskij ist Selbstbewusstsein ein Schlüssel zum Erfolg

In der Qualifikation war das bisher nicht von Erfolg gekrönt. Nach klaren Niederlagen in Wales (0:4), gegen Serbien (0:3) und Irland (1:3) gab es in Georgien zumindest ein 1:1. Danach folgten Testspiele in Katar (1:1) und zuletzt in San Marino (2:0). „Die Mentalität zu ändern ist kein einfacher Prozess“, meinte Dobrowolskij. Seine Spieler müssten sich etwas zutrauen. „Dann werden wir Ergebnisse bekommen.“

Gäste werden sich nicht verstecken

Die Moldawier werden sich also auch im Ernst-Happel-Stadion gegen das ÖFB-Team nicht verstecken. „Es braucht lange, um gewisse Dinge umzusetzen, das ist nicht einfach“, meinte Dobrowolskij. Unter seinem Vorgänger Alexandru Kurteyan verloren die Moldawier in der EM-Qualifikation für Frankreich gegen Österreich zweimal nur knapp (1:2 und 0:1).

Länderspielbilanz Österreich - Moldawien

4 Spiele: 3 Siege, 1 Niederlage (Torverhältnis 5:2)

  • 7. September 2002, in Wien (EM-Quali): Österreich - Moldawien 2:0
  • 7. Juni 2003, in Tiraspol (EM-Quali): Moldawien - Österreich 1:0
  • 9. Oktober 2014, in Chisinau (EM-Quali): Moldawien - Österreich 1:2
  • 5. September 2015, in Wien (EM-Quali): Österreich - Moldawien 1:0

Das österreichische Nationalteam hat sich in den bisherigen Duellen mit Moldawien stets schwergetan. Auch über eine weiße Weste verfügt die Koller-Elf gegen die Nummer 162 der FIFA-Weltrangliste nicht. Unter Teamchef Hans Krankl setzte es 2003 in der EM-Qualifikation in Tiraspol ein 0:1. Dieser Niederlage stehen drei knappe Siege gegenüber, das Torverhältnis in vier Spielen lautet 5:2 für Österreich. Beim jüngsten 1:0 im September 2015 in Wien traf Zlatko Junuzovic per Abstauber.

Epureanu und Ionita als Schlüsselkräfte

„Wenn die Spieler Selbstvertrauen haben, ist alles einfacher“, erklärte Dobrowolskij. Seine Schlüsselkräfte sind Kapitän und Abwehrchef Alexandru Epureanu vom türkischen Tabellenzweiten Istanbul Basaksehir sowie der zentrale Mittelfeldmann Artur Ionita, Stammspieler in der italienischen Serie A bei Cagliari. Als Mittelstürmer agiert im 4-2-3-1-System zumeist Igor Bugaev, der in der Heimat bei Zaria Balti spielt.

Ben Davies und Artur Ionita

APA/AFP/Geoff Caddick

Artur Ionita (re.) hat einen Stammplatz bei Cagliari

Lob für Kontrahent Österreich

Wie die Österreicher sind auch die Moldawier im Tor zu Umstellungen gezwungen. Ilie Cebanu, mit dem sich ÖFB-Stürmer Marc Janko 2014 in Chisinau ein Scharmützel geliefert hatte, das seinen Ausschluss zur Folge hatte, steht verletzungsbedingt nicht im Aufgebot. Dazu fehlt auch Innenverteidiger Igor Armas (Kuban Krasnodar) mit einem Kreuzbandriss.

Für Gegner Österreich hat Teamchef Dobrowolskij nur lobende Worte übrig: „Österreich bleibt nach wie vor eine der stärksten Mannschaften Europas.“ Von den mäßigen Ergebnissen der ÖFB-Truppe in der laufenden Qualifikation lässt er sich nicht beeinflussen: „Das ist ein tolles Team, das haben sie schon gezeigt. In der vergangenen Qualifikation haben sie alle Spiele gewonnen“, erinnerte Dobrowolskij an die neun Siege des ÖFB-Teams in zehn EM-Quali-Spielen. „Jetzt haben sie auch ein bisschen Pech gehabt.“

Überraschungen gegen stärkere Gegner

Moldawien hat sich bisher noch nie für ein großes Turnier qualifiziert. In der ersten Amtszeit von Dobrowolskij (2007 bis 2009) machten die Kicker aus dem Drei-Millionen-Einwohner-Land zwischen der Ukraine und Rumänien aber mit Siegen in Bosnien (1:0) und gegen Ungarn (3:0) auf sich aufmerksam. Dazu kamen Remis gegen die Türkei und Griechenland sowie 2013 in Polen und 2014 in Russland (alle 1:1).

Daran wollen die Moldawier anschließen. Bis auf Platz 37 der FIFA-Weltrangliste waren sie im April 2008 geklettert. Im Vorfeld der Heim-EM lagen die Österreicher ob der Arithmetik gar außerhalb der Top 100. Seither verliefen die Entwicklungen aber in entgegengesetzte Richtungen. In den vergangenen drei Jahren gewann Moldawien nur zweimal gegen Andorra - und zuletzt in San Marino.

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