St. Pölten als Gradmesser
In der NV-Arena ergibt sich für den SK Rapid die große Chance, in einem bisher völlig misslungenen Frühjahr Schadensbegrenzung zu betreiben. Im Bundesliga-Duell mit dem SKN St. Pölten wollen die abgestürzten Wiener am Samstag wieder einmal den ersten vollen Erfolg im neuen Jahr landen - und sich damit für die letzte Möglichkeit auf ein Europacup-Ticket einstimmen.
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Vier Tage später gastiert Rapid im Viertelfinale des ÖFB-Cups nämlich erneut bei den Niederösterreichern. Da in der Meisterschaft der Zug Richtung Europa längst abgefahren ist, ist das der letzte Strohhalm für die Teilnahme am internationalen Geschäft. Bei einer Fortsetzung der grün-weißen Pleiten- und Pannenserie droht es in Wien-Hütteldorf jedoch kräftig zu rumoren.
Rapid: Schicksalstage für den Traditionsverein
Am Mittwoch soll im Cup die letzte Chance auf einen Europacup-Startplatz gewahrt werden, und schon am Samstag müssen die Grün-Weißen in Niederösterreich den Kampf gegen den Ligaabstieg fortführen.
Nach dem Rückfall auf Rang sieben bei sieben Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Ried spukte zumindest medial das Abstiegsgespenst im Westen Wiens herum. Trainer Damir Canadi ist angesichts einer Ligabilanz von zwei Siegen, vier Remis und sechs Niederlagen nicht mehr unumstritten. Rapids Trainer betonte via Clubaussendung: „Die jetzige Situation ist für uns alle nicht angenehm, aber hier werden wir mit Ruhe und konzentrierter Arbeit wieder zusammen herauskommen.“

GEPA/Philipp Brem
Canadi schwört seine Truppe auf die kommenden Aufgaben ein
„Das Vergangene ist abgehakt“
Dass am Freitag ein Artikel über einen Trainingsdisput mit Louis Schaub für neue Unruhe sorgte, dürfte Canadi wenig behagt haben. Der Offensivmann wird Rapid in St. Pölten aus anderem Grund fehlen, im ÖFB-Teamcamp zog sich Schaub einen Muskelfaserriss zu. Auch Arnor Traustason (Kapselriss im Knie) kehrte verletzt von der isländischen Nationalmannschaft zurück.
Immerhin traf Giorgi Kvilitaia für Georgien zweimal. Der Stürmer soll in St. Pölten mithelfen, den ersten Dreier im Frühjahr zu landen. „Dafür werden wir alles geben“, bekräftigte Canadi. „Wir haben das Vergangene abgehakt, die Zeit zur Analyse genützt und konzentrieren uns nun voll fokussiert auf die anstehende Aufgabe in St. Pölten.“
Tipico-Bundesliga, 27. Runde
Samstag, Beginn 16.00 Uhr:
St. Pölten - Rapid
NV Arena, SR Harkam
Mögliche Aufstellungen:
St. Pölten: Riegler - Stec, Huber, Diallo, Mehremic - Dieng, Thürauer, Ambichl, Perchtold, Korkmaz - Doumbouya/Luckassen
Rapid: Knoflach - Dibon, Sonnleitner, M. Hofmann - Pavelic, Auer, Schwab, Schrammel - Szanto, Kvilitaia, Joelinton
Fokus auf der Meisterschaft
Der Cupauftritt am Mittwochabend wird von den Rapidlern vorerst beiseitegeschoben. So wollen es auch die St. Pöltner halten. Die „Wölfe“ verloren vor der Länderspielpause beim WAC nach einem Gegentor in letzter Minute mit 0:1 und zeigten dabei eine schwache Leistung. „Wir brauchen Punkte, um unsere Ziele zu erreichen. Unser Fokus liegt deshalb vorerst nur auf der Meisterschaft“, wollte Trainer Jochen Fallmann betont wissen.
Bei den Niederösterreichern ist Abwehrchef Babacar Diallo nach der Sperre wieder spielberechtigt, Mittelstürmer Lonsana Doumbouya war hingegen aufgrund einer Fußverletzung fraglich, fix ausfallen wird der Ex-Rapidler Christopher Drazan (Nebenhöhleninfektion).
Gastgeber zuversichtlich
In den beiden bisherigen Aufeinandertreffen in dieser Saison blieb Rapid gegen St. Pölten ungeschlagen (1:0, 1:1). Im dritten Saisonviertel holte der SKN bisher aber mehr als doppelt so viele Zähler wie Rapid (13 bzw. 6). Von den jüngsten vier Heimspielen entschied St. Pölten außerdem drei für sich und spielte einmal remis. Fallmann war deshalb optimistisch: „Wenn wir unser positives Gesicht zeigen, gibt es eine große Chance, Punkte mitzunehmen.“
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